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Nach ungefähr einer Stunde von Jacksons manischem Fahren kommen wir in seiner Straße an. Ich wollte nichts mehr, als aus diesen klatschnassen Klamotten raus, das Einzige, was nicht nass war, war meine obere Hälfte, dank diesem mega geilen Mantel. Als wir in seine Straße einbiegen, sehe ich, wie Reece aus seinem Auto steigt, mit 'ner Tasche in der Hand.
"Was machen wir jetzt?" frage Ich Jackson, mehr als nur ein bisschen panisch. Wenn wir einfach so über die Einfahrt fahren, komplett mit Matsch bedeckt und durchnässt, checkt Reece sofort, dass wir nicht einfach nur irgendwo 'ne Abendrunde gedreht haben.
Jackson bremst abrupt und legt den Rückwärtsgang ein. Ehe ich mich versah, fuhren wir ganz schnell rückwärts die Straße runter. Ich meine, wenn uns diese Nacht eins gezeigt hat, dann dass Jackson ein krasser Fahrer ist! Am Ende angekommen, reißt er das Auto zur Seite und rast in die andere Richtung.
"Ich park das Auto hinten, ich muss mir 'ne Ausrede einfallen lassen." Er sagt das, als die Rückseite seines Hauses bald ins Blickfeld kommt. Je länger wir Reece vor der Haustür warten lassen, desto misstrauischer wird er! "Du musst zuerst reinrennen und ihn hinhängen." Sagt er mir, als er voll auf die Bremse tritt. Ich gucke ihn geschockt an, dass ich diejenige sein soll, die ihn hinhält!
Ich tu, was man mir sagt, und flitze aus dem Auto und durch die Hintertür, die, zu meiner Überraschung, Jackson unverschlossen lässt! Ich wollte gerade zur Tür rennen, aber dann erinnere ich mich, dass ich immer noch den Mantel anhabe und meine Haare tropfnass sind. Ich flitze in die Küche, werfe den Mantel und meine Schuhe ab und mache meine Haare zu einem total zerzausten Dutt. Die Tür klopft noch heftiger, was mir verrät, dass Reece langsam ungeduldig wird!
Ich verstecke den Mantel, falls Reece in die Küche kommt, bevor ich total außer Atem zur Haustür renne. Ich atme tief durch, bevor ich die Tür öffne, wo Reece mich ein bisschen geschockt ansieht.
"Ally, geht's dir gut?" fragt er und guckt mich mit Misstrauen an. Ich meine, wie ich da stand und wie außer Atem ich war, das schreit nicht gerade danach, dass ich einfach nur auf dem Sofa gesessen habe!
"Ja, alles gut, ich war gerade unter der Dusche, als ich die Tür gehört habe. Jackson regelt hinten was, also hat er die Tür wahrscheinlich nicht gehört." Ich lächle und lehne mich leicht an den Türrahmen, damit ich heimlich Luft holen kann. Ich muss echt mehr Sport machen, wenn dieser Sprint mich schon fertiggemacht hat!
"Nun, ich bin nur hier, um dir ein paar Sachen zu bringen. Deine Mutter hat Klamotten, Toilettenartikel und was du sonst so brauchst eingepackt." Er gibt mir die ziemlich schwere Tasche, aber wenigstens habe ich alles, was ich brauche, um erstmal hierzubleiben. "Ich muss aber auch reinkommen, um mit Jackson zu reden." Sagt er und macht einen Schritt näher zur Tür. Mein Körper versperrte immer noch den Weg, damit er nicht reinkommen konnte.
"Oh, sorry, ich hätte dich reinlassen sollen." Ich lächle und versuche, so zu tun, als würde ich nichts verheimlichen. Ich trete zur Seite, damit er reinkommen kann, bevor ich die Haustür hinter ihm schließe.
Gerade rechtzeitig kommt Jackson in den Raum, von wo ich denke, dass es das Esszimmer ist. Er hat seine Klamotten gewechselt, also hatte er nicht mehr die matschigen Klamotten an, aber um seine nassen Haare zu bedecken, trug er 'ne Mütze. Ich gucke ihn wegen seiner Wahl komisch an, das ist das erste Mal, dass ich ihn mit Hut sehe.
"Da bist du ja, ich muss dich nicht dran erinnern, dass die Person, die du beschützt, die Tür zu beantworten, wahrscheinlich nicht die sicherste Option ist." Sagt Reece und kritisiert, wie Jackson seinen Job macht, sobald er ihn sieht. Kann er dem Typen nicht mal eine Sekunde Ruhe lassen?!
"Ich geh jetzt erstmal hoch, um mich umzuziehen, viel Spaß beim Diskutieren, was auch immer ihr besprecht." Sage ich und verstehe, dass ich so tun muss, als wüsste ich nicht, worum es geht, auch wenn's nicht um Ally geht, ich weiß, dass Jackson es mir erzählen wird, sobald er die Chance hat.
"Jackson könnte 'ne Weile weg sein, wenn du runterkommst, aber keine Sorge, ich bin hier." Reece lächelt, was mir nicht so gefallen hat, nicht nur, weil Jackson und Ich uns angefreundet haben und ich mich wohler bei ihm fühle, sondern weil Reece einfach so im Haus rumlaufen kann, könnte er alles mitbekommen, was wir so treiben.
