Kapitel 21 Ich kann alleine gehen
Jonathan guckte zur Seite, man konnte sein Gesicht nicht sehen. Dann sagte er kalt: "Nein."
Der Donner draußen war so laut, dass Yolanda stolperte. Tränen schossen über ihre Wangen, sie schluchzte, dann fragte sie noch mal: "Nicht mal ein einziges Mal?"
"Leo, bring sie weg."
Jonathan hatte nicht mal die Geduld, ihr zu antworten. Er wollte unbedingt, dass sie ging, wie wenn man einen Bettler wegschickt oder so was, was man nicht mehr haben will.
Seine Ungeduld war ihm wohl anzusehen, zwischen den Augenbrauen.
"Fräulein Morgan..."
"Hör auf!" Yolandas Augen wurden rot, aber sie weinte nicht, hob tapfer den Kopf und ließ ihre letzte Selbstachtung zurück, indem sie sagte: "Ich kann alleine gehen!"
Dann drehte sie sich um und ging aus dem Haus, in dem sie fünf Jahre gelebt hatte.
Die Dinge, von denen sie dachte, sie gehörten ihr, wurden plötzlich zu einem Traum.
Es regnete draußen stark. Yolanda trat aus der Villa und wurde sofort nass, wie ein Geist. In dieser kalten und dunklen Nacht fegte der kalte Wind gnadenlos durch, aber sie spürte nichts.
Sie konnte die Kälte nicht spüren, vielleicht war sie zu kalt, um irgendetwas zu spüren.
Sie blickte nicht zurück, zwang sich, weiterzugehen, obwohl sie schreckliche Bauchschmerzen hatte, obwohl sie nicht klar sehen konnte...
Am Tor der Villa beobachtete Jonathan still, wie die Frau ging. Er wusste, wie sanft und wie schwach sie die ganze Zeit gewesen war.
Aber keine Emotion war auf seinem Gesicht zu sehen. Er war gleichgültig und herzlos wie ein Monster ohne Gefühle.
Leo traute sich nicht zu sprechen, aber er tat es doch vorsichtig: "Präsident Field, soll ich Fräulein Morgan zum Flughafen bringen..."
"Lass sie." Jonathan sagte es kalt und ging dann zurück ins Wohnzimmer.
Im Schlafzimmer im zweiten Stock hatte Jonathan eine Stunde lang den Regen draußen angestarrt. Im Dunkeln schien niemand zu wissen, was er dachte.