Kapitel 36
Ich habe Quinns und Kevins Liebesgeschichte gelauscht, wie sie sich ineinander verknallt haben. Die Zeit verging schneller, als ich es mir vorstellen konnte. Ihre Lovestory war so süß. Es fing mit Eifersucht an und endete mit Zuneigung.
"Kann ich dich was fragen?" habe ich nervös gefragt und mit meinem Finger rumgespielt.
"Nur zu." Quinn hat mich angelächelt.
"Wo kommt ihr eigentlich her?" habe ich gefragt, aber es später bereut, als ich ihre leeren Gesichter gesehen habe.
Harry hat sich in seinem Sitz umgedreht, wo ein Schock in Quinns Augen stand und sie Harry so angesehen hat, als hätte er irgendwelche kriminellen Aktivitäten begangen.
"Argghh... Es tut mir leid, wenn ich dich unbequem gemacht habe. Brauchst meine Frage nicht zu beantworten. Ich hab nur aus Neugier gefragt."
"Nein, ist doch kein Ding, Sheila. Du hast das Recht, es zu wissen. Wir kommen aus New York und ich weiß nicht, dass du das nicht wusstest." Hat Quinn gesagt und ich habe mit dem Kopf genickt, als Zeichen des Verständnisses.
"Sollen wir was essen?" hat Quinn gefragt, während sie auf ihre Armbanduhr geschaut hat.
"Okay, ich kauf was zu Essen." Damit hat Kevin das Wohnzimmer verlassen.
Harrys POV:
Als sie diese Frage gestellt hat, habe ich mich unbehaglich in meinem Sitz hin und her geschoben. Ich fühle mich schuldig, ihr nicht die Wahrheit zu sagen. Sie muss alles wissen.
Quinn hat mich anklagend angesehen, als hätte ich einen Mord begangen. Da es Mittagspause war, ist Kevin losgezogen, um Essen zu kaufen, und Sheila ist in ihr Zimmer gegangen, um das Thema sofort zu beenden.
Wenn ich länger als eine Sekunde hier bleibe, kriege ich Ärger. Also ist es besser zu gehen und als ich gerade gehen wollte, hat Quinn meinen Arm gepackt und ich habe einen frustrierten Seufzer ausgestoßen.
Ich wusste, es würde passieren.
"Was jetzt, Quinn?" habe ich sie gefragt, aber sie hat die Augen zusammengekniffen.
"Kann ich mit dir reden?" hat sie gefragt und eine Augenbraue hochgezogen.
"Nicht hier", habe ich gemurmelt und bin in mein Zimmer gegangen. Sobald sie mein Zimmer betreten hat, hat sie meine Tür zugeschlagen und angefangen, mich anzuschreien. "Was zur Hölle machst du, Harry? Du hast ihr nichts gesagt, oder?" Sie hat beide Arme verschränkt und mich böse angesehen.
"Quinn! Ich wollte ihr alles erzählen, aber es ist nicht der richtige Zeitpunkt. Wenn die Zeit reif ist, erzähle ich es ihr", habe ich argumentiert.
Ihre Augen wurden etwas weicher und sie kam näher zu mir. "Harry, ich weiß, es ist schwer für dich, aber warum kannst du deine Vergangenheit nicht loslassen? Siehst du nicht in ihren Augen, wie sehr sie dich mag? Ihr habt beide Gefühle füreinander." Sie hat meine Schulter gestreichelt.
"Sag ihr einfach die Wahrheit. Sie wird es verstehen. Deine Vergangenheit hat nichts mit deinem jetzigen Leben zu tun, Harry. Bitte fang keine Beziehung mit einer Lüge an. Es wird dich beeinflussen, du wirst am Ende verletzt werden."
"Ich weiß, Quinn. Ich werde keine Beziehung mit einer Lüge beginnen. Aber ich brauche etwas Zeit. Sie ist so unschuldig, um alles an einem Tag zu verkraften. Sie braucht ihren Freiraum und ich brauche meine Zeit." Mein Gesicht verdunkelte sich, als die Erinnerung an mein früheres Leben durch meinen Geist blitzte.
