Kapitel 33: Das Ende des Gesprächs
Wenn Martina keine wichtige Person für Benjamin war, dann gab's vielleicht echt niemanden, der's war.
Am Ende hat Benjamin einfach ein Sportoutfit aus dem Kleiderschrank genommen, das schon ewig nicht mehr getragen wurde. Das Sportzeug hatte Martina mal gekauft und sah irgendwie nach 'nem Pärchen-Style aus.
Das hellgraue Sportoutfit an Benjamins gut gebautem Körper, hat voll die Aura eines Models versprüht und seine Figur betont.
Egal was die Angezogenen anhatten, die Attraktiven sahen einfach immer gut aus. Das war Fakt.
Benjamins Laune war gerade so gut, dass sogar sein Tonfall leichter war als sonst.
Simon hat sich nicht getraut zu atmen und vorsichtig über den Arbeitsbericht neben ihm berichtet.
"Laut Arbeitsplan ist unsere nächste Aufgabe die Teilnahme an einer internationalen Konferenz via Online-Kommunikation."
"Außerdem müssen wir uns noch mit zwei anderen Kunden treffen. Die haben schon seit fast 'nem halben Jahr Termine bei Ihnen und wir können das nicht mehr verschieben."
"Außerdem..."
Bevor Simon ausreden konnte, hat Benjamin lässig mit der Hand gewunken und ist die Treppe runtergestürmt. "Die Arbeit kann heute erstmal warten. Ich hab andere Pläne."
Simon war kurz baff. Wie konnte er die Pläne vom Chef nicht kennen? Er war ja schließlich der Hauptassistent vom Assistenten-Team!
Ob der Chef wohl was Privates geplant hatte?
Na klar, das war's!
Simon schloss schnell: "Wenn ich richtig liege, ist der Chef wahrscheinlich unterwegs, um sich mit Miss Martinez zu treffen."
Um Miss Martinez zu sehen, hat er sich tatsächlich in das Outfit geschmissen, das ist echt unglaublich!
Simon hat sich im Kopf total viel vorgestellt, aber das auszusprechen, traute er sich nicht. "Okay... Okay, Chef", hat er geantwortet.
Nachdem Elizabeth Benjamin unten gesehen hat, ist sie sofort aufgestanden und hat ihn angesprochen: "Sohn, bist du wach? Dann komm und iss was."
Es war offensichtlich, dass Elizabeth auf Benjamin gewartet hat, sonst wär sie nicht zu der Zeit wach gewesen.
Benjamin hat seine Mutter angeguckt und gesagt: "Ich ess nicht. Ich muss raus."
Elizabeth wusste nicht, was Benjamin vorhatte und hat nicht mal daran gedacht, dass Martina damit zu tun hat.
In letzter Zeit, ohne Martina zu Hause, ging's ihr viel besser.
In dem Moment war Elizabeth offensichtlich ein bisschen aufgeregt und wollte sogar ein paar Vorschläge machen. "Benjamin, dein ständiger Stress jeden Tag macht mir echt Sorgen."
Benjamin hat geschwiegen. Er konnte sich nie gut ausdrücken, sonst hätte er Martina nicht so verärgert, dass sie gegangen ist.
Elizabeth hat gesehen, dass Benjamin nicht sauer war und hat ihren Mut zusammengenommen, um weiterzureden: "Eigentlich will ich auch, dass du mehr Zeit mit mir verbringst, aber ich weiß, dass du keine Zeit hast."
"Aber ich langweile mich allein zu Hause total. Man sagt, dass Langeweile zu Krankheiten führen kann."
"Also hab ich gedacht, vielleicht kann Amy wieder rüberkommen, einfach um mich zu begleiten. Okay?"
Wenn es irgendeine andere unwichtige Bitte gewesen wäre, hätte Benjamin ohne zu zögern zugestimmt. Aber diese Bitte hat Benjamin daran erinnert, warum Martina schon wieder abgehauen ist.
Ein Hauch von Missfallen hat in seinen Augen aufgetaucht. "Wie ist nochmal ihr Nachname?"
Elizabeth hat kurz nicht reagiert und ehrlich geantwortet: "Ihr Nachname ist Paloma. Ihr seid zusammen aufgewachsen. Hast du das vergessen?"
Benjamin hat stattdessen eine Frage gestellt: "Wie ist unser Nachname?"
