Kapitel 221: Wie der Großvater, wie der Enkel
In einem Restaurant, das schon Jahrzehnte auf dem Buckel hatte, saßen Jack und Gary in einem privaten Esszimmer. Sie hatten die Anfänge des Restaurants und seine stetige Erweiterung mitbekommen. Klar, kein Fünf-Sterne-Laden, aber dafür 'ne riesige Stammkundschaft.
Die beiden waren früher oft hier gewesen, zusammen oder auch getrennt, und hatten viele Freunde mitgebracht. Aber Jack war schon 'ne ganze Weile krank gewesen und war deshalb lange nicht mehr hier gewesen.
Und Gary, der hatte in letzter Zeit Familienstress gehabt, da war auch nix mit Freizeit und so. Also, das war ihr erster Besuch seit Ewigkeiten.
Sie nahmen dieselben Plätze wie früher ein, und ihre Art war auch wie immer. Aber irgendwie lag was in der Luft, irgendwas hatte sich verändert.
Nathan stand still hinter Jack, um ihn zu beschützen und auch parat zu sein, falls es irgendwas zu regeln gab.
Hinter Gary war auch jemand, aber kein Diener oder Angestellter. Es war Adam, der Typ war echt dreist – vielleicht hatte er die „guten“ Traditionen der Paloma-Familie geerbt.
Jack legte das Geschenk, das er vorbereitet hatte, auf den Tisch und sagte: „Ist ja schon 'ne Weile her, dass wir uns gesehen haben. Ich hab dir diesmal was mitgebracht.“
Zumindest bei den Äußerlichkeiten hatte Jack alles richtig gemacht, da konnte man nix sagen. Aber Gary war heute gekommen, um Ärger zu machen, und manche Sachen lassen sich mit Worten halt nicht ändern.
Gary rührte sich nicht, stattdessen griff Adam zu, nahm die Geschenkbox und stellte sie zur Seite. Dann setzte er sich neben Gary.
„Schön, dich zu sehen, Jack. Ist ja schon 'ne Weile her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben. Wie geht's dir so?“ Obwohl Adam so freundlich tat, waren seine wahren Gedanken vielleicht ganz anders. Eigentlich dachte er die ganze Zeit über seine Schwester nach.
Er überlegte, wie er seine Schwester retten konnte, und um alles andere hat er sich nicht gekümmert. Er wollte das schon lange machen, aber es hatte nicht geklappt. Stattdessen hatte er sich fast sein eigenes Grab geschaufelt.
Wenn er die Sache schnell ändern konnte, wär's am besten. Je länger er wartete, desto gefährlicher wurde es für seine Schwester. Jetzt stand das Urteil über die Situation seiner Schwester kurz bevor. Sie konnten das nicht ewig hinauszögern. Wenn sie keine Lösung fanden, war das echt riskant.
Adam stand vor Jack, wie immer protzig angezogen, und Jack mochte ihn echt nicht. Obwohl sie früher gut befreundet waren, zeigte Jack seinen Unmut nicht so deutlich.
Aber was Jack nicht wusste: Adam und Benjamin hatten von Anfang an keine besonders enge Beziehung, das war alles nur Fassade.
„Schön, dich zu sehen, junger Mann. Ist ja schon 'ne Weile her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben. Ich weiß deine Sorge um meine Gesundheit zu schätzen. Mir geht's super“, sagte Jack.
Als Jack das sagte, grinste Adam. Ob das gespielt war oder nicht, er schien zumindest alles im Griff zu haben.
„Das ist gut zu hören. Ich hoffe echt, dass du gesund und munter bleibst“, sagte Adam.
Auf der Oberfläche schien alles gut zu sein, da konnte man nix falsch machen. Aber wenn jemand wirklich glaubte, dass das alles war, was sie wollten, dann lag er falsch. Viele Sachen lassen sich nicht nur nach dem Schein beurteilen, man muss tiefer graben, um es zu verstehen.
Zum Beispiel, Adam grinste eindeutig, aber wer konnte schon wirklich verstehen, was in seinem Kopf vorging? Gary war genauso. Die beiden schienen aus derselben Form zu stammen. Obwohl sie nicht gleich aussahen, waren ihre Art und Weise, die Dinge zu handhaben, ziemlich ähnlich.
Jack konnte das durchschauen, oder zumindest einen Teil davon, als er Gary ansah. Eigentlich konnte man bei genauerer Betrachtung sehen, dass Gary jetzt eine ganz andere Ausstrahlung hatte.
Zumindest konnten die Dinge nicht so werden wie vorher, besonders mit all den Ereignissen der letzten Zeit. Viele Dinge mussten nicht mehr explizit besprochen werden.
„Ist ja schon 'ne Weile her, dass wir uns gesehen haben. Ich vermisse dich echt ziemlich.“ Gary tat so, als ob er verwirrt wäre, obwohl er genau wusste, was los war. „Vor einiger Zeit war deine Gesundheit nicht gut, und du musstest dich ausruhen. Ich hab die ganze Zeit an dich gedacht. Jetzt, wo du endlich wieder da bist, können wir uns endlich treffen.“
„Aber wegen deiner Gesundheit, lass mal lieber das Alkohol weg. Zu viel trinken kann immer noch problematisch sein“, fuhr er fort.
Jack nickte, er hatte eh nicht vor, Alkohol zu trinken. Stattdessen konzentrierte er sich auf Gary.
Man kann ein paar Worte verbergen, aber endlos so tun, das geht nach hinten los. Gary schien das auch zu verstehen. Sie wechselten ein paar Höflichkeiten aus, aber das dauerte nicht lange.
„Ich hab gehört, du bist gerade erst zurück. Warum hast du mich nicht informiert? Heißt das, dass unsere Freundschaft abgekühlt ist?“ Gary sagte diese Worte mit Absicht, und die Konsequenzen könnten schlimm sein, wenn man dieses Thema nicht gut handhabte.
„Ja, genau“, mischte sich Adam ein. „Mein Opa hat dich echt vermisst. Er hat die ganze Zeit von dir geredet, wenn er zu Hause war. Wer hätte gedacht, dass wir von jemand anderem von deiner Rückkehr erfahren? Warum verstecken? Es sieht so aus, als wären unsere beiden Familien Fremde geworden.“
Jack presste sanft die Lippen zusammen und tauschte einen subtilen Blick mit Nathan aus.
Nathan erklärte für Jack: „Da gibt's ein Missverständnis, meine Herren. Jack Walker war einfach nach der Reise müde und wollte sich ausruhen. Er wollte Gary einfach benachrichtigen, nachdem er sich vollständig erholt hatte.“