Kapitel 45: Heute habe ich ihn getroffen
Ey, man muss doch mal vorankommen, oder? Kann doch nicht ewig im selben Trott hängen bleiben!
Martina hatte echt die Nase voll davon, so unentschieden und geheimnisvoll behandelt zu werden. Jetzt wollte sie was ändern.
"Bzzz--"
"Piep--"
Martina hörte die ganze Zeit diese Geräusche von dem Schiff und suchte sich einfach einen Platz in der Schiffshalle. Sie setzte sich hin.
Weil sie gerade nicht so weit vom Ufer weg waren, konnte sie die Landschaft am Dock gut sehen.
Als sie unabsichtlich hochguckte, fiel ihr die Tasse aus der Hand. Sie sah nämlich, wie **Benjamin Walker** am Dock stand.
Er sah aus wie 'n Gott, egal wo er auftauchte, war er immer der, der alle Blicke auf sich zog.
Martina's Herz machte 'nen Satz und sie duckte sich instinktiv, fast so als würde sie sich verstecken.
Wie kann er nur so schnell reagieren?
Aber als Martina nachdachte, wurde ihr plötzlich alles klar.
Sie kannte **Benjamin**, aber er kannte sie auch, wenn nicht sogar besser.
**Benjamin** checkte ihre Persönlichkeit voll ab. Wenn sie nicht so stur gewesen wäre und die krasse Entscheidung getroffen hätte, wäre sie wahrscheinlich schon längst zurückgebracht worden, so wie früher.
Für jemanden, der so schlau war wie **Benjamin**, war es doch klar, dass er ihre Pläne direkt checkte.
Zum Glück war das Schiff schon unterwegs und es gab kein Zurück mehr.
Obwohl Martina nicht hören konnte, was **Benjamin** am Ufer sagte, konnte sie es sich ungefähr vorstellen.
**Benjamin** war bestimmt mega sauer und seine Wut kam nicht nur daher, dass sie abgehauen war.
Wichtiger war, dass er sie nicht mehr so easy kontrollieren konnte wie vorher.
**Benjamin** war nicht der Typ, der es mochte, wenn jemand oder irgendwas aus der Reihe tanzte.
Deshalb war er so sauer und kam sogar persönlich, um sie zu suchen. Nicht aus Liebe, sondern einfach wegen seiner Eitelkeit und seinem Ego.
Martina schüttelte ungläubig den Kopf und grinste. Ab jetzt war sie ihrem Ziel, frei zu sein, einen Schritt nähergekommen, und sie musste nicht mehr in dieses Gefängnis zurückkehren.
Vielleicht wegen der stickigen Luft auf dem Schiff nahm sie ihre Verkleidung ab.
Martina guckte sich die ganzen Leute an, die an ihr vorbeigingen und entspannte sich langsam.
Sie holte sich noch ein Glas Wasser und wollte sich beruhigen. Aber dann kam jemand auf sie zu und quatschte sie an: "Hey, Schnitte, bist du allein unterwegs?"
Auch wenn Martina sich nicht umdrehte, wusste sie genau, wer sie anbaggern wollte. Warum ließ der Typ sie nicht einfach in Ruhe?
Es war **Adam Paloma**!
Er war mit seiner Clique hier, um irgendwo zu zocken.
Weil es in manchen Staaten Regeln gab, war es nicht so easy für die, frei zu zocken, also haben sie sich für ein Schiff entschieden.
Aber **Adam** hat sich nicht verändert und wollte sie anquatschen.
Martina wusste nicht, was er hier machte, aber aus Sicherheitsgründen zog sie ihren Hut wieder an und ging, ohne zurückzublicken.
**Adam** war verwirrt. "Was geht ab? Bin ich heute echt so schlecht drauf? Warum haut die Frau einfach ab, ohne sich umzudrehen?"
Da waren noch 'n paar Player hinter ihm, die den Kopf schüttelten und sagten: "Unmöglich! **Adam** ist heute HOT."