Elizabeth wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihr ist endlich klar geworden, dass Benjamin nicht bereit war, ihrem Wunsch zuzustimmen.
Aber sie hat nicht aufgegeben und gesagt: "Amy ist ein gutes Mädchen. Wir verstehen uns super. Auch wenn wir nicht verwandt sind, sind wir wie eine Familie."
Benjamin wollte keine Zeit mehr verschwenden. "Wenn du wirklich mit ihr zusammenleben willst, kann ich dir ein anderes Haus kaufen."
Er meinte, dass Elizabeth mit ihr ausziehen müsste, wenn Amy hierher käme.
Elizabeth war total sauer. Benjamin hatte ihr bei solchen Sachen noch nie widersprochen. Was stimmte denn mit ihm nicht?
Aber sie war immer noch auf ihren Sohn angewiesen. Wie sollte sie hier weggehen? "Wirst du deine Antwort ändern?"
Benjamin hat es nicht mal für nötig gehalten, Elizabeth anzugucken, sondern Simon angewiesen: "Such ein neues Haus für meine Mutter und organisier jemanden, der ihre Sachen packt."
Benjamin war immer effizient und entschlossen.
Elizabeth hatte Angst und traute sich nicht mehr, solche Gedanken zu äußern.
Sie konnte nur den Kopf senken und so tun, als würde sie sich fügen, und sagen: "Okay, da du es nicht willst, wird Mama es nicht tun. Aber bitte jag mich nicht weg. Ich will immer noch mehr Zeit mit dir verbringen."
Ohne ein Wort ist Benjamin schnell weggegangen.
Simon hat, vielleicht aus Respekt dafür, dass sie die Mutter des Chefs war, ernsthaft eine Erinnerung gegeben.
"Frau Elizabeth Walker, Miss Paloma und Miss Martinez haben sich noch nie verstanden. Wie kann der Chef dem jemals zustimmen?"
Elizabeth hat Simon missmutig angeglotzt und gewarnt: "Du mischst dich nicht in unsere Familienangelegenheit ein."
Simon hat den Kopf geschüttelt und sich vor Elizabeth verbeugt und gesagt: "Tut mir leid, das hätte ich nicht sagen sollen. Ich muss jetzt gehen."
...
Draußen ist Benjamin selbst gefahren, mit der Absicht, sich allein mit Martina zu treffen.
Er hat sich erinnert, dass Martina erwähnt hatte, dass sie wollte, dass er sie in einen Themenpark bringt, wenn er mal Zeit hat.
Er war immer beschäftigt und hatte vorher nie die Gelegenheit, aber heute war's zufällig anders. Er hat's als Wiedergutmachung für sie angesehen.
Sie heute mit Gewalt zurückzubringen, musste sie unglücklich machen, und sie hatte keine Möglichkeit, ihre Emotionen abzubauen. Sie in den Themenpark zu bringen, würde sie sicher glücklich machen.
Benjamin hat Martinas Nummer gewählt und einen Besetztton von seinem Handy gehört, der sagte: "Hallo, die gewählte Nummer ist momentan nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es später noch einmal."
Benjamin hat die Augenbrauen gerunzelt. Könnte es sein, dass er immer noch blockiert wurde?
Er hat Snapchat geöffnet und Martinas angehefteten Chat gefunden.
Er hat einen Videoanruf getätigt, aber das System hat angezeigt, dass es besetzt war und vorübergehend keine Verbindung herstellen konnte.
Ohne Grund hat Benjamins rechtes Augenlid unerwartet gezuckt.
Er hat unbewusst seinen Griff am Lenkrad verstärkt. Was hatte Martina denn schon wieder vor?
Könnte es sein, dass sie immer noch nicht zurückkommen wollte?
In diesem Moment hatte Benjamin keine Ahnung, dass Martina schon abgehauen war.
Er hatte noch nicht mal die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass Martina es wagen würde abzuhauen, und selbst wenn sie es tat, glaubte er, dass sie nie aus seinem Griff entkommen würde.
Also hat sich Benjamin darüber keine Sorgen gemacht. Er dachte nur, Martina hätte einen Wutanfall und würde ihren Ärger an ihm auslassen.
Er glaubte, dass sie, solange er Martina zurückbrachte, sie wusste, dass Amy schon weg war, und vorhatte, sie in den Themenpark zu bringen, wieder so sein würde wie vorher.