Kapitel 121: Er kam!
Man muss sagen, dass Benjamin echt am Boden war, aber selbst schuld, ey.
Wenn er damals, als Martina Benjamin abgöttisch geliebt hat, mehr Gas gegeben hätte, wären die vielleicht schon verheiratet und happy gewesen. So hätte es echt nicht kommen müssen.
Jetzt sind all die Versuche, Martina näherzukommen, einfach nur das, was er verdient hat, oder?
Wenn die beiden von Anfang an Bock gehabt hätten, wäre das nie passiert.
Simon hat Benjamins Ansagen genickt und heimlich die Adresse von dem Rooftop-Restaurant gecheckt.
In dem Stadtteil gab's nur ein Rooftop-Restaurant, also easy.
Eigentlich hatte Benjamin später noch ein Meeting mit 'nem Business-Partner, aber jetzt hatte er wohl keinen Bock drauf.
Aber selbst wenn er das Meeting abgesagt hat, wären die nicht sauer geworden, weil die sich nicht getraut hätten. Höchstens hätten die's mit ihrem eigenen Boss neu verabredet.
...
Im Rooftop-Restaurant.
Nachdem Martina die Message abgeschickt hatte, kam nix von Benjamin, als wär's einfach weggezaubert. Genau wie früher, als sie sich noch so viel Mühe gegeben hat, aber trotzdem nicht an ihn rangekommen ist. Es gab sogar mega viele Hindernisse, die 'ne einfache Connection unmöglich gemacht haben.
Martina dachte, sie hat sich dran gewöhnt und kann damit leben, Benjamin zu verlassen. Aber in dem Moment hat sie langsam gecheckt, dass sie tief im Inneren immer noch 'nen kleinen Funken Hoffnung hatte.
Was, wenn – wie Elena vorgeschlagen hat – Benjamin auch Gefühle für sie hat? Selbst wenn's nur minimal ist!
Also hat Martina Elenas Vorschlag befolgt und ein bisschen was ausprobiert.
Genau wie Elena gesagt hat, wenn 'n Typ 'ne Frau wirklich liebt, dann kriegt er 'nen Rappel, wenn er seine Angebetete mit 'nem anderen Typen sieht. Dann macht er Sachen, die keiner versteht.
Elena hat gemerkt, dass Martina abgelenkt war, und hat ihre Hand genommen. „Alles gut, Martina. Egal was passiert, ich bin bei dir.“
Martina hat gezwungen gelächelt und heimlich mit dem Kopf geschüttelt. Egal was passiert, sie würde so tun, als hätte sie solche Gedanken nie gehabt.
Alejandro hat auch diese kleinen Veränderungen gemerkt, ein Gefühl, das keiner richtig deuten konnte, hat kurz in seinen Augen aufgetaucht. Aber nach außen hin war alles normal. Man muss sagen, er war ziemlich gut darin, sich zu verstellen.
Nach ungefähr 20 Minuten hat Martina ein Geräusch von Schritten gehört, das ihr irgendwie bekannt vorkam. Ihr Herz hat auf einmal angefangen zu rasen, und mit 'ner leicht ängstlichen Stimmung hat sie ihren Kopf ein bisschen zur Seite gedreht, um einen Blick zu erhaschen.
Sie hat 'nen Mann in 'nem schwarzen Trenchcoat gesehen, als wär's 'n Gott höchstpersönlich, mit 'ner Ausstrahlung, die andere auf Abstand gehalten hat.
Er kam Schritt für Schritt näher, jeder Schritt hat sich angefühlt wie ein Stein auf dem Herzen, so dass man ihn nicht ignorieren konnte.
Benjamins Erscheinen hat sofort die Aufmerksamkeit von vielen Leuten auf sich gezogen, und sogar Martina konnte deutlich hören, wie andere geredet haben. „Oh mein Gott, wer ist das denn? Der sieht ja mega gut aus! Ob der wohl 'ne Freundin hat? Ich will unbedingt seine Nummer haben.“
Elena war natürlich von solchen Kommentaren angezogen und hat Martinas Blick gefolgt. Was sie gesehen hat, hat sie erschrocken.
