Kapitel-18: Unsicherheiten
Sya's Sicht:
Später, als wir am Tisch gefrühstückt haben, war es MEGA awkward. Bryson hat sein Essen ohne viel nachzudenken gegessen, aber die anderen beiden hatten so einen Starren-Wettbewerb am Laufen. Ich hab versucht, Brysons Blick zu kriegen. Als er nicht hochgeschaut hat, hab ich ihn unter dem Tisch angestupst.
"Was?" hat er gemurmelt.
Ich hab auf Kane und Edi gezeigt. "Tu was." hab ich zurückgemurmelt. Er hat einfach die Schultern gezuckt, dann den Rest seiner Cornflakes und Saft runtergekippt und ist abrupt aufgestanden.
"Komm schon, Kumpel, lass uns uns für's College fertig machen," hat er gesagt und angefangen, Kane aus dem Wohnzimmer zu ziehen. Ich hab geseufzt.
Dumme Jungs.
"Danke, Zuckerschnute. Dass ich bleiben durfte und für's Frühstück," hat Edi später gesagt, als ich ihn zur Haustür begleitet habe. "Ich bin 'ne Weile in der Stadt, also hoffe ich, dass ich dich öfter sehe. War schön, sich so nach langer Zeit wieder zu treffen."
Ich hab gelächelt und genickt, "Danke fürs Vorbeikommen, Edi. Hat Spaß gemacht."
Er hat mich schief angelächelt, "Wie könnte ich meine süße Zuckerschnute nicht besuchen?" Das Spielerische in seinen Augen verschwand plötzlich und ein ernsterer Ausdruck übernahm seine Gesichtszüge.
Ich hab ihn verwirrt angesehen, als er seine Tasche abgestellt und meine Schultern gepackt hat. Seine Augen haben mein Gesicht mit seiner neu gefundenen Ernsthaftigkeit abgesucht, während ich darauf gewartet habe, dass er spricht.
"Zuckerschnute, du weißt, dass ich dich liebe und ich will einfach nur, dass du in Sicherheit bist, oder?" hat er angefangen, seine Augenbrauen besorgt zusammengezogen. Ich hab genickt. Ich wusste, dass er mich auch als seine jüngere Schwester betrachtete. Er war mein einziger Trost, als ich ihn brauchte. "Ich bin froh, dass du von diesem elenden Haus und seinen unmenschlichen Bewohnern weggekommen bist. Damals konnte ich nichts tun, um dich zu beschützen, aber jetzt bin ich in der Lage dazu. Wenn du mich also jemals brauchst, irgendeine Hilfe brauchst, zögere nicht, mich anzurufen, okay? Ich hab meine Nummer auf deinem Nachttisch sowie meine neue Adresse hinterlassen. Zögere nicht zu fragen, okay?"
Ich hab gelächelt. Die Dankbarkeit, die ich in diesem Moment empfand, war unbeschreiblich. Ich hab schnell meine Arme um seine Taille gelegt und meine Wange an seine Brust gepresst. Er hat gekichert, als er seine Arme um mich gelegt und meinen Rücken gerieben hat.
Als wir uns gelöst haben, hat er mich komisch mit dem Finger angestupst, "Und wenn dein Freund dich ärgert, sag's mir. Ich such ihn auf und brech ihm die Knochen."
Ich hätte fast gelacht, aber hab mich zurückgehalten, ihm zu sagen, dass Kane ihn locker in zwei Teile reißen könnte. Aber es war schön zu hören, dass mir jemand so was gesagt hat. Als große Bruderfigur.
"Klar. Tschüss, Edi. Gute Reise!" hab ich ihm gesagt und die Haustür hinter ihm geschlossen.
Aber als ich mich umgedreht hab, um reinzugehen und meine Tasche zu holen, bin ich stattdessen mit einer harten Brust kollidiert. Der Geruch hat mir sofort gesagt, dass es Kane war, und auch, weil er seine Arme um mich gelegt und durch meine Haare eingeatmet hat. Es war irgendwie komisch, wie er immer durch meine Haare eingeatmet hat, aber da es ihn glücklich gemacht hat, hab ich nie was gesagt. Ich wette, ich hab komisch gerochen.
"Was machst du?" hab ich spielerisch gefragt, mich weggedreht und ihn angeschaut. Gott, er war so groß.
