KAPITEL 75
Ich fuhr mir mit den Fingern durch die Haare und beruhigte mich, um sie nicht anzuschreien.
'Aria ist keine Goldgräberin.'
'Jasmine auch nicht. Sie will ja nicht mal was von Evan haben.'
'Oh, sie tut nur so, damit alle denken, sie wäre so eine Heilige.'
'Alter, halt die Fresse.'
'Du hältst die Fresse, EJ.'
'Ihr zwei solltet beide die Fresse halten, bevor ich mit dem Tisch über euch komme. Ihr zwei gebt mir Kopfschmerzen', sagte ich schließlich, als ich es einfach nicht mehr aushalten konnte. Ich hatte davon zu Hause mit den beiden Frauen genug und brauchte diesen Mist nicht zwischen meinen Jungs.
'Sorry, Mann.'
'Sorry, Bro.'
'Danke. Können wir jetzt bitte das Thema wechseln?', fragte ich.
'Ich habe Jessica gesehen. Sie datet jetzt den Football-Quarterback von den Jets', sagte Zack.
'Ich bin begeistert. Endlich hat sie weitergemacht', sagte ich.
'Ja. Nur Jasmine scheint nicht weiterzukommen', sagte er.
'Alter!', tadelte EJ ihn. 'Sie ist im fünften Monat schwanger!'
'Mit einem Kind, das Evan vielleicht gar nicht gezeugt hat.'
Na, super!
'Zack! Bitte, halt einfach die verdammte Fresse', schrie ich ihn an. Er klang genau wie Aria.
'Haha', neckte EJ ihn.
'Du auch, EJ!', schnauzte ich ihn an.
'Ihr zwei geht hin und her wie Aria und Jasmine, und ich brauche das gerade nicht!', schrie ich.
'Tut uns leid', sagten sie beide gleichzeitig.
Das Gespräch verlagerte sich auf Geschäftsideen und welche Hotspots wir für einen anstehenden Urlaub besuchen sollten.
Mein Handy vibrierte in meiner Hosentasche.
'Evan Hollen', sagte ich, als ich den Anruf annahm.
'Evan, ich bin's. Ich brauche einen Eimer Schokoladeneis, aber ich habe keinen Vorrat mehr. Kannst du einen auf dem Heimweg holen?'
Jasmine hatte einen unbändigen Heißhunger auf viel Schokoladeneis.
Sollte das Baby einen Gehirnfrost bekommen?
'Jasmine, nein', sagte ich. 'Denk an das, was der Arzt dir über eine ungesunde Ernährung gesagt hat? Das Baby isst, was du isst, und du isst viel zu viel Eis.'
'Evan, bitteeeee!', bettelte sie.
'Jasmine.'
'Deine Mom sagte, das waren ihre Gelüste, als sie dich und Emily bekam, und sie hat es dir nie verwehrt. Also kannst du das bitte für das Baby tun?'
Mama war auf Jasmines Seite. Sie hatten so viel Zeit miteinander verbracht, und sie verstanden sich prima. Sie mochte keine meiner Freundinnen, außer Jasmine.
'Okay, ich hole dir ein paar Eimer auf dem Heimweg', antwortete ich ihr, bevor ich auflegte.
'Sie will Eis?', fragte Zack mit einem dummen Grinsen auf den Lippen.
'Na und, was ist daran?', mischte sich EJ ein.
'Oh mein Gott, wer ist denn das?', fragte EJ und drehte sich in Richtung einer jungen Frau, die die Straße hochkam. Ich erkannte sie fast sofort.
'Hey! Zenia!', rief ich und winkte sie herüber. Sie schien zuerst überrascht, kam aber ohne zu zögern zu unserem Tisch.
'Wie geht es dir?', fragte ich sie.
'Oh, mir geht's gut. Ich war gerade auf dem Weg, Jasmine zu sehen. Die Schule hält mich zwar auf Trab, aber heute ist Samstag, und ich habe frei', antwortete sie.
'Okay.'
'Hi, ich bin EJ', sagte mein Bruder und stellte sich vor, bevor ich die Chance dazu hatte.
'Ich bin Zenia', antwortete sie, und ein verschmitztes Lächeln erschien auf ihren Gesichtern, als sie sich über den Tisch die Hände schüttelten.
'Und das ist Zack', stellte ich ihn vor.
'Zack, das ist Zenia. Jasmines Schwester', sagte ich und warf ihm einen Blick zu, der besagte: 'Du sagst jetzt besser keinen Scheiß mehr'.
'Oh, du bist also die andere', sagte Zack zu ihr, und ich hörte den Sarkasmus in seiner Aussage.
'Was soll das denn heißen?', fragte Zenia fast schon schnappte, 'Die andere?'
'Die andere Schwester', lenkte er schnell ab.
'Ja', sagte Zenia und sah ihn peinlich berührt an.
'Wir haben gerade über Jasmine geredet. Magst du deine Schwester?', fragte Zack sie.
'Nein. Ich liebe sie', antwortete sie und stand auf.
'Es war nett, dich kennenzulernen, EJ', sagte sie und verließ unseren Tisch.
'Zack. Was zum Teufel?', fuhr ich ihn an, als Zenia ging.
'Was? Ich wollte nur ein bisschen Smalltalk machen.'
Den Rest des Nachmittags verbrachte ich in meinem Büro und ging Dokumente durch, die ich unterschreiben musste, und Vorschläge, die ich selbst bearbeiten musste.
Mein neuer persönlicher Assistent war nicht so effizient wie Jasmine, aber er lernte die Grundlagen.
Mein Handy brummte wieder in meiner Tasche.
'Evan Hollen', antwortete ich.
'Baby, ich bin's. Bist du in deinem Büro? Wir müssen reden', sprach Aria.
'Ist was?', fragte ich sie, und Sorgen machten sich breit.
'Ich bin auf dem Weg. Wir reden von Angesicht zu Angesicht.'
Ich wusste, dass es etwas Ernstes sein musste, das sie mir nicht am Telefon erzählen wollte.
Nach einer Stunde kam sie an und setzte sich in mein Büro.
'Was ist los?', fragte ich sie, während ich eine E-Mail von meinem Vater beantwortete und an einer Tasse Kaffee nippte.
'Evan, ich glaube, ich bin vielleicht schwanger.'
Meine Kaffeetasse fiel herunter und verschüttete sich über meinen Schoß.