KAPITEL 79
'Ich hab keine Angst!" Ich bin sie fast angefaucht.
"Na dann beweis es. Mach einen DNA-Test."
"Okay. Wenn du dann endlich mal die Schnauze hältst."
Ich hab in die Hände geklatscht und das Licht ging aus. Schlaf hat übernommen.
Am nächsten Morgen hab ich **Jasmine** gesagt, dass ich einen DNA-Test machen will. Klar, das hat sie aufgeregt, aber neu war das ja nicht für sie, also hab ich nicht verstanden, warum sie so einen Aufstand gemacht hat.
Auf dem Weg ins Büro sind **Aria**, **Jevan** und ich bei einem privaten DNA-Zentrum vorbeigefahren, wo der Test gemacht werden sollte. Ich musste fünf Tage auf die offiziellen Ergebnisse warten.
"Er ist mein Sohn", hab ich gesagt, als ich ihn zusammen mit **Aria** ins Auto gesetzt hab. Die beiden sind mit **Fisher** zurück zum Haus gefahren und ich bin zur Arbeit.
"Okay, **Evan**, wenn du das sagst. Und ich fang an zu glauben, dass er tatsächlich dein Sohn ist", hat sie geantwortet. Sie hat **Jevan** in den Arm genommen. "Ich würde ihm nichts antun", hat sie schnell gesagt, "Was denkst du, was ich für eine Frau bin?"
"Fahr vorsichtig, **Fisher**. Du hast mein Kind da drin", hab ich ihm zugerufen.
"Ja, Chef", hat er geantwortet und das Auto gestartet. Ich hab zugesehen, wie das Auto weggefahren ist, bevor ich in meins gestiegen bin.
*Fünf Tage später*
Mein Handy hat in meiner Tasche vibriert, als ich die Treppe runtergegangen bin, um zu meinem Auto zu gehen.
"**Evan Hollen**", hab ich geantwortet.
"Hier ist **Melani Thompson**. Ich rufe vom DNA-Zentrum an. Ihre Ergebnisse sind da, Sir."
"Danke, Miss **Thompson**. Ich bin gleich da."
Ich bin in mein Auto gestiegen und aus dem Tor gefahren. Ich war super drauf. **Aria** würde endlich mal die Klappe halten wegen dem DNA-Test.
Sogar **Zack** hat gesehen, dass **Jevan** mein Sohn ist, und er war auf **Arias** Seite.
Sie wusste, dass er mein Sohn ist, aber sie konnte es nicht akzeptieren.
"Hallo, Mr. **Hollen**", hat mich eine Frau begrüßt, und ich hab angenommen, dass sie die war, die angerufen hat.
"Hier sind die Ergebnisse", hat sie hinzugefügt und mir einen großen braunen Umschlag gegeben.
Angespannt hab ich den Umschlag geöffnet und die Papiere überflogen. Ich hatte noch nie einen DNA-Test gemacht und kannte auch niemanden, der einen hatte.
"Entschuldigen Sie, was ist das?" hab ich **Melani Thompson** gefragt und ihr eine Grafik am unteren Rand gezeigt.
"Oh, das machen wir, um die Wahrscheinlichkeiten zu berechnen."
"Achso. Und was ist das DNA-Ergebnis?"
Ich hab ihr das Papier gegeben.
"Im Fall des zwei Monate alten **Jevan Hollen** sind Sie nicht der Vater."
"WAS!!"
"Im. Fall. Des. Zwei. Monate. alten. **Jevan**. **Hollen**. Sind. Sie. Nicht. Der. Vater", hat sie langsamer wiederholt, während mein Kopf immer schneller kreiste.
"Das steht hier am Ende", hat sie hinzugefügt.
Ich hab ihr die Papiere aus der Hand gerissen und sie angesehen. Sie hatte Recht.
Ich war nicht der Vater.
Mein Sohn ist nicht mein Sohn!
Ich bin in mein Auto gestiegen, hab den Umschlag auf den Sitz gegenüber von mir geworfen, bin umgedreht und zurück zu meinem Haus gefahren.
**Jasmines** Sicht
Schlaf, Kindlein, schlaf, die Mutter tut ein Schäfchen kaufen
Für dich ein silbernes Lämmchen.
Und wenn das Lämmchen nicht brüllt,
dann kauft die Mutter dir…
"**JASMINE**!"
Ich bin fast aus der Haut gefahren, als ich ihn meinen Namen schreien gehört hab. Ich hatte **Jevan** gerade schlafen gelegt und hab so süß für ihn gesungen. Ich hab ihm auf die kleine Wange geküsst und bin los, um **Evan** zu finden.
Ein großer brauner Umschlag wurde mir zugeworfen, als ich ihn im Wohnzimmer angetroffen hab.
"Mit wem hast du sonst noch geschlafen, hä? DU LÜGNERIN, SCHLAMPE!" hat er mich angeschrien.
Ich stand da. Wie versteinert von seinem plötzlichen Verhalten und Tonfall.
"Wovon redest du?" hab ich ihn schließlich gefragt.
"Du tust jetzt auf dumm? Du stellst dich da hin und tust so, als wüsstest du nicht, worum zur Hölle es geht?!"
"**Evan**! Ich weiß nicht, wovon zur Hölle du redest!" hab ich versucht, seine Tonlage zu imitieren.
Ich bin runtergegangen und hab den Umschlag aufgehoben. Als ich die Papiere durchgelesen hab, hab ich gesehen, was ihn wütend gemacht hat, und ich war auch wütend.
"Das muss irgendein Fehler sein. Ich hab nie mit jemand anderem geschlafen!" Ich hätte fast geweint, als das DNA-Ergebnis besagte, dass **Evan** nicht der Vater unseres zwei Monate alten Sohnes war.
"Du bist gut. Du bist wirklich gut. Du hast alle verarscht! Mich eingeschlossen!" hat er geschrien, während er in die Hände geklatscht hat.
Ich hab die Ergebnisse noch ein bisschen angestarrt, in der Hoffnung, dass das ein böser Traum war, aus dem ich bald aufwachen würde.
"**Evan**..." hab ich gesagt.
"Wage es nicht, noch ein Wort zu sagen!"
"Was geht denn hier vor?" hat **Arias** Stimme gefragt. Sie stand hinter mir.
Sie ist auf mich zugekommen, hat mir die Papiere aus der Hand gerissen und sie angesehen. Ich war zu frustriert, um mich überhaupt mit ihr zu streiten, und sofort kamen Kopfschmerzen.
"Oh mein Gott! Wie konntest du ihm das antun?" hat sie gefragt und ist rübergerannt, um **Evan** zu umarmen.
"Er hat alles für dieses Kind gebracht und getan, weil du ihn glauben gemacht hast, es sei seins! Also, wenn der DNA-Test nicht bewiesen hätte, dass du die ganze Zeit gelogen hast, hättest du ihm dann überhaupt die Wahrheit gesagt?" hat sie gefragt.