Er hat gegrinst und den Kopf geschüttelt. Ich hab hochgegriffen und mit seinen Haaren gespielt.
"Ich äh... ich weiß, dass du es nicht gut fandest, dass Edi hier geblieben ist, Kane," hab ich ein bisschen nervös angefangen. "Aber er ist nur mein Cousin. Eigentlich ist er wie ein großer Bruder für mich. Es tut mir leid, dass ich nicht auf dich gehört habe..."
"Keine Sorge. Ich vertraue dir," hat er mich mit einer Handbewegung unterbrochen.
"Also gehe ich davon aus, dass du ihm nicht die Knochen brichst, wenn du ihn wieder siehst?" hab ich gefragt.
"Kann ich nicht wirklich sagen," hat er gegrinst.
"Versprochen?" hab ich nachgehakt.
Er hat geseufzt, "Na gut."
Ich hab gelächelt, "Danke!"
"Komm schon. Wir kommen zu spät. Es sei denn," hat er flirtend gelächelt. "Was sagst du, wir schwänzen das College und haben Spaß?" er hat sich vorbegeugt, aber ich hab ihn sanft weggeschoben.
"Ich bin schon in der Anwesenheit für Mathe kurz gekommen. Mehr Fehltage und Herr Harriot lässt mich meine ganzen Testpapiere essen."
Er hat gelacht, als er mich meine Tasche holen ließ. "Wie lief dein Test letzte Woche?"
"Frag nicht," hab ich gemurmelt, als er seine Finger in meine verschlungen hat und mich zur Haustür geführt hat. "Ich hatte die erste Frage falsch und die vierte. Die fünfte hab ich aber richtig gehabt."
"Und was ist mit der zweiten und dritten?" hat er gefragt, als er die Autotür geöffnet hat.
"Die Antworten kannte ich nicht," hab ich einfach gesagt.
Er hat gelacht, "Wow, Sya. Du brauchst echt Nachhilfe. Ich frag Bryson, ob er dir ein oder zwei Dinge über Mathe beibringen kann."
"Echt? Danke!" hab ich ausgerufen. "Apropos, kommt Bryson nicht mit uns?"
Er hat den Kopf geschüttelt, "Er ist schon weg. Komm schon." Er hat auf die offene Autotür gezeigt und ich bin reingeschliddert.
Er hat das Auto gestartet und ist sanft aus dem Haus gefahren. Mein Herz hat in meiner Brust gehämmert. Ich hatte das Gefühl, dass heute ziemlich viel los sein würde.
* * * * * *
"Ich hab 'ne Eins im Geschichts-Test bekommen," hat Hannah gesagt und ein Blatt Papier in die Luft gewedelt, mit einem Lächeln im Gesicht.
Hannah hatte immer ein starkes Händchen für historische sowie literarische Themen. Es war keine Überraschung, dass sie eine hohe Punktzahl bekommen hat, aber für sie war es das schon. Jedes Mal.
Bryson und Kane haben gelacht, als mehrere Schüler Blicke auf unseren Tisch warfen. Es war Mittagspause und wir waren in der überfüllten Cafeteria.
"Also, um das zu feiern, gehen wir shoppen!" Na klar.
Ich wollte ja sagen, aber ich wusste, dass ich nicht konnte. "Nein, Hannah, kann ich nicht. Du weißt, ich spare für die Studiengebühren und meine eigenen Ausgaben. Ich weiß, dass ich im Moment bei Kane wohne, aber ich werde irgendwann ausziehen müssen," hab ich ihr gesagt.
Das arme Mädchen sah niedergeschlagen aus. Kane hat die Stirn gerunzelt und Bryson sah auch ziemlich ernst aus. Kurz gesagt, ich hatte die Stimmung gekillt.
"Ist schon okay, Sya," hat Kane gesagt. "Ich zahl, was immer du shoppst. Das kann ich zumindest tun." Er hat mich mit verletzten Augen angesehen.
"Das ist es ja, Kane. Ich will mich nicht ganz auf dich verlassen. Ich werde mich immer wie eine Last fühlen und das will ich nicht. Ich möchte sparen und ein Leben beginnen, in dem ich für mich selbst verantwortlich bin, nicht für dich," hab ich versucht, es zu erklären.