War das nicht Benjamin? Der ist ja voll in die Falle getappt. Der kam ja echt schnell?
Martina wusste nicht, wie sie ihre Gefühle in dem Moment beschreiben sollte. Sie wollte Benjamin eigentlich nur testen, aber wer hätte gedacht, dass er so schnell kommt?
Benjamin ist absichtlich und mit 'nem Plan zu Martina gekommen.
Seine gut definierten Hände steckten lässig in seinen Taschen, und seine Augen, kalt, aber mit 'nem Hauch von Wärme, haben Martina fixiert.
Er sah aus wie 'n geborener Anführer. Selbst ohne was zu tun, hat er unbewusst die Aufmerksamkeit der Leute auf sich gezogen und sie dazu gebracht, sich seiner Präsenz bewusst zu sein.
Martina konnte deutlich fühlen, wie ihr Herz gerast ist, Benjamins unerwartetes Verhalten hat sie überrumpelt.
Alejandro war kein Idiot, und er hat schnell gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt. Er hat sich Martinas komisches Verhalten von vorhin in den Kopf gerufen, und 'ne krasse Idee ist ihm plötzlich gekommen.
Vielleicht hatte sogar Elena es nicht gecheckt, aber ihr Bruder hatte 'ne unerklärliche Emotion für Martina, zumindest war's nicht so easy, wie's aussah. Sonst hätte Alejandro, der sowieso nicht so gerne mit Frauen abgehangen und gegessen hat, keinen Bock gehabt. Selbst wenn Elena persönlich gefragt hätte, hätte er Nein gesagt.
Nur Elenas Persönlichkeit war zu locker, und sie hat diese komplizierten Sachen nie in Betracht gezogen, also hat sie's natürlich nicht mitbekommen.
Mit Benjamins Ankunft hat Elena ein komisches Gefühl gekriegt. Obwohl sie diejenige war, die die Idee mit dem Testen von Benjamin hatte, wusste sie überhaupt nicht, wie sie direkt mit ihm ins Gespräch kommen sollte.
Benjamin wirkte unglaublich einschüchternd. Elena hat sich schon bei einem Blick unwohl gefühlt, geschweige denn, mit ihm am Tisch zu sitzen und zu essen.
Während des Essens vorher hat sie nur ein paar Bissen gegessen, einfach nur so. Sie hat nur gehofft, dass das Essen schnell vorbei ist, aber wer hätte gedacht, dass nicht mal ein paar Tage später dieselbe Situation wieder auftaucht.
Elens Herz hat einen Schlag ausgelassen, fast instinktiv ist sie aufgestanden und hat sich neben ihren Bruder gesetzt, um Benjamin einen Platz freizumachen.
„Wow, ist das nicht Mr. Walker? Was führt Sie denn hierher? Sind Sie etwa zur Inspektion hier?“ Elena hat tief Luft geholt und diese Worte mutig ausgesprochen.
Alejandro hat seine Schwester aus dem Augenwinkel angeguckt. Trotz ihrer inneren Angst hat sie überraschenderweise diese Worte gesagt.
Es schien, als wäre das wirklich von den beiden Mädels inszeniert worden, sonst wäre es schwer zu verstehen, wie sie gedacht haben.
Auf jeden Fall hat Alejandro die Initiative ergriffen, um Benjamin zu begrüßen, „Hi, Mr. Walker.“
Benjamin hat die anderen nur gleichgültig angeschaut, aber für den Rest der Zeit schienen seine Augen nur auf Martina fixiert zu sein, was sofort viele Frauen neidisch gemacht hat.
Diese Frauen glaubten, dass Benjamin mit seinen Fähigkeiten unmöglich so einfach mit 'ner Frau umgehen konnte, geschweige denn mit so tiefer Zuneigung. Aber die Realität hat sie widerlegt.
Benjamin hat Martina nicht nur tiefe Zuneigung gezeigt, sondern auch bemerkenswerte Loyalität bewiesen. Er schien der ideale Typ Mann zu sein, den es nur in Träumen geben kann, und hat Mädchen gefesselt und dazu gebracht, sich in ihn zu verlieben.