Kapitel 164: Wer mischt sich ein?
Die Leute hier hatten wohl Schiss, dass sie vergessen werden, wenn sie nicht was sagten.
"Miss Paloma, wenn du Mr. Walker rumkriegst, vergiss uns bitte nicht!"
Kein Wunder, dass alle hier waren und die ganze Show mit Spannung verfolgten. Sie warteten auf genau diesen Moment.
Egal, ob das jetzt Schleimerei war oder sie das wirklich so meinten, Amy war auf jeden Fall total happy.
Obwohl sie wegen Benjamin ihr Gesicht verloren hatte und sich total mies fühlte, war ihre Liebe zu ihm immer noch mega stark, eher noch stärker geworden.
Wenn sich nur die geringste Möglichkeit bot, wollte sie die nicht verpassen. Sie musste mit Benjamin zusammen sein, und das war für sie schon fast eine Obsession.
Amys Lippen verzogen sich zu einem Grinsen, als sie auf das Chaos unter ihr runtersah. Als sie sah, wie Martina Probleme hatte, wurde ihr Grinsen noch breiter.
In diesem Moment schien es, als ob Amy es sich sparen konnte, ihre wahre Natur zu verbergen. Ihre Worte und Taten zeigten alle, wie verrückt sie war.
"Ich hab's ja gesagt, diese Trulla kann mir niemals das Wasser reichen. Sie hat sich einfach überschätzt", höhnte Amy ohne irgendwas zu verstecken. Ihre Augen waren pechschwarz, ein krasser Gegensatz zu ihrem Aussehen und ihrem wahren Charakter. "Die hat tatsächlich versucht, meinen zukünftigen Mann zu verarschen. Was für ein verzweifelter Move."
Amy checkte ihre frisch manikürten Nägel. Ihre langen Finger sahen echt nice aus, aber irgendwie war das an ihr verschwendet.
"Aber ich will, dass ihr euch alle dran erinnert: Heute habt ihr nichts gesehen, nichts gehört. Sagt das Richtige und haltet den Rest im Hintergrund. Ich glaub, ich muss euch diese Regeln ja nicht erklären", warnte sie die Frauen um sie herum.
Wegen Amys Status traute sich keiner was zu sagen, alle nickten nur zustimmend. Jede einzelne schien Amy mit Respekt zu begegnen, aber sie konnten nicht genau sagen, warum. Irgendwas war komisch an der ganzen Situation, aber sie kamen einfach nicht drauf.
"Miss Paloma, keine Sorge, wir sagen kein Wort. Heute haben wir absolut nichts gesehen und nichts gehört."
Eine andere Society-Tussi stimmte ein, anscheinend einer Meinung mit Amys Worten: "Stimmt, wir waren nur kurz spazieren, haben was gegessen und Tee getrunken, mehr nicht. Alles andere geht uns gar nichts an."
Amy hatte es gern mit schlauen Leuten zu tun und grinste wieder.
Dann holte sie ein paar Schmuckstücke aus ihrer Handtasche, die wohl zu einem Set gehörten. Jedes einzelne war wunderschön und ohne Frage teuer.
Man sah, dass sie sich echt Mühe gegeben hatte, diese Frauen zusammenzubekommen. Sogar für 'nen Casual-Auftritt brauchte man so einen krassen und vielseitigen Schmuck.
Ohne ihren eigenen sozialen Status und ihre Position hätte Amy das wahrscheinlich nicht durchziehen können.
Als die Frauen das Schmuckset sahen, waren sie total überrascht, obwohl sie wussten, dass es unter ihnen aufgeteilt werden würde. Sie waren voller Bewunderung und Lob, wollten sich schon fast bei Amy einschleimen.
"Miss Paloma, du bist echt großzügig. Keine Sorge, die Leute um uns herum sind total zuverlässig und werden kein Wort sagen."
"Nach heute, wenn alles erledigt ist, sind die still wie die Toten. Die werden kein Wort sagen. Es scheint, als würde diese Frau heute sterben."
