Kapitel 157: Minderjährige dürfen nicht daten. Frag zuerst nach ihrem Alter!
Bevor sie abgehauen ist, hat Grace mit der Hand abgewunken, also eigentlich mit ihrem Handy, und gesagt: "Simon, denk dran, meinen Nachrichten zu antworten! Ich bin weg!"
Nachdem Grace schon 'ne Weile weg war, stand Simon immer noch wie versteinert da.
Martina konnte sich nicht helfen, aber sie hatte den Verdacht, dass Simon sich vielleicht Hals über Kopf in das Mädchen verliebt hatte. Benjamin räusperte sich und holte Simon endlich in die Realität zurück.
Simon erklärte nervös: "Chef, ich hab' in der Arbeitszeit nicht absichtlich rumgegammelt! Tut mir leid!"
Es sah so aus, als wär Simon schon zu oft von Benjamin "gefoltert" worden, so dass er jetzt so 'nen bedingten Reflex hatte. Martina musste sich wieder fragen, wie verrückt Benjamin eigentlich vorher drauf war? Das war schon 'n bisschen krass!
Benjamin war gar nicht wirklich sauer, sondern hat Simon nur desinteressiert angeguckt. "Minderjährige dürfen nicht daten. Frag erstmal nach ihrem Alter."
Simon hat's zuerst überhaupt nicht gecheckt und hat sich so gefühlt, als würde er Kauderwelsch hören. "Wie bitte?"
Martina hat auch noch ihren Senf dazugegeben und gesagt: "Benjamin hat Recht. Wenn sie minderjährig ist, geht das gar nicht. Sie sollte mindestens 18 sein. Das ist besser, wenn man das vorher abcheckt."
Diesmal hat Simon es verstanden und sein Gesicht ist sofort knallrot geworden. Das war echt gruselig, richtig gruselig!
Worüber quatschen der Boss und Miss Martinez eigentlich? Können die einfach irgendwas raushauen, was sie wollen?!
"Chef, Miss Martinez, ich meinte das nicht..." Simon hat versucht, sich zu erklären.
Martina hat leicht gelächelt und sich total gut gefühlt. Tatsächlich war's interessanter, anderen beim Daten zuzusehen, und sie war mehr dabei.
"Ist schon okay, ich versteh's. Ich glaub, Benjamin auch. Du musst dich nicht erklären", hat sie gesagt. "Übrigens, was ich sagen wollte: Simon, nur weil du kein Interesse hast, heißt das nicht, dass Grace auch keins hat. Von ihrem Aussehen her ist sie doch 'n ganz gutes Mädchen. Wenn sie im richtigen Alter ist, solltest du die Chance nutzen."
Jetzt war Simon komplett sprachlos.
Egal, was Simon gesagt hat, es sah so aus, als könnte er sich nicht selbst reinwaschen. Statt Zeit mit Erklärungen zu verschwenden, war es besser, es einfach zuzugeben. Es war doch nur 'ne mögliche Beziehung. Was war schon dabei?
Klar, diese Gedanken hat sich Simon nur selbst gedacht. Wenn er das laut gesagt hätte, wär er vom Boss wohl gehäutet worden, bei seiner Persönlichkeit?
"Miss Martinez, bitte zieh mich nicht auf. Ich hab' überhaupt kein Interesse an sowas, und außerdem versteh ich's nicht!" Simon hat die Erklärung aufgegeben und gesagt.
Martina hat Simon auf die Schulter geklopft und gesagt: "Ist doch nicht so schlimm. Beim Daten lernt man dazu. Jeder hat 'n erstes Mal. Guck dir doch deinen Boss an."
Sie konnte schwören, dass sie das eigentlich gar nicht so gemeint hatte. Wenn sie gewusst hätte, dass man die Worte so leicht falsch verstehen konnte, hätte sie kein Wort gesagt!
Es ist nur so, dass die Worte nicht auf Benjamin zugetroffen haben, also hat Martina sich selbst die Schuld gegeben und gedacht, dass ihre erste Liebe total gescheitert war, oder?
