Kapitel 232: Vorbereitungen
Martina hatte sich schon 'ne Meinung gemacht, was sie schenken wollte. Jetzt war der nächste Schritt, alles vorzubereiten.
Wie gesagt, sie war voll talentiert in Kunst, ob am Computer oder mit der Hand. Die Ergebnisse waren immer krass, und es gab keinen Grund zu denken, dass es dieses Mal anders wäre, vielleicht sogar noch besser.
Um was richtig Besonderes für Jack zu machen, hatte sie vor, ein Bild für ihn zu malen, also so richtig handmade. Dafür wollte sie edles Papier kaufen, damit ihre Arbeit leichter wird und das Endergebnis geiler aussieht.
Fertig, um ihre Pläne umzusetzen, kam sie in einen Laden, der Schreibzeugs hatte. Obwohl wir im 21. Jahrhundert lebten, gab's immer noch Leute, die sowas cool fanden, und sie konnte ein paar passende Sachen finden.
Obwohl Martina nicht direkt verraten hat, was sie schenken will, hat Elena es sofort an ihren Aktionen gemerkt. Sie konnte sich nicht verkneifen, 'nen kleinen Spruch zu machen: „Unsere Künstlerin bereitet wohl 'ne krasse Überraschung vor.“
Martina hat mit 'nem amüsierten Blick Elena angeguckt und gesagt: „Du bist echt 'ne Tratschtante. Da hast du voll das Talent für. Ich kann dir echt nix verheimlichen.“
Elena hat stolz ihre Brust rausgestreckt und gesagt: „Na klar! Du weißt doch, wer ich bin. Ich bin deine Vertraute. Wenn ich nicht mal mit so kleinen Sachen klarkomme, wär das ja peinlich, und dann lachen uns die anderen aus.“
Martina hat mitgemacht, ohne das ernst zu nehmen. Sie hat gelächelt und gesagt: „Also, lass uns mal das Papier ganz genau aussuchen. Es ist ja 'n Geschenk. Ich kann ja nix Billiges nehmen. Wenn ich schon zu geizig bin, um da reinzustecken, wär's unfair gegenüber Jack.“
Sie haben über 'ne Stunde gebraucht, um das Papier zu finden, mit dem sie zufrieden waren. Danach sind sie aus dem Laden raus, und Martina war voll in der Papierwelt drin, mega heiß drauf, mit dem Malen anzufangen.
Die ganze Nacht ging schnell rum. Martina ist früh aufgewacht, und weil Benjamin wohl die ganze Nacht gearbeitet hat, war er noch nicht wieder da. Aber sie hat sich in solchen Situationen wohler gefühlt. Mit Benjamin im selben Raum zu sein, war irgendwie komisch, obwohl sie sich immer wieder gesagt hat, dass sie sich nicht mit so'm Mist beschäftigen soll.
Manchmal sind manche Sachen und Gedanken echt nicht einfach zu ändern. Vielleicht war das der größte Unterschied zwischen Martina und Benjamin. Ihre Persönlichkeiten waren einfach anders, und Benjamin hat, ob bewusst oder unbewusst, versucht, ihre Beziehung und die Lebensbedingungen zu verbessern. Auch wenn's nicht megaoffensichtlich war, konnte man's spüren, und deswegen hat Martina sich oft unwohl gefühlt.
Weil Benjamin die Nacht weg war, konnte sich Martina besser auf ihre Kunst konzentrieren. Sie hat fleißig bis spät in die Nacht gearbeitet und schließlich das Geschenk fertig gemacht.
Heute war Jacks Geburtstag, und die Feier sollte bei ihnen zu Hause stattfinden. Es war 'ne seltene Gelegenheit, dass Leute von außerhalb kommen durften. Aber jeder Gast brauchte 'ne Einladung, um reinzukommen. Mit einer Einladung durfte nur eine Person rein, wegen Sicherheit und so, damit's keinen unnötigen Stress gibt.
Viele Leute kamen zu der Party, weil sie wollten, dass man ihre Anwesenheit merkt. Sie wollten das Gefühl haben, dabei gewesen zu sein. Aber das in die Realität umzusetzen, war nicht so easy, wie es aussah. Jack war nicht so der Typ, der 'ne riesige Menschenmenge geil findet, und er wollte eigentlich auch nicht mit zu vielen Leuten quatschen.
Wenn's nicht um Status, Alter und Tradition gegangen wäre, hätte Jack vielleicht nicht so seinen Geburtstag gefeiert. Aber es war halt 'ne ungeschriebene Regel geworden. Auch wenn er nicht mega Bock drauf hatte, konnte er nicht ablehnen, auch weil's gut fürs Business war.
Jack hatte schon früh am Morgen angefangen, weil viele Gäste erwartet wurden. Er wusste, dass er sich nicht zu locker machen durfte, und er musste sich 'n bisschen hübsch machen.
Für den Anlass waren sogar Stylisten gekommen. Man sagt ja, je älter man wird, desto wichtiger wird's, sein Image zu pflegen. Das stimmte auch, und Jack wollte top aussehen. Heute war er im Mittelpunkt, also konnte er sich nicht leisten, zu locker zu sein, sonst macht man sich nur zum Gespött.
Je wichtiger jemand ist, desto mehr kümmert er sich um seinen Ruf. Das wusste Jack schon als junger Mann, und jetzt war's noch wichtiger. Er hat sich rechtzeitig für die Party vorbereitet.
Aber er hat gemerkt, dass Martina noch zu Hause war und noch nicht fertig war. Er hatte sogar die Stylisten gebeten, zu bleiben und ihr zu helfen, weil sie ja beide gut aussehen mussten für den Tag.
Als Martina aufgewacht ist und runtergegangen ist, war sie überrascht, weil da 'n paar fremde Leute im Wohnzimmer waren. Die haben wohl auf jemanden gewartet. Sie hat kurz gezögert, und ihre Schritte sind stehen geblieben.
Sie war ja früh aufgewacht, weil sie dachte, die Party wär mittags oder abends. Warum waren denn so viele Leute so früh da? Sie war ein bisschen unsicher, aber hat sich zusammen gerissen und sie angeguckt.
Jack hat sie gehört, hat rübergeguckt und schien ihre Gedanken zu verstehen. Er hat sofort erklärt: „Martina, die Stylisten helfen dir, dich für den Anlass fertig zu machen. Keine Sorge.“
Martina hat's dann gecheckt – das waren die Stylisten, die Jack dagelassen hatte. Anders konnte's ja nicht sein, weil andere Gäste so früh nicht kommen würden, und die Kisten, die sie dabeihatten, haben ja gezeigt, dass sie Stylisten waren.