Verwelkendes Licht
'…Prinzessin Hebe, was macht dieses Elixier?'
Der/die/das Sprecher*in hatte eine unübertroffene, bezaubernde Stimme, wie eine Gelbkehlchen aus dem Tal oder das Geräusch einer klaren Quelle. Gepaart mit ihrer einzigartigen Intonation war es unwiderstehlich verführerisch.
Ein wunderschönes Mädel, gekleidet in ein hauchzartes Kleid, näherte sich anmutig Hebe. Ihre Schönheit war wirklich atemberaubend! Unter ihrem Haar, das wie aus Goldfragmenten gesponnen schien, war ihr zartes Gesicht nicht größer als eine Handfläche. Ihre langen Wimpern ähnelten Schmetterlingsflügeln, und ihre fesselnden blauen Augen strahlten eine beispiellose Eleganz und Stolz aus.
In prächtiger Aufmachung trug sie einen goldenen Gürtel um ihre schlanke Taille, und unter ihrer anmutigen Figur befand sich ein schlangenartiger Schwanz, der Jade ähnelte. Anstatt furchterregend zu wirken, verströmte er einen seltsamen Sinn für Schönheit.
Sie war eine schlangen-geschwänzte Zauberin, ihre Schönheit wie eine Manifestation von Brillanz, die unendlichen Charme und Verführung ausstrahlte, fähig, jedes männliche Wesen, das sie ansah, in den Wahnsinn zu treiben.
'Ha! Prinz Apollo, deine Verkleidung ist absolut makellos. Ich glaube, Pithon wird bald von deinem Charme gefangen sein', sagte Hebe und unterdrückte ihr Lachen lobend.
Tatsächlich war diese atemberaubende Zauberin niemand anderes als Apollo, der das verfluchte Elixier konsumiert und den goldenen Gürtel der Göttin der Liebe angezogen hatte.
'…' Apollo verdrehte die Augen und sammelte schweigend seine Fassung. Er erinnerte sich selbst daran, dass alles für seine Zukunft war! Sobald er Pithon eliminierte, würde er der neue Meister des Delphi-Tempels werden, der Kontroller des Orakels, und sein Status auf dem Olymp würde noch weiter aufsteigen!
Warte mal, Apollo!
'Vielen Dank für dein Kompliment; ich bin bereit, diese Ehre dir zu überlassen, Eure Hoheit', sagte die 'schlangenförmige Zauberin' Apollo mit einem Lächeln, obwohl ihre Stimme einen Hauch von zusammengebissenen Zähnen enthielt.
'Der Wein, der vom Füllhorn produziert wird, kann Pithon berauschen, aber er kann ihm keinen wesentlichen Schaden zufügen. Daher müssen wir ein bisschen etwas hinzufügen.'
Als Hebe sah, dass Apollo kurz vor der Explosion stand, beschloss sie, ihn nicht mehr zu ärgern.
'Oh?' Apollo betrachtete das Elixier vor sich und empfand nichts Besonderes dabei.
'Bitte warten Sie einen Moment, Eure Hoheit.'
Hebe holte den göttlichen Wein hervor, der vom Füllhorn produziert wurde, und tropfte einen Tropfen in den Kessel. Als der Wein auf das leuchtend rosafarbene Elixier traf, strahlte er eine Welle von rosa ätherischem Licht aus, verwandelte sich allmählich in eine transparente und makellose Flüssigkeit und setzte ein fesselndes Aroma von Wein frei.
Hebe streckte ihre Hand aus, ihre Handfläche schimmerte mit brillantem silbernen Licht, und leitete die reinigende Kraft in vollem Umfang ein, indem sie sie in das Elixier einfügte, das als exquisiter Nektar getarnt war.
'Prinz Apollo.'
Apollo verstand das Stichwort, und das reinste göttliche Licht drang ebenfalls in das Elixier ein, wodurch seine Aura spurlos verschwand.
Sobald Pithon diesen 'edlen Wein' trank, würde das aufsteigende reinigende und göttliche Licht in ihm explodieren, seine inneren Organe beschädigen und seine Kraft schwächen…
Im Inneren des Delphi-Tempels lag die einst hoch aufragende und majestätische Struktur jetzt in Trümmern. Inmitten der zerbrochenen Mauern schlängelte sich die furchterregende Schlange Pithon im Zentrum des Tempels und verdauute das köstliche 'Essen', das er kürzlich konsumiert hatte. Er atmete tief ein, und mit jedem Ein- und Ausatmen stieß er einen endlosen Strom dunkler Energie aus, der diesen einst von den Göttern gesegneten Tempel unaufhörlich korrodierte und zerstörte.
