Kapitel 19 drei Fuß graben
Jian Wenyus Worte haben Willi mega peinlich berührt. Als er sah, dass Gina kaum noch reden konnte, hat er seine Zweifel zurückgehalten und nicht weiter nachgefragt. Er hat nur ein paar aufmunternde Worte gesagt und ist dann unter einem Vorwand aus dem Zimmer abgehauen.
"Mama, ich hab die ganze Zeit das Gefühl, dass irgendwas mit Willi nicht stimmt. Er scheint mich zu verdächtigen."
Jenny war ein bisschen nervös, weil Willi sie vorher immer ohne zu zögern geglaubt hat und nie solche Fragen gestellt hat.
Jetzt, wo er gefragt hat, hat es nur gezeigt, dass er ihr nicht mehr so vertraut wie früher. Wenn erst mal Zweifel gesät sind, können die sich überall ausbreiten.
"Denk ich auch. Der ist bestimmt nur weich geworden, weil seine Kinder weg sind. Na ja, diese Schlampe, genau wie ihre Mutter, ist es ja gewohnt, die Leute zu verwirren. Es ist schon drei Jahre her. Ich glaub, Willies Herz hängt immer noch an ihr!"
Das schien Gina an ihrer wunden Stelle zu treffen. Sie schnappte: "Nein, das stimmt nicht! Willi, die Person, die er jetzt liebt, bin ich. Red keinen Quatsch!"
"Okay, reg dich nicht auf, was du sagst, ist Gesetz." Jian Wenyu hat ihren Kiemenmund verkniffen und war sich nicht so sicher. "Du musst Willi in den nächsten Tagen dazu bringen, die Formalitäten zu erledigen, sonst weiß die Schlampe nicht, was für Dämonen sie noch heraufbeschwört..."
Nachdem Willi Ginas Zimmer verlassen hatte, ging er zurück zu Jennys Zimmer. Er stand vor der Tür und drückte die Klinke runter. Die Tür war verschlossen und ging nicht auf. Er ließ die Hand hängen und sein Herz sank.
Er hatte sich noch nie so danach gesehnt, Jenny zu sehen. Er wollte wissen, was mit ihr passiert war. In dem Moment, als er hörte, dass das Kind nicht gerettet werden konnte, empfand er einen unsagbaren Schmerz und Leid in seinem Herzen. Es war sein Kind mit Jenny, aber er hatte es mit seinen eigenen Händen getötet!
Er wusste, dass Jenny hundertmal und tausendmal mehr leiden musste als er, und er wusste auch, dass Jenny ihn zu Tode hassen musste!
Er wollte sich bei Jenny entschuldigen, obwohl eine Entschuldigung nichts retten konnte, wollte er es trotzdem sagen. Er wollte lieber von Jenny angeschrien, geschlagen oder sogar mit einem Messer erstochen werden, als so isoliert zu sein.
Als er draußen vor der Tür stand, hatte er plötzlich das Gefühl, aus ihrer Welt verbannt worden zu sein.
Er geriet ein wenig in Panik und wollte jemanden suchen, um die Tür zu öffnen, aber sein Fuß machte nur einen Schritt und stoppte dann wieder. Aus Angst, seine Unbedachtheit würde Jenny wütend machen, hielt er einen Moment inne, drehte sich um und setzte sich auf die Bank im Korridor vor der Tür.
Willi blieb einen ganzen Tag und eine Nacht lang vor dem Zimmer. Er hat weder gegessen noch getrunken. Wenn er müde war, saß er auf der Bank und machte ein Nickerchen.
Am nächsten Tag war sein Gefühl komisch. Seit er vor der Tür saß, hatte er Song Yi nicht mehr gesehen.
Je mehr er darüber nachdachte, desto falscher wurde es, also stand er auf und ging zur Krankenschwester, um nachzufragen.
"Okay, ich schau mal für Sie nach." Die Krankenschwester sagte und blätterte in dem Notizbuch in ihrer Hand. "Nun, Sie fragen nach der Patientin in Zimmer 12, richtig? Meine Aufzeichnungen zeigen, dass die Patientin heute aus dem Krankenhaus entlassen wurde."
"Entlassen? Unmöglich! Sie hatte doch erst gestern eine Fehlgeburt und war so schwach, wie kann sie heute entlassen werden? Außerdem habe ich seit gestern die Tür des Zimmers bewacht und überhaupt niemanden rauskommen sehen!" beeilte sich Willi.
"Tut mir leid, meine Aufzeichnungen zeigen, dass dies tatsächlich der Fall ist."
"Wer hat ihr die Entlassungsformalitäten gegeben? Ist es Song Yi?"
"Das ist richtig."
Song Yi! Er war es!
Eigentlich braucht man nicht zu fragen, Willi weiß auch, dass Jennys Abreise mit Song Yi zu tun haben muss.
Wie sehr sie sich selbst gehasst hat, so eilig war es, wegzugehen, dass sie sich sogar weigerte, sich zu treffen.
Nein, du kannst sie nicht einfach gehen lassen!
Willi nahm sein Handy, wählte schnell Liangs Telefonnummer und befahl: "Spürt Jennys und Song Yis Aufenthaltsort sofort für mich auf. Egal welche Methode ihr anwendet, grabt drei Fuß tief und findet sie für mich!"