KAPITEL 25
Sie fing an, in ihr Essen reinzuhauen und merkte, dass sie den Namen des Typen, mit dem sie zusammen war, nicht kannte.
"Ähm, wie heißt du?", fragte sie ihn.
"Ich bin Daren Walkers", antwortete er.
"Ach, jetzt weiß ich Bescheid. Deine Familie ist eine der größten in der Hauptstadt. Was machst du hier?"
"Ich bin hier, um dich zu finden", sagte er.
"Was willst du?"
"Ich erzähl's dir, wenn wir mit dem Mittagessen fertig sind", sagte er.
Das war ihr total egal. Sie aß ihr Essen, weil sie nach all dem Reisen ein bisschen hungrig war. Als sie mit dem Essen fertig waren, nahm er sie aus dem Restaurant und die beiden gingen spazieren.
"Mich interessiert eine Sache. Wie genau hast du mich gefunden?", fragte sie.
Daren holte ein Poster raus, das er gezeichnet hatte, und zeigte es ihr. Sie nahm das Poster und war geschockt. Es war ein geteiltes Bild von ihr. Sie erkannte auf einen Blick, dass sie es war.
"Du bist ein echt krasser Künstler", lobte sie ihn.
"Danke."
"Jetzt weiß ich, wie Mann mich gefunden hat", gestand sie.
"Also, dienst du wirklich der Heiligen?"
"Ich frag' jetzt mal nicht, woher du das weißt, aber ja. Warum fragst du?"
"Ich wollte sie schon immer mal sehen. Ich hab' gehört, sie ist wunderschön, stimmt das?"
"Sie ist die schönste Frau, die ich je gesehen habe", antwortete sie.
"Kann ich sie sehen?"
"Sie ist nicht jemand, den Mann einfach so sehen kann, weil Mann sie sehen will. Wenn du sie sehen willst, solltest du Geschenke mitbringen. Hast du Geschenke?"
"Das krieg ich hin. Wie wär's, wenn ich morgen komme und sie besuche? Ich bereite alles vor und komme, um sie richtig zu sehen?"
"Ich komme dich holen, aber denk ja nicht, irgendwas Blödes zu machen. Du kennst ihren Ruf, oder?"
"Ich wär' ja blöd, wenn ich ihn nicht kennen würde", sagte er zu ihr.
"Gut. Ich hab' jetzt genug mit dir geredet. Ich muss zurück zu meinen Pflichten", sagte sie und blieb stehen.
Daren schaute sie eine Weile an und sie spürte, wie ihr Herz ganz laut pochte. Sie schaute einfach weg und Daren lächelte sie an.
"Ich halte mich an meinen Teil der Abmachung, du kannst dir deine Haarnadel wiedernehmen", sagte er und gab sie ihr. Nora nahm die Haarnadel und atmete erleichtert auf.
"Danke, ich geh' dann mal", sagte sie, aber er hielt sie auf.
"Ich wohne in dem Gasthaus, komm und hol mich morgen früh", sagte er und zeigte auf ihr Gasthaus.
"Mach ich. Ich verabschiede mich", sagte sie und ging weg.
Ihre Kutsche kam und sie stieg ein. Sie lächelte, als sie die Stadt verließ, sie ging raus und traf ihn. Was für ein Zufall. Vielleicht war ihr Glück ja doch auf dem Weg.
****
Valery saß im Hauptsaal und überprüfte die offiziellen Dokumente, die der Linke Wächter ihr in der Nacht zuvor gegeben hatte. Die meiste Arbeit wurde von ihren Wächtern erledigt, sie musste nur dafür sorgen, dass der Palast sicher bleibt und niemand ihn verrät.
Als sie die Denkschriften durchging, kam Nora herein und sah so ernst aus, und sie fragte sich, wer dieses süße Kind verärgert hatte.
"Heil euch, Herrin!" begrüßte sie sie förmlich, und das machte es noch schlimmer.
"Bist du krank? Warum bist du so ernst?", fragte sie sie.
"Es tut mir leid, dass ich dich gestern nicht über etwas informiert habe", entschuldigte sich Nora.
"Was ist passiert? Gibt es einen Eindringling auf dem Berg, oder was?", fragte sie sie.
"Nein, ich habe jemanden hierher eingeladen, ohne deine Erlaubnis", gestand Nora, und sie lächelte sie an.
"Wer ist es?"
"Es ist Daren Walkers", antwortete Nora und Valery lächelte dabei.
"Wenn er hier ist, dann lass ihn rein", sagte Valery.
"Danke", sagte Nora und verließ den Saal, um den Gast zu holen.
Sie beobachtete, wie die beiden hereinkamen, und sie wusste, dass sie Recht hatte. Es waren ein paar Jahre vergangen, und doch hatte sich sein Gesicht nie verändert. Sie konnte sehen, dass zwischen den beiden etwas war, und sie brauchten nur einen kleinen Schubs.
"Heil euch, Heilige!" begrüßte Daren sie.
"Entspannt euch", sagte sie und schaute Nora an, "Bring unserem Gast etwas zu trinken und gib ihm einen Platz."
Nora gab Daren einen schönen Sitzplatz und sie ließ sie allein.
"Es tut mir leid, dass ich euch damit belästige, und bitte verzeiht Nora, dass sie es euch nicht gesagt hat", sagte er.
"Dann muss du eine gute Erklärung haben, sonst muss ich sie direkt vor deinen Augen bestrafen", drohte Valery und sah, wie das Gesicht des jungen Mannes zuckte.
"Ich bitte euch, bitte zeigt Gnade. Sie dient euch ja schon seit Jahren", flehte er in ihrem Namen.
"Auf meinem Berg und in meinem Palast bestimme ich die Regeln, und jeder, der sie bricht, muss schwer bestraft werden. Ein Außenseiter wird nicht vorschreiben, was zu tun ist, besonders wenn er in meinem Saal sitzt", sagte sie ihm mit einem ihrer ernsten Gesichter.
In diesem Moment kam Nora mit den anderen Mägden mit Tabletts voller Snacks herein. Nora brachte ihr Tablett zu ihrem Tisch, während die anderen Mägde Darens Tisch deckten. Nora goss den Zitrustee in ihren Becher und reichte ihn ihr. Valery nahm den Becher und nahm einen Schluck, bevor sie ihn abstellte.