Kapitel 60 Wie kannst du es wagen, mich zu schlagen?
Aber zu der Zeit war Suzie total geschockt, als sie das Testergebnis von Monica sah: eine fette 0. Sie hatte doch ganz genau gesehen, wie Monica ihr die meisten Aufgabentypen erklärt hatte, und zwar viel simpler und klarer. Wie konnte sie dann nur eine 0 haben?
Suzie drehte sich um und guckte Monica an, die in einem Buch las. Sie fragte: „Monica, ist das wirklich dein Test, der ne 0 hat?“
Monica warf einen Blick auf ihren Computerbildschirm. Wie erwartet, war's schon im Forum verbreitet. „Ja, ist er. Was ist los?“
Suzie war nur noch verwirrter von Monicas Eingeständnis.
„Aber du kannst doch die Fragen beantworten und hast es mir sogar erklärt! Wie kannst du dann ne 0 haben?!“
„Ich hab's in dem Moment vergessen.“
Tatsächlich war Monica einfach zu faul gewesen, die ganzen Rechenschritte aufzuschreiben, also hat sie nur den Anfang hingekritzelt und dann die Antwort gegeben. Zack, hatte sie die Antworten zu allen Fragen. Nach Herrn Beatos's Maßstäben konnte es gut sein, dass er ihre unkonventionellen Gedankensprünge nicht gecheckt hat, weshalb sie die 0 kassiert hat.
Suzie guckte Monica zweifelnd an. Sie konnte ihre Ausrede vom Vergessen nicht glauben. Sie hatte sie sogar daran erinnert, als sie während der Vorführung mal nicht weiterwusste, aber sie hat nur gelangweilt auf die Seiten gestarrt, die sie gerade gelesen hat.
Monica, die so ein krasses Gedächtnis hatte, sollte vergessen haben, wie man antwortet?
Suzie wollte noch was fragen, aber Kinna fiel ihr plötzlich ins Wort: „Suzie, halt die Klappe.“
Suzie hatte immer Schiss vor Kinna und dachte, sie hätte sie wohl gestört. Also hielt sie die Klappe, obwohl sie's echt nicht wollte.
Monica warf Kinna einen Blick zu. Anscheinend hatte Kinna gecheckt, dass sie das Thema nicht weiterführen wollte, und deshalb Suzie gestoppt.
Interessant.
Monica guckte Kinnam's Rücken spielerisch an. Irgendwie fühlte sich Kinna unwohl bei dem Blick, also drehte sie sich schnell zu Monica um, um dann wieder zurückzublicken und weiter zu lernen.
Monica hob die Augenbrauen, ohne was zu sagen.
Es gab laute Geräusche an der Tür. Suzie klopfte sich auf den Oberschenkel und sagte laut: „Ach, ich hab ganz vergessen, euch zu sagen, dass die 12er die Wohnheiminspektion machen! Lasst uns schnell aufräumen!“
Sofort merkte sie, dass sie zu laut war, und verdeckte ihren Mund mit der Hand.
Die Tür wurde gewaltsam aufgestoßen, als sie das sagte: „Inspektion! Alle raus hier!“
Suzie erschrak. Monica war cool und ging mit Kinna hinter sich raus.
Als sie rauskamen, standen da ein paar Mädels mit bösen Blicken.
An der Spitze stand ein pummeliges Mädchen mit kräftigen Gliedmaßen. Monicas zartes Gesicht konnte die Explosion von Wut und Eifersucht in ihren Augen auslösen.
„Ihr wart zu langsam, was eure negative Einstellung widerspiegelt. 10 Punkte Abzug!“
Die Inspektionspunkte machten 10 % des Jahresergebnisses aus, und das Wohnheim mit der höchsten Punktzahl wurde mit zusätzlichen Punkten belohnt, also nahmen alle Wohnheime das Ganze ernst. Als andere hörten, wie das fette Mädchen anfing, die Punkte von Monicas Wohnheim abzuziehen, reckten sie alle ihre Hälse, um sich am Leid zu weiden, und hielten sich die Hände vor den Mund.
Monica wurde sauer, als sie sah, dass grundlos 10 Punkte abgezogen wurden.
Das fette Mädchen schien was gegen ihr Wohnheim zu haben.
Am Ende kam Suzie mit Entschuldigungen: „Tut mir leid. Ich war im Bett und war nicht schnell genug. Das passiert nächstes Mal nicht mehr. Könnten Sie bitte keine 10 Punkte abziehen?“
Die Gesamtpunktzahl für jedes Wohnheim betrug nur 100 Punkte. Eine Punktzahl über 90 war ein Muss, um das beste Wohnheim zu sein. 10 Punkte Abzug bedeuteten, dass sie keine Chance mehr hatten, sich zu qualifizieren.