"Einzig was wir nicht erwartet hatten, ist, dass Elena auch betroffen sein würde. Aber egal, sie verdient es. Sie ist so arrogant."
"Sie hat sich auf ihren einflussreichen Familienhintergrund verlassen und uns nie ernst genommen. Die wollte nicht mal mit uns spielen."
Eine der Society-Tussis sagte neidisch. Obwohl ihre Worte höflich klangen, war es offensichtlich, dass ihr innerer Neid die treibende Kraft dahinter war.
"Hoffentlich öffnet sie ihre Augen und sucht sich keine Freunde mehr aus, wie es ihr passt. Sonst geht's beim nächsten Mal nicht nur um's unschuldig sein."
Obwohl diese Leute glamourös und schillernd aussahen, schienen ihre Köpfe so voller Hass zu sein.
Sie betrachteten es als eine Lappalie, jemandes Ruf zu ruinieren, was einen dazu brachte, sich zu fragen, was sie denn als wichtig betrachten würden.
Aber egal, Amys Laune war mega gut. Es sah so aus, als ob sie die kommende Situation für Martina schon vorhergesehen hatte, und das machte sie ganz aufgeregt.
Doch als einer der Typen versuchte, Martina wegzuschleifen, während Leslie beschäftigt war, trat plötzlich ein langes und kraftvolles Bein aus und schleuderte den Typen mindestens 10 Meilen weit weg! Wenn da nicht die ganzen Hindernisse in der Bar gewesen wären, wäre er vielleicht noch weiter geflogen!
Die Zuschauer waren geschockt: "Oh mein Gott, wer ist das? Der ist ja unglaublich stark, will der jemanden zu Tode treten?!"
"Was für ein Groll, was für ein Hass hat dieser Typ, dass er sowas wagt? Der hat doch 'nen Todeswunsch!!"
"Erfolgreiches Hinterhältigsein garantiert nicht, dass er immer Erfolg haben wird. Wenn man sein Aussehen betrachtet, könnte er bald in Schwierigkeiten stecken. Wir sollten uns besser schnell verstecken, damit wir nicht versehentlich in den Schussbereich geraten!"
In diesem Moment richteten alle ihre Aufmerksamkeit auf die Person, die gerade gehandelt hatte, und der Anblick war unheimlich. Die Person trug einen schwarzen Anzug, schien gerade von der Arbeit zu kommen.
Er strahlte eine extreme Missgunst aus, und was diesen Mann am meisten störte, war die Szene vor ihm.
Jemand wagte es, seine Frau anzufassen? Das war ja wohl 'ne Frechheit! Es war so lange her, dass sich jemand getraut hatte, seine Frau so zu behandeln.
Der schwarze Anzug schien wie maßgeschneidert für ihn zu sein und strahlte einen einzigartigen Charme aus, der ihn aus der Masse hervorstechen ließ.
Aber der wichtigste Aspekt war das auffallend gut aussehende Gesicht des Mannes, wie eine Figur, die aus einem Gemälde gestiegen war. Wenn sein Gesichtsausdruck nicht so grimmig wäre, wäre er bei den Damen wahrscheinlich ganz beliebt. Sein eisiges Auftreten hielt viele Mädchen jedoch davon ab, sich ihm zu nähern, da sie zögerten, jemandem zu nahe zu kommen, der so kalt wirkte.
Keiner traute sich, sich zu bewegen. Sie konnten ihn nur aus der Ferne bewundern und dachten: "Wow, der Mann sieht ja mega aus! Warum mischt er sich in die Angelegenheiten anderer Leute ein? Macht er sich keine Sorgen, sich selbst Ärger einzuhandeln?"
Andere kommentierten: "Warum strahlt dieser Typ so eine kalte Aura aus? Das ist ja, als ob er die Klimaanlage angeschaltet hätte. Gehört er irgendwie zu der Frau in dem Chaos?"