"Ich sag ja nicht, dass ich deine Ausgaben übernehme. Ich helfe dir einfach nur, bis du genug Erspartes hast. Das ist alles. Da ist nichts, dass du eine Belastung bist," hat Kane argumentiert.
Ich hab den Kopf geschüttelt, "Kane, das ist lieb von dir, aber ich mag es nicht, so zu leben. In deiner Gnade."
Kanes Gesicht ist dabei hart geworden und er ist aufgestanden, hat den Stuhl hinter sich weggeschoben und die Cafeteria verlassen. Bryson ist sofort auch aufgestanden.
"Ähm, keine Sorge, Sya. Du weißt, wie emotional er manchmal sein kann. Er wird sich bald beruhigen," hat er mit einer hilflosen Art von Lächeln angeboten. "Wir sehen uns in Erdkunde, Babe." Er hat Hannah auf die Wange geküsst, bevor er Kane hinterhereilte.
Ich hab geseufzt und mir den Kopf gerieben. So sehr ich auch versucht habe, eine von diesen Mädchen zu vermeiden, die sich an ihren Freunden hochziehen, haben die Leute versucht, mich zu diesem Mädchen zu machen. Ich hab Hannah angesehen und sie hat mich mit zusammengekniffenen Augen angesehen.
"Was?" hab ich gefragt.
"Du weißt, dass er dir nur helfen will," hat sie geantwortet.
"Hannah, du verstehst es nicht. Ich mag es nicht, so sehr von ihm abhängig zu sein. Was ist, wenn er sich ärgert oder noch schlimmer, meiner überdrüssig wird? Was ist, wenn er merkt, was für ein Schmarotzer ich bin, und mich verlässt?" hab ich gemurmelt und mit meinen Fingern gespielt. "Ich kann heute Geld von ihm nehmen, morgen, aber nicht die ganze Zeit. Er wird mich wegen des ganzen Gepäcks, das ich mitschleppe, hassen und mich bestimmt abservieren."
Ich hab es gehasst, Angst zu haben, dass mich jemand verlässt. Früher war das anders. Ich hatte nichts zu verlieren. Helena und John konnten zu Tode gefoltert werden, so viel ich auch wollte, aber nicht Kane. Nicht ihn. Ich hab ihn viel zu sehr geliebt und ich schtzte, es war zu spät mit der ganzen Abhängigkeits-Sache. Ich konnte mir keinen Tag ohne ihn vorstellen.
Hannahs Gesicht hat sich aufgeweicht und sie hat eine tröstende Hand auf meinen Arm gelegt.
"Sy, ich weiß, wie du dich fühlst. Aber du musst auch Kane verstehen. Für ihn hilft er dir, dich nicht wie eine Last herumzutragen. Und wenn ich sehe, wie er dich anschaut, weiß ich, dass er in dich verliebt ist. Ich meine, man kann buchstäblich die Herzaugen sehen. Also lass ihn dich vorerst bezahlen und wenn du genug gespart hast, kannst du ihn einfach zurückzahlen oder so. Du musst ihn ganz reinlassen, Sya. In dein Herz und deine Seele," hat sie sanft gesprochen.
Ich hab sanft gelächelt. Sie hatte Recht. Und so eine gute Freundin. Sie wusste, wie sie mich beruhigen konnte, wann immer ich hyperventilierte, und ich wusste, wie ich ihre beruhigenden Nerven treffen konnte. Sie ist schnell aufgestanden und hat mich auch auf die Beine gezogen. "Danke, Hannah."
"Geh jetzt und sag ihm, dass du seine Karte vorerst akzeptierst, und lass uns shoppen gehen! Ich lasse dich meine Feier zu meiner Eins nicht ruinieren!" Sie zog mich zur Cafétür. Wir traten in die Halle, naja, es war hauptsächlich ich, die von meiner besten Freundin gezogen wurde.
"Pass auf, ich hab danach Erdkunde und Sport. Ich wette, du hast Mathe?" hat sie gefragt.
"Nö," hab ich den Kopf geschüttelt. "Hatte ich schon heute Morgen. Ich hab nur noch Französisch."
Sie hat innegehalten und mich angesehen, "Du nimmst Französisch?"
Ich hab genickt, "Extra-Punkte."
Sie hat mir ein ungezogenes Lächeln zugeworfen, "Das bedeutet, dass du und Kane viel Zeit habt, euch zu verabreden." Sie hat das Wort 'viel' länger als nötig gezogen und ihre Arme mit meinen verschränkt.
