Kapitel 207: Unerwartete Gewinne
Martina guckte mega verwirrt.
Obwohl sie wusste, dass Benjamin sich krass verändert hatte, machte sie das unwohl, als er das sagte.
Was meinte der Typ denn? War das ein Witz? Vor so vielen Leuten hat er dreist gesagt: "Wir sind doch in so ner Beziehung, oder?" Das war doch totaler Quatsch.
Martina zuckte mit den Lippen und warf Benjamin einen tiefen Blick zu.
Aber sie hatte keine bessere Möglichkeit, das klarzustellen, weil Benjamin anscheinend schon alles durchgeplant hatte. Selbst wenn sie sich wehren wollte, gab's keine Chance, und noch wichtiger: Keiner würde ihr glauben.
"Hör mit dem Mist auf, ich hab keinen Bock auf dich!" Martina ließ diese Worte fallen und wandte schnell ihren Blick ab. Sie schuf absichtlich mehr Abstand zwischen sich und Benjamin.
Benjamin checkte das alles und sein Grinsen wurde noch breiter.
Obwohl Martina immer noch so tat, als hätte sie keinen Bock auf ihn, schien sie zumindest nicht mehr so angewidert. Das konnte er deutlich fühlen.
Simon, der hinter ihnen stand, schüttelte heimlich den Kopf. Er hatte keine Ahnung, was in seinem Chef vorging. Hatte er etwa masochistische Neigungen? Warum konnte er die Sachen nicht einfach langsam angehen?
Warum hat der Boss sowas gesagt, obwohl er wusste, dass es Miss Martinez sauer machen würde? Hatte der Boss ne spezielle Methode, um Frauen rumzukriegen, oder hatte er einfach komplett aufgegeben?
Simon konnte sich leider keinen Reim drauf machen. Egal wie lange er drüber nachdachte, das Ergebnis war immer dasselbe.
Während die drei so in Gedanken versunken waren, sahen sie endlich zwei Gestalten aus dem Ausgang kommen. Ein alter Mann in weißer Kampfkunst-Kluft ging voran, gefolgt von einem etwas jünger aussehenden, assistentenartigen Mann.
Das Auftauchen der beiden zog sofort Martinas und Benjamins Aufmerksamkeit auf sich. Martina winkte aufgeregt in ihre Richtung und sagte: "Jack, wir sind hier!"
Als Jack Martinas klare und irgendwie eifrige Stimme hörte, richtete er seinen Blick in ihre Richtung und sah tatsächlich Martina und Benjamin.
Wenn man ihre Klamotten für den Tag ansah, konnte man sie leicht für ein Paar halten, wegen ihrer farblichen Übereinstimmung. Martina trug ein einfaches, schwarzes Kleid mit ner fetten Schleife, was ihrem Outfit das gewisse Etwas gab. Benjamin hingegen hatte nen Anzug an, der von seinem üblichen Stil abwich und ein lässigeres und einzigartigeres Design hatte. Der stand ihm mega gut, dank seiner krassen Figur.
Ihre gut proportionierten Körper ließen selbst die einfachsten oder rustikalsten Klamotten an ihnen schick aussehen. Die hätten wahrscheinlich auch nen Sack tragen können, und es hätte immer noch denselben Effekt gehabt.
Jack konnte das Leuchten in seinen Augen nicht verbergen, als er Martina und Benjamin ansah. Es schien, als wären in der Zeit, in der er weg war, ein paar unerwartete Dinge zwischen ihnen passiert.
Tatsächlich hatte Jack sich die ganze Zeit in ihre Beziehung eingemischt. Obwohl es ein paar Veränderungen und Gewinne zwischen den beiden gegeben hatte, war der Fortschritt irgendwie begrenzt gewesen.
Später musste Jack wegen seiner schlechter werdenden Gesundheit weg und sich auf die Genesung konzentrieren. Er ahnte nicht, dass das Schicksal auf mysteriöse Weise arbeiten würde und sie solche Ergebnisse erzielen würden. Es war wirklich erstaunlich für Jack.
In seinem Herzen war das schon immer etwas gewesen, das er sich gewünscht, aber nicht geschafft hatte. Jetzt, wo sie es fast zufällig erreicht hatten, fühlte er sich erleichtert und glücklich.
Sein Blick wanderte über Benjamin und Martina und sagte dann mit fröhlichem Ton: "Ich sehe, dass eure Beziehung in letzter Zeit gut war. Ich hab mich gefragt, ob es ohne mich jemanden geben würde, der dich anleitet und beschützt."
Hinter Jack folgte sein Assistent, der schon viele Jahre bei ihm war. Ihre Bindung war sogar stärker als die Bindung zwischen dem Butler und ihm.
Der Assistent hieß Nathan Loop, jemand, dem Jack tief vertraute. Er hatte eine beträchtliche Zeit mit Jack außerhalb verbracht, um sich auszuruhen und zu erholen. Das war seine erste Rückkehr aus dieser Zeit.
"Schön, Sie zu sehen, Herr Benjamin Walker und Frau Martina Martinez," grüßte Nathan höflich, was zu einer subtilen Veränderung in Benjamins Blick führte, selbst wenn sein Gesichtsausdruck unverändert blieb. Aber sein Ton war deutlich anders als sonst.
"Opa, hast du vor, dieses Mal wieder wegzugehen?" fragte Benjamin.
Jack schüttelte den Kopf und winkte natürlich, dass Martina herkommen sollte. "Kid, komm her. Es ist schon ne ganze Weile her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben. Ich hab dich so sehr vermisst."
Martina kam, ohne groß nachzudenken, und umarmte Jack.
Inzwischen fühlte Benjamin sich etwas isoliert, als wäre er eine unnötige Anwesenheit. Sogar Jack schenkte ihm keinen Blick.
Wenn Benjamin nicht sein leiblicher Enkel war, hätte Jack ihn vielleicht komplett ignoriert.
"Jack, wie geht's deiner Gesundheit in letzter Zeit? Ich hatte echt Schiss, als du das letzte Mal krank warst. Wie fühlst du dich jetzt?" Martina ignorierte Benjamins Anwesenheit und erkundigte sich ganz herzlich nach Jacks Zustand.
Als sie die beiden in einem lebhaften Gespräch sahen, fühlten sich sogar Simon und Nathan peinlich berührt für Benjamin.
Jack konnte nicht aufhören zu grinsen. "Na, na, meine Gesundheit ist jetzt total in Ordnung. Ich hab nicht vor, dieses Mal wieder wegzugehen. Schließlich komm ich in die Jahre und kann nicht immer getrennt von euch Jüngeren sein. Wer weiß, wann wir uns wiedersehen?"
Martina stoppte ihn sofort missbilligend. "Nein, nein, das darfst du nicht sagen. Deine Gesundheit ist super, und du wirst ein langes und gesundes Leben haben."
Jack wurde noch glücklicher, sein Gesicht erhellte sich mit einem echten Lächeln. Sogar seine leiblichen Enkel schienen in seinen Augen im Vergleich zu Martina zu verblassen.