"Die Frau hat echt keinen Geschmack! Aber **Adam**, scheiß drauf. Wenn die gehen will, soll sie gehen. Ihr Verlust."
**Adam** freute sich. "Ja, habt ihr recht. Die Frau hat 'ne goldene Chance verpasst. Wer glaubt sie eigentlich, dass sie mich so disrespecten kann?"
Während er redete, schien er sich zu erinnern und fügte hinzu: "Übrigens, sagt keinem was von heute, okay? Wenn die Leute mitkriegen, dass wir zocken, gibt's Ärger ohne Ende!"
Alle nickten zustimmend, ohne zu zögern.
**Adam** guckte Martina an, wie sie sich in die Menge mischte und grübelte. "Aber warum hab ich das Gefühl, die Frau schon mal irgendwo gesehen zu haben? Vielleicht ist sie ja eine meiner Ex-Freundinnen?"
**Adam** rieb sich am Kinn und dachte über die Frau nach. Sie kam ihm bekannt vor, aber sie war keiner seiner Ex-Freundinnen ähnlich. Was soll das?
Die anderen hatten keine Ahnung. Die haben sich nie die Mühe gemacht, Martina genauer anzuschauen; die haben meist nur ihren Rücken gesehen.
Martina ging weiter, verließ die Lobby und achtete darauf, dass **Adam** ihr nicht folgte. Dann entspannte sie sich ein bisschen.
"Warum verfolgt mich der Typ ständig? Ist das irgendeine kosmische Verbindung oder was?!" dachte Martina und rieb sich frustriert die Schläfe, weil Kopfschmerzen anfingen.
Jedes Mal, wenn sie dem Typen begegnete, war es scheiße gelaufen. Außerdem schien sie ihm immer zu begegnen, wenn sie am Boden war.
Klar, Martina glaubte nicht, dass es 'ne verdammt telepathische Verbindung zwischen ihnen gab, sondern sah den Typen einfach als Pechbringer an.
...
Zum Glück hatte jeder auf dem Schiff eine eigene Kabine.
Martina wollte sich nicht mehr zeigen, also versteckte sie sich einfach in ihrem Zimmer und guckte sich die Landschaft an. Sie wollte einen passenden Ort finden, um zu bleiben.
In ihrem Zimmer angekommen, konnte Martina es nicht mehr aushalten und beschloss, **Elena** anzurufen.
Zu der Zeit war **Elena** gerade mit Duschen fertig. Als sie die bekannte, aber unbekannte Nummer sah, hatte sie noch nicht mal Zeit, ihre Hände abzutrocknen, bevor sie den Anruf annahm.
"Martina!" **Elena** war total aufgeregt.
Denn sie hatten schon vor langer Zeit abgemacht, dass **Elena** sich nie melden sollte, außer Martina kontaktierte sie.
Obwohl sie sich unwohl und besorgt fühlte, folgte **Elena** trotzdem Martinas Anweisungen, aus Angst, dass es ihr Ärger einbringen könnte.
Jetzt, wo sie endlich einen Anruf von ihrer besten Freundin bekam, war sie bestimmt mega aufgeregt.
Ein leichtes Lächeln erschien endlich auf Martinas Gesicht. "Ja, ich bins."
**Elena** fragte: "Warum denkst du jetzt daran, mich anzurufen? Übrigens, ich hab gehört, dass **Benjamin** heute die Stadt verlassen hat! Er ist aus LA weg."
Auch wenn **Elena** es nicht erwähnt hätte, wusste Martina es schon.
Sie antwortete: "Weiß ich. Ich hab ihn heute gesehen."
**Elena** rief aus: "Was?! Wo bist du jetzt? Geht's dir gut? Hat er dich nicht gefangen genommen?"
"Gefangen nehmen"? Dieses Wort passte perfekt.
Martina brach in Gelächter aus und beruhigte sie: "Nein, keine Sorge. Lass mich das klarstellen: Ich hab ihn gesehen, aber er mich nicht."