Kapitel 150: Ich habe dich angelogen
Martinas Kopf war leider total durcheinander von Benjamins Tricks, und sie konnte nicht ganz klar denken. Deswegen konnte sie sich nicht ganz ausmalen, was da abgeht.
Simon musste hinterher kichern und hat plötzlich gecheckt, wie süß Martina eigentlich ist. Er konnte sich selbst nicht ganz erklären, warum er das so empfand.
Er hatte extra zwei Zimmer gebucht. Die Zimmer in der Gegend waren mega gefragt und ohne Reservierung kaum zu kriegen. Sogar diese zwei Zimmer hatte er nur mit schnellen Fingern klar gemacht, und für ein drittes Zimmer gab's absolut keine Chance.
Klar, Martina musste im gleichen Zimmer wie Benjamin bleiben. Schließlich wär's ja unangebracht, wenn sie sich mit Simon ein Zimmer teilt.
Entschuldigend sagte Simon: "Miss Martinez, das war nicht Absicht. Ist halt so, dass die Zimmer unglaublich schwer zu buchen sind."
Wie konnten solche Zufälle immer wieder passieren? Wenn Zufälle ständig passieren, dann sind's doch gar keine Zufälle mehr!
Martina, die das nicht glauben wollte, hat ihre Hotel-App aufgemacht, um zu checken, ob's noch was in der Nähe gab. Aber als sie geguckt hat, hat sie gecheckt, dass Simon tatsächlich die Wahrheit gesagt hat.
Die Zimmer hier waren schon lange ausgebucht, und da gab's null Chance, kurzfristig noch eins zu kriegen.
Hilflos blieb Martina nix anderes übrig, als die Situation zu akzeptieren, aber ihre Einstellung gegenüber Simon hat sich dadurch geändert.
"Kaum hab ich dich gelobt, hast du schon wieder Mist gebaut. Ich glaub, ich sollte dich in Zukunft lieber nicht mehr loben", hat Martina ihn geärgert.
Simon hat mit einem hilflosen Blick geantwortet und sich gefragt, was er falsch gemacht hat. Aber kurze Zeit später hat er eine SMS auf seinem Handy bekommen, mit der Info, dass 50.000 Dollar auf sein Konto überwiesen wurden.
In dem Moment waren all die komischen Gedanken und Zögerlichkeiten komplett weg. War's nicht so, dass sich alles ums Geldverdienen dreht? Bei so ner geilen Gelegenheit, Kohle zu machen, gab's für ihn keinen Grund, das abzulehnen.
Solange der Chef happy ist, war alles andere egal.
Wieder mal waren Martina und Benjamin im gleichen Zimmer, aber diesmal war's ein Themenzimmer mit ner ziemlich anzüglichen Atmosphäre. Die Einrichtung, die Beleuchtung und alles Drum und Dran haben so ne unheimliche Stimmung verbreitet, was Martina total unangenehm fand.
Es war eigentlich nicht wirklich unheimlich, sondern eher ihr starkes Unwohlsein, das alles so unangenehm gemacht hat.
Sogar das Badezimmer, in dem man duschen konnte, war halbtransparent, aber nicht komplett durchsichtig. Durch das Milchglas konnte man vage die Konturen der Person erkennen, die drin war.
Martina und Benjamin wollten später beide duschen, aber wie sollten sie das jetzt machen, wenn's so aussah? Sie konnten sich ja nicht einfach nackt vor den anderen zeigen, das wär ja noch schlimmer, als jemanden umzubringen!
Die Vorstellung, in diesem Zimmer zu duschen, hat Martina angeekelt, und sie hat sich vor Ekel geschüttelt. Wieso zum Teufel musste Simon so ein Zimmer buchen? Hat er das nicht extra gemacht?
Benjamin hat ganz lässig seinen Mantel ausgezogen und gemerkt, dass sich Martinas Laune verändert hat.
Er ist zu Martina rüber und hat ihr sanft über den Kopf gestreichelt: "Was denkst du? Wieso guckst du, als ob du jemanden umbringen willst?"
Obwohl Benjamin es nicht angesprochen hat, ist Martina sofort sauer geworden. Sie hat ihren Ärger zurückgehalten und an Benjamins Zustand und Verletzung gedacht.
"Du sag mir mal, warum. Was hat Simon denn da für ein Zimmer gebucht? Und warum zur Hölle ist da so ein pinkes Moskitonetz am Bett? Sieht so kitschig und hässlich aus! Sind die Leute hier bescheuert?" hat sie sich beschwert.