Plötzlich regte Pithon, der geschlafen hatte, seine Augenlider. Er schnalzte mit der Zunge, und ein wunderbares Aroma von Wein erfüllte die Luft. Pithon öffnete die Augen, seine vertikalen Pupillen blitzten vor Begierde und Gier.
Der riesige Python war vollständig erwacht, seine gespaltene Zunge zischte, während er seinen massiven Körper in Richtung der Quelle des verführerischen Weingeruchs wand.
Als Pithon aus dem Delphi-Tempel herausschlich, erblickte er endlich den Schuldigen, der seinen Schlaf gestört hatte – eine schlangengeschwänzte Zauberin. Der goldene Gürtel der Göttin der Liebe besaß unübertroffene magische Kraft, die es allen Wesen ermöglichte, ihre schönsten Fantasien zu sehen, und sie so in die Verdorbenheit zu locken.
Pithons riesige Schlangenaugen glänzten vor unzüchtiger Begierde; diese schlangenhaarige Zauberin war zweifellos nach seinem Geschmack und weckte in ihm den Impuls, sich sofort zu paaren.
'…Großer und furchterregender Abgrund-Schlange Pithon, ich bewundere deine hoch aufragende Figur und deine immense Stärke. Ich habe gehört, dass du mit deiner großen Macht den Tempel der Mutter Erde erobert hast, daher habe ich speziell zwei Fässer edlen Wein mitgebracht, um deinen großartigen Sieg zu feiern', sagte Apollo und unterdrückte den Drang, dieses schmutzige, verdorbene Wesen zu zerreißen.
Die Schmeicheleien der schönen Schlange erfreuten Pithon zweifellos, der stolz mit dem Schwanz schnalzte, sein dreieckiges Schlangengesicht drückte einen menschenähnlichen Ausdruck der Verachtung und des Triumphs aus.
'Hisss~'
Apollo bot ihm eilig den Wein an, und Pithon wickelte seine Zunge um das Fass und streifte lässig den jadegleichen Arm der Zauberin. Seine Schlangenaugen glänzten vor unzüchtiger Absicht, die Bedeutung war unverkennbar.
'…' Die schöne Schlange bedeckte ihr atemberaubendes Gesicht mit ihrer Hand und wirkte unglaublich schüchtern.
Ihre langen Wimpern verbargen die Bosheit in ihrem Blick, und mörderische Absicht wallte in ihr auf. Dieses verdammte Wesen! Diese widerliche Göttin des Lebens!
Pithon nickte zufrieden und trank den edlen Wein, der von der Zauberin angeboten wurde.
Das reiche Aroma des Weins erfüllte seinen Mund; der göttliche Nektar, der vom Füllhorn produziert wurde, war eine Delikatesse, die den Göttern auf dem Olymp vorbehalten war. Der exquisite Geschmack ließ Pithon genüsslich blinzeln.
Plötzlich!
Der Ausdruck der Freude in Pithons Gesicht gefror. Er fühlte sich, als würde ein Feuer in seinem Bauch brennen, zwei Kräfte, die seiner Abgrundmagie völlig entgegengesetzt waren und in ihm wüteten.
'Hisss!!'
Die intensiven Schmerzen veranlassten Pithon, mit dem Schwanz heftig zu zucken, auf den Boden zu schlagen und Erschütterungen auszulösen, die unzählige Schluchten hinterließen.
Die göttlichen Kräfte des Lichts und der Reinigung zerstörten die weichen Innereien unter Pithons harten Schuppen, und die extreme Qual trieb ihn weiter in den Wahnsinn. Selbst in seiner Benommenheit erkannte er, dass das Weinfass verunreinigt war.
Pithon drehte seinen Schlangenkopf, seine karminroten vertikalen Pupillen suchten nach dem frechen Wicht, der es gewagt hatte, ihm den Wein anzubieten. Er wollte sie mit Gift füllen und sie in Qual und Schande sterben lassen!
Nach gründlicher Suche fand er jedoch keine Spur der schönen Schlange, die den Wein präsentiert hatte.
'Suchst du mich?' ertönte eine männliche Stimme voller feuriger Energie über Pithon.