Je mehr Martina das Gefühl hatte, desto mehr hat Benjamin versucht, es wieder gutzumachen. Vielleicht, wenn er ihre Wahrnehmung von ihm ändern könnte, könnten sie wieder so werden wie vorher.
Sie sind erfolgreich den Berg runtergekommen, und abgesehen von 'nem kleinen Zwischenfall vorher, sah alles gut aus. Die Seilbahn ist schnell runtergefahren, viel schneller als beim Hochfahren.
Als sie vom Berg runter waren, hat Martina, weil sie sich wegen Benjamins Verletzungen nach dem ganzen Tag Sorgen gemacht hat, darauf bestanden, dass sie abreisen.
In den folgenden Tagen hat Benjamin ihren Terminkalender bis zum Anschlag gefüllt. Trotzdem er sich körperlich noch erholen musste, verliefen ihre Reisepläne ohne Probleme.
Martina war anfangs dagegen, aber Benjamin war entschlossen, es durchzuziehen.
Nach drei Tagen sind sie nach LA zurückgekehrt, und zumindest mussten sie nicht mehr jeden Tag hin und her fahren.
Diese paar Tage Spaß waren unterhaltsam, aber Martina hat sich extrem unwohl und müde gefühlt.
Als sie zurückkamen, ist Martina aufs große Bett gefallen und hatte überhaupt keine Lust, aufzustehen, egal was war. Unabhängig davon, was Benjamin neben ihr gemacht hat, war sie gleichgültig und hat tief geschlafen.
Das war anders als Benjamin sich vorgestellt hatte. Normalerweise hätte Martina sich total gefreut und ihn umarmt, oder?
Aber dann dachte er, wenn Martina wie alle anderen wäre, wie könnte sie dann wirklich einzigartig sein?
Bald hat sich Benjamin erleichtert gefühlt. Er hatte Martina die ganze Zeit auf der Reise begleitet und 'nen Haufen Arbeit vernachlässigt. Nach ihrer Rückkehr musste er sich sofort in die Arbeit stürzen.
Er hat die halb schlafende Frau auf dem Bett erinnert: "Ich geh' gleich in die Firma, und ich bin wahrscheinlich erst abends wieder da. Du musst nicht auf mich warten."
"Wenn du nicht zu Hause essen willst, kannst du Elena anrufen. Sag mir einfach vorher Bescheid, wo du bist", hat er weiter gesagt. "Und geh außerdem immer mit Leslie mit, egal wo du hingehst. Er kann deine Sicherheit gewährleisten."
Martina hat 'n leises Geräusch der Zustimmung gemacht, aber sie war immer noch halb am Schlafen und hat nicht ganz mitgekriegt, was Benjamin gesagt hat. Erst als Benjamin gegangen und die Tür geöffnet hat, ist sie endlich aus ihrem Halbschlaf aufgewacht.
Obwohl es ein freudiger Anlass hätte sein sollen, konnte Martina nicht anders als die Stirn runzeln und sich fragen, warum Benjamin, der so viel mit der Arbeit zu tun hatte, jetzt so viel Zeit mit ihr verbrachte.
Sie hat sofort ihr Handy rausgenommen und Elena geschrieben: "Wo bist du?"
Elena hat fast sofort geantwortet: "Lass mich raten, du bist wieder da?"
Martina hat mit 'nem Nick-Emoji bestätigt: "Ja, wo bist du? Ich komm dich suchen."
Elena hat gefragt: "Passt Benjamin nicht auf dich auf? Kannst du jetzt überhaupt rausgehen?"
Es war fast Abendessenzeit, und Martina sollte eigentlich nicht rausgehen können, aber das war nur Elenas Vermutung.
Martina hat geantwortet: "Klar, keine Sorge. Schick mir einfach deinen Standort, und ich komm sofort rüber."
Elena hat gehorsam ihren Standort geschickt: "Okay, komm rüber. Ich warte hier auf dich!"
...
Martina wollte nicht zu Hause bleiben, besonders weil Benjamins Mutter unter demselben Dach wohnte. Obwohl Elizabeth nach außen hin normal wirkte, hatte sie Martina hinter den Kulissen ganz schön Ärger bereitet.