Kapitel 131: War er wirklich Herr Benjamin Walker?
Während des Essens passierte Pierre was, was mega unglaubwürdig war.
Benjamin, der eigentlich alles von anderen geregelt bekommen sollte, kümmerte sich jetzt total lieb um die Frau neben ihm.
Martina mochte Shrimps und Krabben voll, war aber nicht so der Krabbenhaus-Experte. Außerdem konnte sie heute nicht so richtig chillen. Obwohl mega leckere Sachen auf dem Tisch standen, hatte sie gar keinen Bock, die anzufassen.
Benjamin checkte das irgendwie.
Er nahm sich ne Krabbe, legte die auf ihren Teller. Zuerst putzte er sich die Hände mit nem feuchten Tuch, dann fing er langsam an, die Krabbe zu knacken.
Wenn man beim Krabbenknacken nicht aufpasst, kann man sich voll schnell wehtun.
Pierre meldete sich sofort: "Herr Walker, kann ich Ihnen helfen? Ich bin voll der Krabbenknack-Profi!"
Er dachte, Benjamin würde die Dinger gern essen, deswegen hat er das gesagt. Aber Benjamin hatte eigentlich gar kein Interesse an dem Zeug.
Martina war in dem Moment auch etwas verwirrt. Was machte Benjamin da? Warum knallte er jetzt auf einmal selbst Krabben?
Benjamin knallte Martina unter ihren verdutzten Augen einfach das Krabbenfleisch und den Rogen vor die Nase.
Wenn Martina vorher noch nicht gecheckt hatte, was abgeht, dann jetzt aber safe. Sie hätte nie gedacht, dass Benjamin freiwillig Krabben für sie knacken würde. Total crazy.
Wenn er die Shrimps letztes Mal nur geknackt hat, um anzugeben, dann war das hier echt ne krasse Aktion.
Martina war vollkommen überfordert. Sie hat Benjamin sogar ne ganze Weile angestarrt und war komplett neben der Spur.
Benjamin hat das irgendwie gemerkt und hat sie ganz lieb angeguckt. "Was ist los? Hab ich was im Gesicht?"
Martina hat Benjamins Tonfall echt nicht verstanden. Hatte der vielleicht echt das Hirn getauscht? Anders konnte sie sich das nicht erklären.
Martina dachte das und beschloss, es einfach zu sagen: "Nee, ich bin nur nicht so dran gewöhnt. Warum bist du auf einmal so? Wenn das vorher alles nur Einbildung war, dann jetzt nicht mehr. Du musst nicht so krass lieb zu mir sein."
Sie hat ihre Worte vor anderen Leuten vorsichtiger gewählt, aber eigentlich hatte sie an viel mehr gedacht, viel mehr als sie gesagt hat. Wäre sie nicht vor so vielen Leuten gewesen, hätte Martina vielleicht noch mehr Fragen gestellt.
Benjamin war nach den Worten kurz wie gelähmt, hat sich aber schnell wieder gefangen.
Sogar sein Gesicht hat gelächelt, so ehrlich, dass man es nicht übersehen konnte. "Weil ich Bock drauf hatte."
Diese einfache Aussage hat Martina kurz umgehauen, weil sie nie gedacht hätte, dass Benjamin so direkt zu ihr sein würde.
Und im nächsten Moment hat Benjamin weitergeredet, sogar vor allen anderen, und hat Sachen gesagt, die total anders waren als vorher, fast unglaublich: "Martina, ich weiß, dass ich vorher viele Sachen gemacht hab, die dir nicht gefallen haben, also versuche ich jetzt, mich zu ändern. Wenn dir was nicht passt, sag's mir einfach."
Simon konnte sich das Grinsen nicht verkneifen, als er das hörte. Er war fast aufgeregter als bei seiner eigenen Beziehung.
Früher war es unmöglich, den Boss irgendwie zu beeinflussen, aber jetzt schien er echt aufgewacht zu sein!
Simon dachte: "Genau! So muss das laufen! Der Boss muss das machen. Wenn das so weitergeht, kriegt der Boss Miss Martinez safe wieder!"
Zum Glück hat Martina nicht gecheckt, was Simon dachte. Sonst hätte sie ihm wahrscheinlich sofort eine geknallt. Seit wann war Simon denn so ein Klugscheißer? War das überhaupt okay?
Aber es war ja verständlich, dass sich Leute ändern können. Wenn Benjamin sich so ändern konnte, warum nicht auch Simon?
Martina saß total verdattert da und wusste nicht, was sie sagen sollte.
Benjamin hat Martina sanft durchs Haar gewuschelt und gesagt: "Okay, denk nicht mehr drüber nach. Ich weiß, was du gerade denkst. Sei einfach du selbst."
Benjamin war früher so sparsam mit Worten, dass er nicht mal mehr als nötig gesagt hat. Aber jetzt konnte er so viel quatschen.
War das nicht überraschend? Pierre, der leise neben ihnen aß, fragte sich sofort, ob er träumte.
War der Mann vor ihm wirklich Herr Benjamin Walker? Konnte er ihn verwechselt haben?
Benjamin, der eigentlich so überlegen war, warum hatte er sich plötzlich so verändert? Irgendwas stimmte nicht.
Aber wegen seines Rufs und seines kalten Gesichts traute sich Pierre gar nichts zu sagen. Am Ende konnte er nur den Kopf senken und essen, so als würde er sich zwingen, nicht zu viel nachzudenken.
Pierre hatte zweifellos bewiesen, dass er in seine aktuelle Position gelangen konnte. Er wusste genau, welche Aktionen er ergreifen und welche er vermeiden sollte.
...
Als das Essen weiterging, hat Martina total viel gegessen und sich super wohlgefühlt.
Aber für die anderen war es anders. Sie waren eigentlich ziemlich satt, aber sie waren total überfordert von der ganzen Schmuse-Atmosphäre.
Besonders Pierre war unzählige Male schockiert. Jedes Mal, wenn er sah, wie Benjamin seinen Status beiseitelegte und in dieser Art und Weise mit Martina sprach, war er total verwirrt.
Er hatte keine Ahnung, wer die Frau wirklich war. Wenn sie tatsächlich die Frau war, über die andere Leute tuschelten, dann schienen die Gerüchte nicht vertrauenswürdig zu sein.
Andere Leute sagten immer, die Frau würde sich schamlos an Benjamin klammern und sogar immer wieder Dinge tun, die schwer zu verstehen waren. Gleichzeitig würde sie sich nicht mal um ihren eigenen Ruf kümmern und alles tun, um an Benjamins Seite zu bleiben.
Aber jetzt war es offensichtlich, dass Gerüchte nur Gerüchte waren. Alles war total anders, oder?
Klar, Pierre konnte das nicht verstehen. Benjamin war derjenige, der jetzt wirklich ängstlich war und Angst hatte, dass Martina sich eines Tages entscheiden könnte, ihn zu verlassen.
Natürlich musste Benjamin doppelt so lieb zu Martina sein, auch wenn andere Leute es nicht verstehen konnten. Aber das lag daran, dass der vorherige Benjamin nicht wirklich aufgewacht war, er war nur ein ahnungsloser Typ.
Der jetzige Benjamin hingegen hatte alles selbst gelernt. Wenn er noch so wäre wie früher, würde seine zukünftige Frau vielleicht wirklich mit jemand anderem abhauen.