Kapitel 19
Nancy legte ihren Roman weg, nachdem sie die letzte Seite zugeschlagen hatte. Sie entspannte sich auf ihrem Sofa und stieß einen riesigen Seufzer aus. Sie dachte an all die vergangenen Ereignisse, die passiert waren. Sam war tot, Cheryl war immer noch im Knast, Der Bürgermeister war tot. Es war alles zu viel für sie, um darüber nachzudenken. So sehr sie den Bürgermeister auch nicht leiden konnte, er hatte diese Art von Tod nicht verdient. Sie hoffte, dass Julian so bald wie möglich zurückkehren würde, damit sie diese Bedrohung ein für alle Mal beseitigen konnten. Sie fand es auch seltsam, dass sie selbst eine so große Rolle in all dem spielte. Je mehr sie darüber nachdachte, desto mehr wurde ihr klar, dass sie ein riesiger Faktor war. Sie war diejenige, die das Treffen zwischen Julian und Loretta organisiert hatte. Und im Moment war sie dieselbe Person, die den einzigen Weg entdeckte, Letztere zu zerstören.
"Vielleicht ist es Teil des Schicksals." Sie seufzte, ein albernes Grinsen erschien auf ihrem Gesicht. "Die Dame hilft ihrer wahren Liebe, ihrem Ritter, den Drachen zu besiegen. Oder in diesem Fall die Schlange. Normalerweise rettet der weiße Ritter die Prinzessin vor dem Drachen. Ach du meine Güte, ich bringe alles durcheinander."
Sie kicherte, als sie aufstand und sich streckte.
"Ich muss meine Sucht nach Märchen, Fantasy und Liebesromanen zügeln." Flüsterte sie sich selbst zu.
Sie ging ins Badezimmer und drehte den Wasserhahn am Waschbecken auf. Als sie sich etwas Wasser ins Gesicht spritzte, wurde sie plötzlich durch ein Geräusch hinter sich erschrocken. Sie wischte sich schnell das Gesicht ab und schaute sich um.
"Hallo?" rief sie.
Es kam keine Antwort.
"Wahrscheinlich eine Maus." murmelte sie mit einem Achselzucken.
Als sie sich umdrehte, schnappte sie nach Luft, als sie sah, was sie sah. Auf dem Spiegel über dem Waschbecken stand ein Wort in dunkelrotem Blut geschrieben:
'VERRÄTER'
Nancy schrie vor Angst auf und sprang zurück. Ihre Lippen zitterten. Bald waren Stimmen zu hören. Sie kamen in lauten Echos heraus. Bevor Nancy reagieren konnte, begannen die blutigen Buchstaben auf dem Spiegel zu verblassen. Ihre Augen weiteten sich, als die Buchstaben vollständig vom Spiegel verschwanden und an ihrer Stelle, wo ihre Reflexion hätte sein sollen, die dunkle, verbrannte Gestalt stand. Seine leeren weißen Augen leuchteten vor Wut, während ein Grinsen auf seinem verkohlten Gesicht lag. Bevor Nancy um Hilfe schreien konnte, streckte es eine Hand durch den Spiegel und packte sie am Hals. Rauch erfüllte kurzzeitig das Badezimmer. Als er sich verzog, war die Gestalt verschwunden.
Und Nancy auch.
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