Pithon mühte sich, den Kopf zu heben, und erblickte den atemberaubenden goldhaarigen Gott, der in der Luft stand, seine gleichgültigen blauen Augen wie ein ruhiger Brunnen. Er hielt einen strahlenden goldenen Bogen, der bis zum vollen Mond gespannt war, bereit, zu schießen.
Tausende von Lichtpfeilen regneten wie ein strahlender Schauer auf Pithon nieder.
Der endlose Sperrfeuer von Pfeilen traf auf Pithons unglaublich harte Rüstung und erzeugte einen klingenden Ton.
'Hisss!'
Überrascht wurde Pithon im linken Auge von einem Lichtpfeil getroffen, der von Apollos goldenem Bogen abgeschossen wurde. Die göttliche Kraft explodierte in Pithons Auge, purpur-schwarzes Blut quoll heraus und tropfte auf den Boden, korrodierte ihn zu tiefen Gruben, die einen üblen Gestank verströmten.
'Hisss! Verdammte olympische Götter, ich werde euch heute dafür bezahlen lassen!' Die Schmerzen in seinem Auge und seinem Inneren trieben Pithon in einen völligen Wahnsinn. Diese Kreatur sprach menschliche Worte, voller endloser Brutalität und eines Durstes nach Blut.
Der purpur-schwarze Schlangenschwanz der Abgrundschlange schlängelte sich über den Boden und erzeugte ein Rascheln, als grenzenlose Abgrundmagie aus seinem Körper ausbrach. Er wurde größer und größer, zermalmte den Tempel und fegte den Fluss der Götter beiseite, wobei er einen riesigen Schatten warf. Pithon blickte auf Apollo hinunter, der in seinen Augen so unbedeutend erschien wie eine Fliege.
'Das ist schlecht! Er benutzt Abgrundmagie, um die reinigenden und göttlichen Lichtkräfte in sich aufzunehmen. Wir müssen das schnell erledigen und ihm keine Chance zur Erholung geben!'
Hebe, die den Stab des Lebens schwang, erschien, ihr Ausdruck war ernst, als sie zu der hoch aufragenden Schlange aufblickte.
'Lass uns ihn jetzt erledigen! Wenn die göttliche Kraft nachlässt und er seinen Höchstzustand wiedererlangt, haben wir beide keine Chance gegen ihn!'
Apollo nickte und hielt sich nicht länger zurück. Strahlende Lichtflügel entfalteten sich von seinem Rücken, als er in den Himmel aufstieg. Mit einem langen Finger zeigte er in den Himmel und beschwor die Gunst der Gesetze des Lichts herbei. In diesem Moment schien die Sonne am Himmel noch heller zu scheinen.
Er lieh sich Kraft von der Sonne, ein Vorrecht, das ihm als Sohn des Lichts von Natur aus zustand. Apollos Kraft stieg leicht an, was auf einen Durchbruch aus der Spitze eines Gotes erster Ordnung hindeutete, aber dieser geringfügige Unterschied fühlte sich wie ein unüberwindbarer Abgrund an.
Apollo zog seinen goldenen Bogen noch einmal. Als Gott, der im Bogenschießen geschickt war, waren Bogen und Pfeil schon immer sein mächtigstes Mittel zum Angriff gewesen.
Die Kraft des Lichts versammelte sich an seinen Fingerspitzen und verwandelte sich in Lichtpfeile, die mit endloser Helligkeit und Hitze durchzogen waren und auf Pithon schossen.
'Hisss!'
Pithon stieß einen Brüll aus, als sich Abgrundmagie vor ihm sammelte und einen Schild bildete, der mit dunklem Licht flackerte und Apollos göttliche Lichtpfeile blockierte.
'Abgrundmagie, verdorrtes Licht!'
Ein Strahl dunklen Lichts schoss aus Pithons rechtem Auge und trug eine Aura endlosen Todes und Zerstörung in sich. Wo immer er vorbeiging, verdorrten Berge und Flüsse, und alle Vegetation ging zugrunde.
Die Geschwindigkeit der Magie, die von einem gottgleichen Tier entfesselt wurde, war unglaublich schnell. Apollo schlug mit den Flügeln und versuchte sein Bestes, auszuweichen, aber seine rechte Hand, die den goldenen Bogen hielt, wurde immer noch von dem Angriff an seiner Schulter gestreift. Die Wunde schwärzte sich schnell, die Macht des Fluchs breitete sich rasch aus. Apollo drückte seine Hand gegen die Wunde und nutzte seine göttliche Lichtkraft, um der eindringenden Abgrundmagie zu widerstehen.