Kapitel 53 Friedliches Leben
In dem Moment kam Lu Fei total abgehetzt angerannt und hat die Krankenschwester gefragt, wo das hier ist. Als er Lu Xiaolu gesehen hat, hat er erst mal tief durchgeatmet, seinen Sohn hochgenommen und ganz locker gesagt: 'Lu Lu, Papa ist da, alles gut. Alles gut.'
Er hat ihn angestarrt, sein Kopf war voller Schweiß, und die Augen waren rot. Ye Anran war voll peinlich berührt und hat sich entschuldigt: 'Tut mir leid, alles meine Schuld, du kannst mich anschreien.'
Lu Fei hat sanft gelächelt: 'Kinder fallen halt mal hin. Lu Lu ist doch auch schon bei uns hingefallen, ganz zu schweigen von dir, die sich noch nie um Kinder gekümmert hat. Ich sollte mich eigentlich bedanken, dass du meinen Kleinen rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht hast.'
Ich weiß nicht, ob's an der Ehe liegt, aber Lu Fei und Deng Yis Lächeln sind sich total ähnlich, sanft und warm.
Gerade hat die Krankenschwester gemurmelt: 'Ah, das Kind gehört ja gar nicht zu Ihnen. Ich dachte, Sie wären seine Eltern.'
Die Stimme war nicht laut, aber alle konnten es hören. Alle haben Ye Anran angeguckt. Manche haben Ye Anran sogar erkannt. Wer Ye Anran erkennt, erkennt natürlich auch Huo Changze, und schon prasselten die Fragen los.
'Ye Anran! Ihr zwei seid ja doch ein Paar.'
'Hab ich nicht gehört, dass ihr euch scheiden lassen wollt? Jetzt sieht die Beziehung aber gar nicht so schlecht aus.'
'Ich dachte schon, ihr habt heimlich ein Baby bekommen.'
Die beiden haben sich angeguckt und David gleichzeitig rausgeschoben. Sie sind abgehauen und haben nicht vergessen, Lu Fei mitzunehmen.
David hat überrascht und hilflos geguckt. Er hat die Ärzte und Krankenschwestern, die hinterher wollten, mit einem finsteren Blick aufgehalten: 'Sorry, sorry.'
Sie wussten nicht, wo David sein Auto geparkt hat, und haben am Krankenhaustor gewartet, bis David mit den Ärzten und Krankenschwestern fertig war, um dann loszufahren.
Lu Fei hat gemerkt, dass Lu Xiaolu Ye Anrans Klamotten anhatte. Wenn man reingeguckt hat, waren die Klamotten von Lu Xiaolu total zerknittert. Auf den ersten Blick sahen sie nicht danach aus, als wären sie von den Großeltern getragen worden. Er war etwas überrascht und hat Ye Anran gefragt: 'Ich wollte mal fragen, hast du Lu Lu die Klamotten angezogen?'
'Ja, warum?'
Als Lu Fei das gehört hat, hat er sich noch mehr gefreut: 'Keiner darf ihm auf dem Weg zu nahe kommen. Dass du ihm so nahe kommen kannst, zeigt, dass er dich sehr mag. Seine Großeltern werden sich total freuen.'
Hätte ich nicht gedacht.
Ye Anran hat Lu Xiaolu geärgert: 'Lu Lu, du magst uns, warum redest du dann nicht mit deiner Tante?'
Lu Xiaolu hat Lu Fei schüchtern fester gehalten. Wenn er nicht antwortet, ist es eine Zustimmung. Ye Anran hat sich nicht gewehrt und sein speckiges Gesicht gekniffen. Sie hat zugegeben, dass sie den kleinen Milchbubi lieber mag.
Die Szene ist ein bisschen warmherzig. Huo Changze, der den ganzen Tag Eisberg-Gesicht macht, hat gelacht, aber dann hat er sich an eine Sache erinnert.
'Lu Fei, hast du deinen Kleinen schon mal untersuchen lassen, körperlich und psychisch?'
Als Ye Anran die Frage gehört hat, wurde sie ernst.
'Körperlich untersucht, kein Problem, psychisch? Was für psychische Probleme soll so ein kleines Kind denn haben?'
'Da wir heute schon im Krankenhaus sind, ist es besser, auch mal untersuchen zu lassen. Ich lasse seinen Körper und seine Psyche nochmal checken. Falls es Probleme gibt, sollen die so schnell wie möglich gelöst werden, ansonsten ist alles bestens.'
Ye Anran wollte Lu Fei nicht sofort direkt sagen, dass Lu Xiaolu eventuell Autismus hat. Wie sie gesagt hat, war sie ja heute im Krankenhaus, also würde sie es sowieso erfahren, wenn sie zur Untersuchung geht.
Lu Fei hat zugestimmt, den Kindern zuliebe.
Das ist ein großes Kinderkrankenhaus, und es gibt auch eine Abteilung für psychische Erkrankungen. Lu Fei hat einen Antrag für Lu Xiaolu ausgefüllt. Heute sind nicht viele Leute da, er kommt also bald dran. Solange die direkten Familienangehörigen der Kinder dabei sind, warten Ye Anran und Huo Changze in einem Café gegenüber vom Krankenhaustor.
