Kapitel 14: Killer
Frost ist der Erste, der sich setzt. Der Raum ist voll mit uns allen, 14 an der Zahl. Wir haben vor 2 Tagen den Lockdown gestartet, aber ich bin heute zurück. Ich habe nach Sienna gesucht, aber es scheint, als wollte sie nicht gefunden werden. Und River wollte das Meeting hinter sich bringen. Er würde per Stream dabei sein, da er beschlossen hat, seinen Lockdown von zu Hause aus zu machen. Zero und Beggar haben das Gleiche beschlossen.
Ihre Orte wurden überwacht, also falls etwas verdächtig aussah und wir uns zu ihnen verziehen mussten, konnten wir das tun.
Zero richtet den Projektor ein und der Bildschirm teilt sich, mit Zero und Beggar auf der einen Seite und River auf der anderen.
"Wie ihr alle wisst, sind wir jetzt im Lockdown, was aber nicht bedeutet, dass wir die Wachsamkeit schleifen lassen und uns einfach verstecken sollen. Wir haben die Verhandlungen mit den Kettensägen wieder aufgenommen. Der Präsident glaubt Nataschas Geschichte nicht, also wäre unser nächster Schritt, herauszufinden, wer den Typen getötet hat, und die Person zu übergeben", sagt River.
"Hat Natascha auf dem Weg nach Liston irgendwas zu dir gesagt?" fragt mich Snakes.
"Nein", sage ich ihm ehrlich. Fakt ist, ich habe kaum ein Wort mit ihr gewechselt auf dem Weg. Ich war keine tolle Gesellschaft. Mein Kopf war total wegen Sienna kaputt, und die Abfuhr, die sie mir gegeben hat.
Ich wusste, dass sie etwas für mich empfand, ich musste nur einen Weg finden, sie dazu zu bringen, es zuzugeben.
"Okay, Storm wird mit euch über Schichten und den Rest des Kram reden. Ich muss ein paar Sachen an die Nationalen übergeben. HAT noch jemand was hinzuzufügen?" fragt River, und ich sehe, dass er müde ist.
Frost steht auf, sie steht mitten im Raum und trägt einen blauen Overall, "Ich beanspruche Storms Arsch", sagt sie.
Und ich atme tief durch, damit ich sie hier nicht an ihren Ohren rausziehe. Alle anderen fangen einfach an zu lachen und zu reden.
River sieht aus, als würde er seine eigenen Worte zurückhalten.
"So funktioniert das nicht", sagt Storm, und ich trete tiefer in den Schatten.
"Bist du sexistisch?" After steht auf und schnippt mit ihrem Messer.
"Nein", sagt Storm und betrachtet Afters Messer.
"Was ist dann das Problem? Wir können doch Member sein, warum zum Fick können wir niemanden beanspruchen?" After stellt sich vor Frost und ich sehe, wie die Männer anfangen zu zappeln.
Storm lacht und guckt weise mich nicht an.
"Okay, ich nehm's", sagt sie.
Ich sage nichts und höre zu, wie die anderen über Aufgaben und anderen Blödsinn reden. Ich gebe meiner Schwester eine Minute, bevor ich ihr folge und hinter ihr bleibe, als sie zu Storms Zimmer geht. Er rennt ihr hinterher, ignoriert mich, was eine gute Entscheidung ist.
"Was machst du?" fragt sie, total besorgt. Ich bleibe an der Treppe stehen und beobachte sie beide.
"Ich ziehe ein."
"Das ist mein Zimmer", sagt er, als ob sie das nicht wüsste.
Frost legt ihre Hand auf seine Brust, und es ist lustig, wie sich seine Augen weiten.
"Schatz, entweder du schläfst hier gleich neben mir oder du kannst runtergehen, da gibt's 'n Sofa mit deinem Namen drauf und blaue Eier."
Sie starren sich an und schließlich lächelt Storm. schüttelt den Kopf.
Er küsst ihren Kopf, "Ich hab dich vermisst. Hab mich schon gefragt, wann du das Warte-Spiel beendest." Ich beschließe, sie vorerst in Ruhe zu lassen, weil sich mein Bauch anfühlt, als wolle er sich an ihnen beiden entleeren. Ich verpasse nicht den heimlichen Blick, den Frost mir zuwirft. Meine Schwester spielte ein gefährliches Spiel, ich hoffe, sie war bereit für das Fick-Fest, um das sie bat.
"Killer, können wir kurz reden?" fragt Snakes von meiner Zimmertür. Ich pausiere mein Game und lege die Fernbedienung aufs Bett. Meine Hände gehen hinter meinen Rücken, während ich meine Augenbraue hochziehe.
"River will ein Update zu Siennas Situation. Hast du was abbekommen?"
