Kapitel 5: Reichen zwei oder zwei Geld?
"Wunderschöne Klamotten!"
Bevor Gu Jingxiu überhaupt was sagen konnte, haben Songs Augen schon gestrahlt und ihre Stimme war total quietschig.
Im nächsten Moment war der kleine Wicht in der Klamotten-Ansammlung verschwunden, spurlos, einfach weg. Vorher winzig, jetzt komplett weg.
Die Angestellten haben Gu Jingxiu total überrascht angeguckt. Song Mu war ja auch so klein, sie hatten gar nicht richtig gesehen, wie sie aussah. Als sie dann weg war, haben sie ganz automatisch Gu Jingxiu angeguckt und einfach so rausgeplappert:
"Präsident, dieses Kind..."
"Kümmert euch um eure Arbeit."
Gu Jingxiu, als Präsident von Gu, hat mit jedem Wort und jeder Handlung überzeugt. Kurz nachdem er das gesagt hatte, ist er auch in den Klamottenhaufen rein und hat ganz unbewusst nach Song Mu gesucht.
Da war nur ein Haufen komischer Klamotten am Boden.
Gu Jingxiu, "..."
Was für ein Geschmack hat die denn?
Stehen Kinder heutzutage auf so'n Knallbunt?
Mal kurz vorgestellt: Song Mus Körper ist zwar sechs, aber die Seele im Körper ist definitiv ein junges Mädel, grad mal achtzehn geworden.
Einfach nur lustig.
Gu Jingxius tiefe Augen haben sich umgeschaut. Außer einem Haufen Klamotten war keine Spur von Song Mu zu sehen.
"Wow..."
Ein Aufschrei, voller Überraschung und unerklärlicher Aufregung. Song Mu hat gar nicht gemerkt, dass Gu Jingxiu heimlich hinter ihr aufgetaucht ist, sondern hat sich die ganzen Klamotten angeguckt, die da so rumlagen.
Immer mal wieder hat sie sie mit den Fingern angefasst, und ihre Aprikosenaugen haben vor lauter Aufregung geleuchtet.
"Was machst du da?"
Gu Jingxiu hat plötzlich 1.
Song Mu hat sofort den Kopf rumgerissen, die Aufregung in ihren Augen ist in Schreck umgeschlagen, ihre kleine Hand hat heftig auf ihre Brust geklopft, und ihr Gesicht hat vor lauter Unzufriedenheit geblitzt.
"Onkel, du willst mich doch zu Tode erschrecken. Warum läufst du nicht laut?" Song Mu hat den Kopf wieder weggedreht und mit dem Blumentopf weitergespielt, so als würde sie meditieren.
"Ist das deine Mall?"
Gu Jingxiu hat einen Seufzer ausgestoßen, er wusste nicht, was es bedeuten sollte.
Unabsichtlich hat er Song Mus Anrede für sich akzeptiert.
Song Mu hat sich auf den Boden gehockt und Gu Jingxiu zugewunken, so als sollte er rüberkommen.
Aber Song Mu hat seinen Hosenbeinzug mit ihrer kleinen Hand gepackt und ihn ruckartig vor ihre Klamotten gezogen, so als würde sie was Geheimes verraten.
"Onkel, sind deine Klamotten teuer? Ich hab hier zwei Silberlinge. Wie viele kann ich davon kaufen?" Song Mu hat in ihre Tasche gegriffen und ist in der Moderne angekommen. Sie hatte nichts Wertvolles bei sich, nur ein bisschen Silber.
Gu Jingxiu hat Song Mu wie eine doofe Kuh angeguckt, und war bereit, sie einfach wegzutragen.
Wer weiß denn nicht, dass Gu's Einkaufscenter eines der besten in Kyoto ist. Unter der Woche sind es die wohlhabenden Familien Kyotos, die rein und raus gehen. Die Klamotten darin sind alle von den berühmtesten Designern aus dem Ausland, und jedes einzelne Stück ist hunderttausende Dollar wert.
Gu Jingxius große Hand hat jemandes Kragen gepackt, hat den Haufen bunter Klamotten auf dem Boden ignoriert und ist rausgegangen. Sie wollte mit ihrem Geld Klamotten kaufen?
In diesem Moment waren Song Mus Füße vom Boden weg, und sie konnte nicht anders, als zu strampeln. "Zwei Silberlinge reichen nicht?? Dann kauf ich doch nicht..."
Song Mu hat gestrampelt und ihre Hände und Füße eingesetzt, aber sie hat sich tatsächlich von den Fesseln befreit, aber Gu Jingxiu hatte ein paar kleine Fußabdrücke mehr auf seinen Hosenbeinen, was irgendwie süß aussah.
Gu Jingxiu hat die Lippen zusammengekniffen. Unter der Woche wurde MoMos Gesicht immer kälter, und die Atmosphäre um ihn herum war etwas beängstigend.
Nanbai war wieder total durcheinander. Er hatte Gu Jingxiu noch nie so unordentlich gesehen, mit einer Falte am Hosenbein und ein paar kleinen Fußabdrücken.
Man konnte auf einen Blick sehen, wer das angerichtet hat.
Zufällig wusste Song Mu es nicht.
Gu Jingxiu hat sich an die Stirn getippt, Nanbai angeguckt und ihm gesagt, er soll alle komischen Klamotten vom Boden wegräumen. Übrigens hat er ein paar normale Kinderklamotten ausgesucht.
Wenn Song Mu den ganzen Tag bunte Klamotten trägt, hat er Angst, dass er nicht anders kann, als alle Klamotten in den Müll zu werfen.