Suzie guckte das fette Mädchen an und bettelte.
Aber das fette Mädchen grinste sie an: „Nächstes Mal, immer nächstes Mal. Woher soll ich wissen, wie es nächstes Mal aussieht? Diese 10 Punkte werden definitiv abgezogen!“
Sie trug in der Form -10 ein, während sie laut sprach.
Danach ging sie mit den anderen Mädchen dahinter in ihr Wohnheim. Sie nahmen ihre persönlichen Sachen und warfen sie hier und da herum. Jede Schrankwand und Schublade wurde im Namen von verbotenen Sachen inspiziert. Schließlich fanden sie einen Stift aus einer Sonderausgabe in der Ecke von Kinnas Schreibtisch, und das fette Mädchen behauptete: „Das ist verboten! 20 Punkte Abzug!“
Kinna trat vor, um es zu erklären: „Das ist nur ein Stift, der im Wohnheim erlaubt ist. Er ist überhaupt nicht verboten!“
Aber das fette Mädchen schubste sie weg und grinste: „Wenn ich sage, es ist verboten, dann ist es verboten. Wenn du weiter quatschst, ziehe ich 30 Punkte ab!“
Kinna schwieg, die Augen auf ihr fettes, boshaftes Gesicht gerichtet.
Das fette Mädchen stritt sich und drehte sich um, um sich umzusehen, beschwerte sich, der Boden sei schmutzig, 10 Punkte weniger; das Fensterbrett sei nicht sauber, 20 Punkte weg. Nach einer Weile bückte sie sich, als ob sie etwas sähe, und winkte den anderen Mädchen, sie zu überprüfen: „Schaut mal, ein Ameisenhaufen, oder?“
Die anderen verstanden sofort und nickten zustimmend.
Das fette Mädchen drehte sich zu Monica und ihren Mitbewohnerinnen um, mit einem Blick auf ihr Gesicht: „Ihr habt ne widerliche Hygiene. Ihr habt sogar einen Ameisenhaufen in eurem Wohnheim! 40 Punkte Abzug!“
Sie notierte schnell eine Null in dem Formular.
Mission erledigt. Als das fette Mädchen mit den anderen beiden gerade den Raum verlassen wollte, sah sie ein deutsches Buch auf Monicas Schreibtisch liegen. Sie spottete: „Eine Schülerin, die nur 0 im Test kriegt, wie kann sie dann ein Fremdsprachenbuch haben? Beschlagnahmt!“
Sofort guckte Suzie Monica besorgt an. Sie wusste, wie teuer Monica die Bücher waren. Anscheinend suchte das fette Mädchen selbst nach Ärger.
Monica stand kalt an der Tür, die Arme vor der Brust verschränkt. Es schien, als hätte sie nicht die Absicht, sie aufzuhalten, sondern nur eine Geste des „wie du willst“ zu zeigen.
Das fette Mädchen wurde arroganter, als sie sah, dass Monica zurückwich. Sie nahm die anderen Bücher auf Monicas Schreibtisch bequem und wollte dann rausgehen.
Sie hatte gehört, dass Monica hart drauf war, also kam sie heute, um ihr eine Lektion zu erteilen!
Aber unerwartet lief es zu glatt. Offensichtlich war Monica nur ne Lusche. Diese Schüler der unteren Klassen waren wirklich für nix zu gebrauchen. Sie konnten nicht mal so ein kleines Mädchen fertigmachen!
Als sie daran dachte, konnte sie nicht anders, als Monica verächtlich anzusehen.
Das fette Mädchen wollte mit erhobenem Kopf aus dem Schlafsaal gehen. Suzie traute sich nicht, was zu sagen, mit geballten Fäusten, und Kinna biss sich fest auf die Unterlippe. Sie bekamen grundlos ne 0, was einfach zu viel war.
Genauso in diesem Moment holte Monica vor der Tür aus und kickte das fette Mädchen mit ihrem schlanken und geraden Bein aus der Tür.
Bevor die Fette merkte, was passierte, wurde sie gegen die Wand gegenüber der Wand gekickt. Ihr Fett zitterte von dem Treffer, und die Bücher und die Form in ihren Händen fielen zu Boden.
Monica bückte sich, um die Bücher aufzuheben, aber achtete nicht auf die Form mit einer fetten 0.
Das fette Mädchen verzog das Gesicht vor Schmerz: „Was machst du da, Monica! Wie kannst du es wagen, mich zu treten?“