"Noch nicht, sie hat mich jedes Mal abgewiesen. Texas hat vorgeschlagen, ihr zu geben, was sie will, ich versuche es, aber sie weigert sich, es zu nehmen."
Snake rollt mit den Augen und schließt meine Tür. Snake und ich sind zusammen aufgewachsen, wie ich gehörten wir nie nach Liston Hills, aber während ich keine Emotionen hatte, sog er alles in sich auf. Was ihn gefährlicher machte, weil Emotionen die Leute in Monster und kranke Wichser verwandelten. Der Club hielt ihn am Boden, aber ich wollte den Tag nicht sehen, an dem er ausrastet.
"Na und? Hast du beschlossen, ein bisschen Killer-Charme spielen zu lassen und gedacht, sie würde dir wie Knete in die Hände fallen? Was ist als nächstes, fragst du sie, ob sie dich heiraten will?"
Ich zucke mit den Schultern, es ist mir durch den Kopf gegangen. Ich brauchte sowieso eine Frau und Sienna kam mit einem Kind, also musste ich mir keine Sorgen machen, mein eigenes zu haben.
"Heirate sie, besorg dir den Scheiß, den wir wollen, und bring sie um. Klingt nach 'nem soliden Plan."
Die Tür öffnet sich und Sienna kommt rein, während Snakes zurücktritt. Sie sieht mich an, als hasse sie mich.
"Du hast mich benutzt?" fragt sie, und ich bewege keinen Muskel. Snakes steht da und weiß nicht, ob er gehen soll oder nicht.
"Du hast doch nicht wirklich geglaubt, dass ich dich wollte, oder? Ich hab dir doch gesagt, du bist wie Krebs. Du verseuchst alles, was du anfasst." Das ist ein Tiefschlag, aber ich will sie verletzen, und zum ersten Mal weiß ich nicht warum.
Ihre Augen füllen sich mit Tränen, aber sie steht da und starrt mich an, "Was hast du dir von Killer erhofft, hä?" Sie sagt meinen Namen, als wäre er bitter in ihrem Mund.
Ich stehe langsam von meinem Bett auf und verpasse nicht, wie Frost und Storm an der Tür stehen.
"Ich will die Akte, das hab ich dir doch gesagt." Ich bin ehrlich, das ist es, was ich immer von ihr wollte, und ich schäme mich nicht für meine Handlungen.
Sie schüttelt den Kopf und starrt mich mit diesen hellgrünen Augen an, die mich schon jahrelang wach halten.
"Dann such sie, denn ich hab dir doch gesagt, es gibt KEINE verdammte Akte, okay?" schreit sie und ihre Brust hebt und senkt sich schnell.
Ich gehe näher zu ihr und Storm, Frost und Mercy kommen ins Zimmer. Ich neige meinen Kopf zur Seite und starre die Frau an, die ein Schatten des Mädchens ist, das ich einst kannte.
"Dann sollte ich dich vielleicht einfach jetzt umbringen." Mein Verstand rastet aus und mein Körper verwandelt sich in den Killer, zu dem ich geboren wurde, als ich sie am Hals packe. Der Raum explodiert um mich herum, aber das ist nicht das, was mich stoppt, sondern ihre verdammten Augen.
Diese Augen starren mich an, und ich kann nicht anders, als meinen Mund auf ihren zu senken.
Unsere Lippen verschließen sich und alle anderen sind unwichtig. Sienna stößt mich weg und ich stehe da, als sie mir eine Ohrfeige gibt und rausgeht.
Niemand hält sie auf.
Frost und Mercy gehen, um ihr zu folgen, und Snakes und Storm kommen näher zu mir. Ich sehe die leere Türöffnung an.
"Was zum Fick ist gerade passiert?" fragt Storm, und ich kann keine Antwort formulieren, denn die Wahrheit ist, ich weiß es selbst nicht.
"Killer ist verliiiiebt", sagt Snakes, und ich mache mir nicht die Mühe, das zu leugnen.
"Ja, und vom Klang her hat er das richtig verkackt."
Storm hat da vollkommen recht.
Ich wusste, dass ich neulich am See etwas fühlte, und ich wusste es auch vor 10 Jahren. Da war sie zu jung, also ließ ich sie gehen und lernte, damit umzugehen, indem ich mich auf alles andere konzentrierte.
Lucca zu jagen, hat dabei sehr geholfen, aber sie suchte meine verdammten Träume heim, und dann, aus dem Nichts, tauchte sie auf.
Als sie auftauchte, dachte ich über jeden Grund nach, warum sie sterben musste, und überzeugte mich selbst, dass sie Ärger macht. Aber der einzige Grund, warum Sienna Bray Ärger macht, ist, dass sie mich auf eine Art und Weise aufregt, die nicht in meiner DNA liegt.