"Wie du weißt, sind viele Mädchen nur wegen meines Status hinter mir hergerannt. Sie alle brauchen mein Geld, sie brauchen einen Ruf in der Gesellschaft, damit sie sich ein wohlhabendes Leben leisten können und sie haben meinen Namen benutzt und gesagt, ich gehöre ihnen. Aber die einzige Tatsache ist, ich gehöre ihnen nicht. Ich bin für sie. Nur für sie." Ich schloss für eine Weile die Augen.
"Sie hat mich lebendig gemacht, als ich dachte, ich wäre für die Welt tot. Sie hat ein neues Leben in mich gebracht. Wusstest du, was ich gemacht habe, als man mir erzählte, dass ich mein Gedächtnis verloren habe?" Um die Wahrheit zu sagen, es war überhaupt nicht angenehm, sich daran zu erinnern.
"Ich habe die ganze Nacht geschrien und gesagt, ich brauche mein Gedächtnis zurück. Ich habe zufällig alle Sachen in meinem Zimmer rumgeworfen und mich selbst verletzt. Eines Tages habe ich sogar versucht, mir das Handgelenk aufzuschneiden." Sie keuchte und ihre Augen weiteten sich vor Schock.
"Was sagst du?" Sie flüsterte fast. Ich schenkte ihr ein kleines Lächeln und nickte mit dem Kopf. "Ja, wenn meine Mutter in dieser Nacht nicht aufgetaucht wäre, wäre ich jetzt tot. Niemand wusste davon, nicht einmal mein Vater. Aber jetzt hat sich alles geändert." Und ich bin froh, dass ich noch für mein Mädchen lebe.
"Weißt du, ich habe Angst, mein Gedächtnis zurückzubekommen. Ich will es nicht. Ich wollte einfach ein Harry leben, nicht ein Harry John Brooks, der Name gibt mir den Status und die Macht." Alles, was ich brauche, ist, mein Mädchen für immer in meinen Armen zu halten.
"Aber ich verspreche dir, Quinn. Ich werde mich um alles kümmern. Also vertrau mir einfach." Ich nahm ihre beiden Hände und hielt sie in meinen.
"Ich vertraue dir." Sie nickte mit dem Kopf und wischte ihre Tränen weg.
Sheilas POV:
Ich gehe in meinem Zimmer auf und ab und beiße mir nervös auf die Fingernägel. Ich hätte diese Frage nicht stellen sollen. Was, wenn sie denken, ich dringe in ihre Privatsphäre ein und nutze sie aus?
Aber die Sache ist die, wann immer Quinn von ihrem Leben erzählt, zeigten seine Augen keine Emotionen, als hätte er alles vergessen. Warum? Mag er es nicht, seine Momente mit uns zu teilen?
Wir haben im Wohnzimmer zu Mittag gegessen, aber er hat nicht viel geredet. Wann immer ich ein paar zufällige Fragen gestellt habe, nur um seine Aufmerksamkeit zu erregen, nickte er nur mit dem Kopf, er bemühte sich nicht, das Gespräch weiterzuführen. Er antwortete nur mit seiner eintönigen Stimme.
Und auch beim Abendessen ist er nicht aufgetaucht. Quinn sagte, er hätte schon gegessen und sei in sein Zimmer gegangen. Aber warum habe ich das Gefühl, dass ihn etwas beunruhigt? Seit heute Nachmittag benimmt er sich seltsam. Ich habe ihm eine gute Nacht-SMS geschickt und auf seine Antwort gewartet, aber nur die Leere in meinem Handy und in meinem Herzen bekommen.
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"Hi, Lilly. Nett, dich kennenzulernen. Endlich hat er dich mitgebracht, um dich vorzustellen." Habe ich zu ihr gesagt und Tammy angesehen.
"Hey!" Ein schüchternes Lächeln erschien auf Tammys Gesicht.
"Tammy, wirst du rot?" habe ich ihn gehänselt.
"Was? Auf keinen Fall! Das ist Mädchenkram, das machen Jungs nie." Hat er protestiert.
Ich und Lilly tauschten einen wissenden Blick aus und brachen in Gelächter aus. "Was? Ist doch nicht lustig", hat er geschimpft, aber wir lachten weiter.