Ich schicke ihm ein gezwungenes Lächeln, bevor ich mich umdrehe und die Treppe hochgehe. Wie soll ich Reece von all dem fernhalten! Als ich in meinem neuen Zimmer ankomme, öffne ich meine Tasche, um zu sehen, was meine Mutter eingepackt hat. Mein neuer Laptop und alle meine Ladegeräte lagen oben drauf. Darunter waren meine Klamotten und meine Make-up-Tasche, zumindest weiß sie, was sie für mich einpacken soll.
Ich ziehe bequeme Leggings und einen lockeren Baumwollpullover an und fange an, mich umzuziehen. Jackson hat mir einen eigenen Wäschekorb dagelassen, damit sich unsere Klamotten nicht vermischen. Als ich fertig bin, verlasse ich mein Zimmer und gehe die Treppe wieder runter und erwarte, Reece zu sehen. Aber zu meiner Überraschung sitzt Jackson auf dem Sofa und wartet auf mich.
"Ich dachte, du musst irgendwohin und Reece wartet auf mich?" frage ich, als ich die Treppe runtergehe, während er aufsteht und lächelt.
"Das wollten die, aber ich habe ihm gesagt, dass ich es vorziehen würde, wenn du mit zur Basis kommst, damit ich weiß, dass es dir gut geht." Er lächelt, was mir sagte, dass ich wahrscheinlich meine Schuhe bereithalten musste. Ich nicke und gehe zu meinen Schuhen und ziehe sie an. "Ich sehe, wie du dich um Reece verhältst, und ich gebe dir keine Schuld, ich will nicht, dass du dich unwohl fühlst, während ich ein paar Stunden weg bin." Sagt er und reicht mir einen seiner trockenen Mäntel. Das ist eine Sache, die meine Mutter nicht für mich eingepackt hat, ich schätze, sie denkt, wir bleiben den ganzen Tag im Haus.
"Haben sie dir gesagt, dass sie Allison gefunden haben?" frage ich und ziehe den Mantel an. Seien wir ehrlich, sie haben sie nicht gefunden, aber unsere Ermittlungseffekte schon.
"Jo, ich musste überrascht spielen." Er lächelt, geht zur Tür und öffnet sie für mich. Ich schicke ihm ein Lächeln, sah aber verwirrt aus, als sein Auto da stand. "Während du dich fertig gemacht hast, habe ich das Auto umgestellt, das dringend mal wieder sauber gemacht werden muss, guck mal mein Baby an." Sagt er mit piepsiger Stimme und reibt sein Auto. Ich verdrehe nur die Augen und gehe zur Beifahrertür und steige ein.
Wir kommen bald an der Basis an; das ist das erste Mal, dass ich nachts hier bin. Es sah so anders aus, normalerweise sind Autos und Leute überall, es sah verlassen aus. Ich folge Jackson in das Gebäude und in den Hauptbereich, wo ich meine Mutter und Reece sehe, wie sie mit Alison reden.
"Zeit, wieder überrascht zu spielen." flüstert Jackson und guckt runter zu mir, bevor sie sich alle zu uns umdrehen, wo Jackson lächelt und zu seiner Schwester rennt, die ihn in den Arm nimmt.
Ich gehe ein bisschen zur Seite, weil ich mich nicht einmischen möchte, ich meine, ich habe gesehen, wie wir sie das erste Mal gefunden haben. Ich frage mich, ob mein Papa und Ich uns auch so verhalten werden, wenn wir ihn finden, na ja, wenn wir ihn überhaupt finden.
Ich schaue zum Boden und denke an ihn, aber erinnere mich auch daran, wie Jackson mir sagte, ich solle stark sein und die Hoffnung nicht aufgeben, vielleicht sprach er aus Erfahrung.
Ich blicke vom Boden weg, wo ich meine Mutter sehe, wie sie mich ansieht. Wir sehen uns ein paar Sekunden in die Augen, bevor sie anfängt, auf mich zuzugehen.
"Ich wette, du bist ein bisschen verwirrt." Sagt sie und steht neben mir, ich wende mich von ihr ab und gucke zum Fenster, um all die Sterne am Himmel zu sehen.
"Ich weiß es schon, vielleicht kann ich das mit Papa machen, wenn du ihn endlich findest." Sage ich und bin nicht wirklich in Redelaune, ich meine, ich hatte den stressigsten Tag von ihr, ich musste durch ein Feld laufen und den Job machen, für den sie bezahlt wird.
"Ich frage mich, ob du diese Reaktion hättest, wenn ich es wäre, die vermisst wird." Sagt sie und versucht, mir ein schlechtes Gefühl zu geben, inzwischen schauten uns alle an.
"Seien wir ehrlich, du fehlst ja schon die meiste Zeit meines Lebens, oder?" frage ich sie endlich und gucke sie an, wo sie nichts zu sagen hatte.
Ich dachte, wir verstehen uns für 'ne Sekunde, offensichtlich nicht.