Der Himmel war schon ganz dunkel. Die beiden saßen in der Ecke, von wo aus sie das Krankenhaus sehen konnten. Der Kellner hat die Speisekarte gebracht. Ye Anran hat sich die gar nicht angeguckt, sondern direkt Latte und Americano bestellt. Huo Changze hat ja einmal vor ihr Americano getrunken, daran hat sie sich jetzt erinnert.
Es scheint, als wären die beiden zum ersten Mal so ruhig zusammen. Manche Leute sind okay. Aber sobald sie nur zu zweit sind, haben sie wirklich nichts zu sagen.
Zum Glück hat David einen Job, um mit Huo Changze zu reden. Ye Anran schreibt auch Deng Yi eine Nachricht. Deng Yi traut sich nicht, Lu Fei zu kontaktieren, und kann über ihren Sohn nur über Ye Anran Bescheid wissen.
Morgen früh gibt's Dreharbeiten. Eigentlich sollte sie jetzt ins Bett gehen, aber da sie den Zustand ihres Sohnes noch nicht kennt, wie soll sie da schlafen, und sie hat Angst, Wolfgangs Vater zu kontaktieren, also wartet sie die ganze Zeit auf Ye Anrans Antwort.
Als Ye Anran schreibt, dass es ihrem Sohn gut geht, muss Deng Yi sich endlich keine Sorgen mehr machen. Ye Anran hat ihr auch gesagt, dass Lu Xiaolu eventuell Autismus hat, und jetzt wird er im Krankenhaus untersucht. Eigentlich macht sich Deng Yi keine Sorgen mehr, nachdem sie das gehört hat. Wenn er eine psychische Erkrankung hat, soll man die frühzeitig finden und frühzeitig behandeln. Ye Anran und ihr Mann sind beide tolle Leute, und sie ist sehr erleichtert, ihren Sohn ihnen anzuvertrauen.
Vielleicht sind Schauspieler, die beiden chatten wie im Morsecode, es gibt überhaupt keine wichtigen Informationen, nur die beiden können es verstehen, also muss man sich keine Sorgen machen, dass andere die Chatprotokolle finden.
Deng Yi will ins Bett gehen. Huo Changze und David quatschen fröhlich miteinander. Ye Anran ist gelangweilt, spielt mit ihrem Handy und bestellt einen kleinen Kuchen. Draußen sind schon die Lichter an, sie hört Musik und trinkt Kaffee. Plötzlich hat sie das Gefühl, dass diese Art von Leben ganz gut ist.
Die Person, die sie liebt, sitzt ihr gegenüber. Sie kann Kaffee trinken und die Landschaft beobachten. Sie hat immer noch das Gefühl, sie träumt. Ich weiß nicht, ob es in Zukunft so eine Gelegenheit gibt, also soll sie sie schätzen.
Als sie aber eingeschlafen ist, hat Huo Changze hochgeguckt und gesehen, dass sie auf dem Tisch lag, da war glitzernder und durchscheinender... Sabber.
Ich weiß nicht warum, aber Huo Changze hat es überhaupt nicht eklig gefunden. Er hat David ein 'Psst'-Zeichen gegeben und Davids Klamotten ausgezogen und Ye Anran sanft zugedeckt.
David ist tausendmal durch sein Herz gegangen.
Wenn die beiden ihre Liebe zeigen wollen, sollen sie es zeigen. Warum wollen sie ihn als Single-Dog umbringen?
Um Ye Anran einen ruhigen Schlaf zu ermöglichen, hat Huo Changze den ganzen Laden abgepackt, sie gebeten, das Licht auszuschalten, ihre Arbeit erstmal beiseite zu legen, und David sollte nicht im Laden bleiben, weil er müde ist und schlafen muss. David musste am Krankenhaustor warten und darauf warten, dass Lu Fei und sein Sohn rauskamen.
Die scharfe Frauenstimme in Huo Changzes Kopf schien ein bisschen zu flüstern. Huo Changze hat sich gesagt, dass er sich heute noch mal gehen lassen würde, dann würde er sich doch noch von Ye Anran scheiden lassen.
Heute ins Krankenhaus zu kommen, um auf Huo Changze zu warten, ist definitiv Davids falscheste Entscheidung. Wenn er das gewusst hätte, hätte er es vielleicht nach der Arbeit nach Hause gebracht. Ist das Bett zu Hause nicht warm oder der Computer nicht lustig? Er wird unter dieser Ungerechtigkeit leiden.
Er musste auch jedem Mitarbeiter des Cafés sagen, dass sie keine Fotos machen durften. Die beiden durften nicht in den Nachrichten auftauchen. Die Mitarbeiter des Cafés waren immer noch brav und haben stumm Hundefutter gefressen, was David nicht belastet hat.
Das Café ist 24 Stunden am Tag geöffnet. Sie sind sich nicht sicher, wann Huo Changze es packen wird. Wenn sie gehen, muss das Café jedenfalls geöffnet sein, also können sie nur hier warten, oder mit ihren Handys spielen, oder schlafen, und gezwungen werden, Hundefutter zu fressen.