"Was? Nein," bin ich leicht rot geworden.
"Kane und Sya sitzen im Baum, K-I-S-S-E-N," hat sie laut gesungen und ihre Lippen gespitzt. Die ganze Schülerschaft hat sie angeschaut, Mädchen warfen mir Dolche zu.
Ich hab schnell ihren Mund mit meiner Hand bedeckt, "Pssst! Willst du, dass die Mädchen mich ermorden?"
Sie hat gelacht und den Kopf geschüttelt. Ein Junge tauchte plötzlich vor uns auf. Er war ein Varsity-Spieler, das konnte ich an seiner Jacke erkennen. Er hat nervös gelächelt und sich durch sein rotes Haar gefahren.
Sowohl ich als auch Hannah hielten inne und sahen uns an, dann ihn.
"Hi," hat er gelächelt. Ich musste aber sagen, er war irgendwie süß. "Ich bin Greg. Ich bin in deiner Geschichts-Klasse." Er sprach hauptsächlich mit Hannah.
Sie schien einen Moment lang fassungslos zu sein. Aus dem Augenwinkel entdeckte ich Bryson, der aus der Jungen-Umkleidekabine kam.
"Hi äh... Greg," hat sie umständlich geantwortet.
"Ich hab mich gefragt, ob du mal Zeit hast, einen Kaffee zu trinken?" hat er gesagt und von einem Fuß auf den anderen getreten.
Hannah sah schockiert aus. Deutlich erschrocken. Es war so komisch, aber ironisch, weil er so süß war. Es war so eine Verschwendung.
"Hey, ich würde gerne dabei bleiben, um zu sehen, wie das ausgeht, aber ich hab einen Freund, mit dem ich mich wieder gutstellen muss. Bis später," hab ich ihr ins Ohr geflüstert und bin schnell weggerannt, bevor sie mich packen konnte.
Ich bin die Halle runtergerannt und hab Bryson angehalten, der immer noch nicht bemerkt hatte, dass Greg mit Hannah sprach. "Bryson, hey!"
Er hatte auf den Boden geschaut, seine Schultern angespannt. Er hat hochgeschaut, als er mich hörte, und gelächelt. "Oh, hey Sya. Kane ist da drin." Er hat auf die Tür gezeigt, aus der er gerade gekommen war.
"Danke," hab ich dankbar gesagt.
"Ach, kein Problem. Wozu sind Freunde da? Sieh dich vor, wenn du Freund-Probleme hast," grinste er.
Ich hab böse gelächelt, "Absolut. Übrigens, ich helfe dir gerne auch bei deiner Beziehung, Bryson."
Er hat die Stirn gerunzelt, "Warum solltest du?"
"Na ja, du weißt schon," hab ich seinen muskulösen Arm berührt und seinen Körper sanft auf Greg und seine Freundin gedreht. "Wenn Greg Hannah ausfragt und sie dich abserviert und Ja sagt. Ich meine, er spielt Varsity."
Brysons Gesicht war es wert, zugeschaut zu werden. Er sah so eifersüchtig aus, ich glaubte, er würde grün werden. "Das wird nicht nötig sein, Sya. Ich mach einen Football aus Greg, bevor das passiert."
Er ist schnell auf die beiden zugegangen, während ich gelacht habe, bevor ich die Tür der Umkleidekabine aufgestoßen habe. Es war leer, da das Mittagessen noch lief. Es roch schwach nach Schweiß und stark nach Herrenparfüm.
Ich entdeckte Kane, der an den Schließfächern lehnte und nachdenklich auf den Boden schaute. Ein Stirnrunzeln war auf seinem Gesicht eingeprägt.
Ich hab tief durchgeatmet, um meine Nerven zu beruhigen, und bin auf ihn zugegangen. Er hat sofort hochgeschaut, als er mich kommen hörte, und einen Schritt auf mich zu gemacht. Seine Augen sahen so traurig und verletzt aus. Ich verfluchte mich mental dafür, ihm das anzutun. Mein kostbarer Kane war wegen mir traurig. Ich bin schnell die restliche Distanz gelaufen und hab meine Arme um seinen Hals gelegt. Ich schätze, er war nicht so sauer auf mich, denn er hat fast sofort seine Arme um mich gelegt und mich näher gezogen.