Obwohl Benjamin diesen Stil auch nicht mochte, hatte Simon ihm vorher gesagt, dass das Zimmer auf seine eigene Art einzigartig sei. Er hat sich aufs Bett gesetzt und die Stelle neben sich abgeklopft und gesagt: "Tut mir leid, im Moment gibt's keine anderen Zimmer mehr, also müssen wir uns jetzt damit begnügen."
Obwohl Martina unglücklich war, wusste sie, dass es die Wahrheit ist. Sie konnte unmöglich die Nacht auf der Straße verbringen. Also hat sie sich widerwillig neben ihn gesetzt und sich ein bisschen geärgert.
Vor lauter Ärger hat Martinas Hand unbewusst zweimal aufs Bett geklopft. Aber dann ist die unangenehme Situation passiert.
Das Bett, auf dem sie waren, war ursprünglich ein großes, rundes Bett ohne Beine. Als Martina unvorsichtig rumgeklopft hat, hat sie vielleicht versehentlich irgendeinen Knopf gedrückt, wodurch das Bett angefangen hat, sich mit hoher Frequenz auf und ab zu bewegen.
Und was noch schlimmer war: Das Bett ist plötzlich runtergesackt! Martina und Benjamin waren beide unvorbereitet und sind zusammen aufs Bett gefallen.
In diesem Moment waren sie in einer sehr unangenehmen Position, mit Martina oben auf Benjamin.
Martinas Hände sind versehentlich gegen Benjamins Brust gedrückt, und sie konnte seinen starken Herzschlag spüren.
Als sie seine muskulöse Brust gefühlt hat, wurde Martina nervös und hat versucht, aufzustehen. Aber in diesem Moment hat sie gehört, wie Benjamin ein gedämpftes Stöhnen ausgestoßen hat.
Erschrocken hat Martina Benjamin schnell besorgt angeguckt: "Geht's dir gut? Hast du deine Wunde verletzt? Steh schnell auf! Was ist das für ein Bett? Wieso bewegt es sich so?"
Trotzdem sie ihren Frust abgelassen hat, hat Martina sich bemüht, Benjamin hochzuziehen. Aber je mehr sie versucht hat, ihn zu ziehen, desto tiefer sind sie gesunken. Martinas Sorge um ihn hat dazu geführt, dass sie wieder auf Benjamins Körper gefallen ist, und diesmal haben sich ihre Lippen versehentlich berührt.
Das Level an Unbehagen war extrem hoch! Martina konnte nicht glauben, dass so was heute passieren konnte. Sie hat sich gefragt, ob das Leben irgendwie einen fiesen Scherz mit ihr treibt.
Von einem Punkt aus, den Martina nicht sehen konnte, hat ein Hauch von Amüsement in Benjamins Augen aufgeleuchtet. Auf seinem Gesicht war kein Anzeichen von Schmerz zu sehen, obwohl er vorher gestöhnt hatte.
Trotzdem hat er so getan, als würde er zusammenzucken: "Es tut weh..."
Mit nur einem Wort hat Martina gespürt, wie ihr Herz zusammensank, und sie wurde ängstlich, fast am Rande der Tränen.
In diesem Moment hat sie die unangenehme Situation, die gerade passiert war, komplett vergessen. Was spielte ein einfacher Kuss jetzt noch für eine Rolle, wenn Benjamins Wunde schlimmer zu werden schien?
"Es tut mir leid, ich wollte nicht, aber..." hat Martina sich entschuldigt. "Wie zur Hölle schalten wir das Ding aus?!" Das war definitiv das erste Mal, dass Martina so einem riesigen Bett begegnet ist, und es würde zweifellos das letzte Mal in ihrem Leben sein!
Als Martina immer ängstlicher wurde, konnte sie sich nicht von dem ständigen Schaukeln des Bettes befreien.
Benjamin konnte es auch nicht ertragen, sie weiter zu täuschen. Plötzlich hat er sich umgedreht und Martina unter sich gedrückt. Aus dieser Perspektive konnte Benjamin jeden Zentimeter von Martinas Haut deutlich sehen. Ihre Herzen haben beide wie wild geklopft, und Martina war total überrascht.
"Du... Benjamin, du..." hat Martina ausgerufen.
"Ich bin okay. Ich hab dich vorhin nur verarscht", hat Benjamin gekichert. Dadurch, dass er mit Martina zusammen war, hat er gemerkt, dass er viel öfter gelacht hat als früher.
"Bist du sicher?" hat Martina gefragt.
Benjamin hatte immer noch nicht gecheckt, warum Martina das gefragt hat.
"Ja, abgesehen von ein bisschen anfänglichem Unbehagen geht's mir jetzt gut", hat er mit einem spielerischen Grinsen geantwortet. "Und was ist mit dir? Bist du jetzt hierher geeilt, weil du dir Sorgen um mich gemacht hast oder weil du die Situation ausnutzen wolltest?"