KAPITEL 49
'Was ist los?' fragte er, trat näher an mich heran und umarmte mich kurz.
Ich wich von ihm zurück, als Evans Worte durch meinen Kopf hallten.
'Ich will nicht, dass du mit ihm befreundet bist!'
Aber warum sollte ich überhaupt auf Evan hören, wenn er so beschäftigt mit Jessica in der Ecke war und letzte Nacht noch beschäftigter mit ihr?
'Vielleicht hat er sich deshalb nicht mal die Mühe gemacht, mich anzurufen!'
'Mir geht's gut', antwortete ich und schnappte mir noch ein Glas Champagner von einem vorbeigehenden Kellner. Nachdem ich es in einem Zug runtergestürzt hatte, ging ich aufs Klo. Ich musste mich zusammenreißen.
Evans POV
'Willst du mich testen, Jessica?' fragte ich, als ich ihre Hände zum x-ten Mal von mir wegdrückte. Sie wollte unbedingt den Leuten hier den Eindruck vermitteln, dass sie und ich noch ein Ding waren.
'Evan, meinst du es ernst mit ihr?' fragte sie und bezog sich dabei auf Jasmine.
'Ja, tue ich.'
'Stört es dich also nicht, dass sie sich immer noch mit ihrem Ex-Freund vergnügt? Irgendwer hat sie sogar zusammen im Jems Cafe gesehen.'
'Jessica, ich habe dir doch gesagt, dass du dich aus unseren Angelegenheiten heraushalten sollst! Sie ist nicht wie du!'
Ich drängte mich an ihr vorbei und scannte den Raum nach meiner Freundin. Ich hatte eine SMS von meinem Fahrer bekommen, der sie abholen sollte, dass sie schon weg war, als er da war. Und das war vor etwa einer halben Stunde. Sie müsste jeden Moment hier sein.
'Na, wenn das nicht der Mann der Stunde ist', sagte eine sarkastische Stimme hinter mir. Ich drehte mich auf meinen Absätzen in meinen Lederschuhen um und stand Bradley direkt gegenüber.
'Was machst du hier? Du warst nicht eingeladen!' schrie ich halb.
'Oh, ich bin nur hier mit meinem Date.'
'Und wer mag diese unglückliche Frau sein?'
'Ha! Es ist Jasmine. Die, die du versuchst zu erobern, aber kläglich scheiterst.'
Mein Blut kochte.
'Geh ihr aus dem Weg, Bradley.'
'Wirst du mich aufhalten, Bro?! Es ist so lustig, wie du versuchst, genau in die erbärmlichen Fußstapfen deines Vaters zu treten. Du gibst alles, um eine andere schwarze Frau zu heiraten, weil dein Vater deine Billig-Bezahl-Mutter geheiratet hat!'
Der Schlag, den er bekam, schickte ihn über einen Tisch, und er schlug auf den Boden. Blut quoll aus seinen Lippen, und meine Hand schmerzte.
Der ganze Raum wurde still, sogar die Musik von der Live-Band-Performance kam zum Stillstand.
'Was zur Hölle!' hörte ich eine Frauenstimme sagen, als sie zu Bradleys Seite kam. Sie kniete sich zu ihm und zog ihn hoch.
Als sie sich umdrehte und mich ansah, sah ich, dass es Jasmine war. Ihre Augen blitzten mich an.
'Erzähl mir nicht, dass du dich für diesen Clown einsetzen willst', sagte ich zu ihr und musterte ihren Gesichtsausdruck.
'Warum gehst du nicht zurück zu deiner zukünftigen Frau und amüsierst dich noch ein bisschen mehr mit ihr, so wie du es letzte Nacht getan hast!' platzte sie heraus.
'Jasmine, wovon redest du überhaupt?' fragte ich, aber sie ging zu Bradley und schützte ihn mit ihren Armen. Sie machten langsame Schritte von mir weg.
'Jasmine, du gehst nicht mit ihm! Wenn du noch einen Schritt mit diesem... machst!'
'Was willst du tun?' sagte sie und ging auf mich zu, als würde sie mich zu einem Kampf herausfordern.
'Wirst du uns beenden? Nur zu! Soweit es mich betrifft, haben wir noch nicht einmal angefangen!
Und wirst du mich feuern? Mach dir nicht mal die Mühe, denn ich KÜNDIGE!'
Sie drehte sich um und ging mit Bradley in ihren Armen weg.
Jasmine's POV
'Jasmine. JASMINE!' hörte ich die Stimme meiner Mutter mich rufen. Die Decken wurden von mir weggerissen, und ich spürte die Kälte des Zimmers.
'Uuugghh!' knurrte ich wie ein Tiger.
'Jasmine. Steh auf, Baby. Du musst zur Arbeit gehen. Es ist Montag, und es ist schon 7:30 Uhr.'
'Ich gehe heute nicht zur Arbeit, Mama', sagte ich, setzte mich auf und rieb mir die Augen vom Schlaf, der noch in ihnen steckte.
'Warum? Hast du einen weiteren Tag frei?'
Ich hatte meiner Mutter noch nicht von dem dummen Scheiß erzählt, den ich auf der Gala gemacht hatte, noch meiner Schwester.
'Mama, ich habe meinen Job gekündigt', sagte ich und ging direkt zur Sache. Sie würde es früher oder später herausfinden, da ich jetzt eine Person von Interesse für die Presse war.
'Du hast WAS getan?' Das letzte Wort klang wie eine Glocke in meinem Kopf. Ich schützte mich mit einem meiner Bettkissen.
'Ich habe meinen Job gekündigt.'
'Und warum zur Hölle solltest du so etwas verdammt Dummes tun?'
Sie war sauer.
'Hölle' und 'Verdammt' waren ihre Art, jemanden zu beschimpfen.
'Mama, ich bin wirklich nicht in Stimmung für diese Diskussion. Es ist zu früh.'
'Es ist mir scheißegal, wie spät es ist. Du sagst mir jetzt sofort, was in dich gefahren ist, dass du so etwas Dummes tust!'
'Mama!'
'Nenn mich nicht 'Mama'!'
'Er ging mir auf die Nerven, und er hat mich die ganze Zeit angelogen.'
'Wer?'
'Mein Chef.'
'Ich verstehe nicht.'