"Es tut mir leid, Kane. Wirklich. Ich wollte dich nicht verletzen," hab ich gesagt, meine Stimme brach, weil ich mich bemühte, nicht zu weinen. Ich hab mich zurückgezogen und in seine Augen gesehen.
"Warum solltest du denken, dass die Dinge, die ich für dich tue, dich in meine Gnade bringen?" hat er gefragt, die Verletzung tropfte aus seiner Stimme. Mein Herz hat schmerzlich gekrampft und die Tränen, die ich versucht hatte, zurückzuhalten, haben sich in meinen Augen gebildet. "Ich helfe dir, weil ich dich liebe, und nicht, weil ich einfach Wohltätigkeit betreibe oder dich besitzen will."
"Nein!" hab ich ausgerufen und heftig den Kopf geschüttelt. "Ich meinte es nicht so, ich schwöre!"
Er hat nichts gesagt und ich nahm es als Zeichen, ihm endlich mein Herz auszuschütten und ihn reinzulassen, Unsicherheiten inklusive.
Ich hab tief und zittrig geatmet, "Der Grund, warum ich das immer wieder sage, ist, dass ich Angst habe, mich zu sehr an dich zu gewöhnen. Was ist, wenn du dich entscheidest, mich zu verlassen? Ich kann den Hass in deinen Augen nicht ertragen, Kane. Ich weiß, dass du vielleicht denkst, ich klammere mich an dich, aber es ist die Wahrheit! Ich liebe dich zu sehr, um mir jetzt ein Leben ohne dich vorzustellen. Mein ganzes Leben lang haben mich Leute verlassen, die ich liebe, und..."
Er hat mich plötzlich geküsst und mich völlig überrascht. Obwohl es mich völlig überrascht hat, hab ich es ziemlich schnell rausbekommen und meine Arme um seinen Hals gelegt und ihn zurückgeküsst. Er hat einen Arm um meine Taille gelegt und die andere Hand um meinen Nacken gelegt und mich unmöglich nah an sich gezogen. Dieser Kuss war anders als seine üblichen Küsse.
Es war rau und bedürftig. Das Bedürfnis, mich in seiner Nähe zu haben. Es war auch für mich anders, weil ich ihn spüren musste. Ich brauchte die Bestätigung, dass er tatsächlich echt und mein war. Eine einzelne Träne entglitt meinem Auge.
Wir haben uns nach einer Ewigkeit getrennt und schwer geatmet. Meine Hände rutschten seine Brust hinunter und ich hab meine Arme um seine Taille gelegt und meine Stirn an seine gelehnt. Er hat seine Augen geöffnet und in meine gesehen. Sie sahen nicht mehr traurig aus. Er hat mein Gesicht mit seinen Händen umfangen und sich zurückgezogen.
"Ich werde dich nie, nie verlassen. Ich hab das schon mal gesagt und ich sag es wieder. Ich liebe dich mit all deinen Fehlern und ich kann dich nie als klammernd ansehen. Weder jetzt noch jemals! Ich liebe dich, Sya Summers, von ganzem Herzen. Du besitzt es und nur du," hat er erklärt.
Ich bin ohnmächtig geworden, obwohl es für mein Herz immer noch schwer war zu akzeptieren, dass ich so viel Glück haben könnte. Tränen strömten mein Gesicht herunter, als ich seine zärtlichen Augen absuchte. Kein Hauch einer Lüge nirgends.
"L-liebst du mich?" hab ich ungläubig gefragt. Die Entschlossenheit in seinem Gesicht schien um das Zehnfache zugenommen zu haben. Irgendwas war anders an der Art und Weise, wie er es gesagt hatte.
Er hat genickt und mein Gesicht liebevoll gestreichelt. Mein eigener Mund hat sich zu dem weitesten Lächeln gedehnt. "Ich liebe dich auch."
Er hat gelächelt, meine Tränen weggewischt und sanft meine Stirn geküsst.
"Darf ich dich jetzt shoppen gehen?" hat er gefragt und gegrinst.
Ich hab genickt und gelacht. "Ja, aber nur dieses eine Mal," hab ich hinzugefügt.
Er hat seinen Arm um meine Schultern gelegt und mich hinausgeführt.
"Wir werden sehen. Wir werden sehen."