Kapitel 32: Wusste ein Workaholic, wie man Kleidung auswählt?
Weil **Benjamin** immer mega viel zu tun hatte, hat er nicht viel geschlafen.
Wenn er's geschafft hat, mal fünf Stunden am Tag zu pennen, war das schon 'n Geschenk. Meistens waren's nur zwei, drei Stunden.
Er war bis spät in der Nacht wach und 'n Frühaufsteher – voll im Stress mit seinem Job.
Kein Wunder, dass er manchmal gar nicht gemerkt hat, wie scheiße **Martina** drauf war.
Normalerweise ist **Benjamin** so gegen sechs Uhr morgens aufgestanden und direkt in seinen Arbeits-Wahnsinn abgetaucht.
Aber heute – vielleicht, weil er **Martina** zurückholen wollte – ist **Benjamin** 'ne halbe Stunde früher wach gewesen.
**Benjamins** Zeit war heilig, jede Minute, jede Sekunde durchgeplant. Sogar die Leute in seinem Team mussten sich an seinen Zeitplan halten – Essen, Schlafen, alles.
Gestern Nacht hat **Benjamin** bis kurz nach zwei morgens gearbeitet. Die Teammitglieder haben endlich mal geschlafen, aber nicht lange, da war **Benjamin** schon wieder wach.
Heißt: Die mussten wieder parat stehen, um die Aufgaben für den Tag zu organisieren.
Alle konnten nur seufzen und heimlich über ihre Unzufriedenheit meckern. Aber wenn sie an das fette Gehalt dachten, wurde es besser.
Vor allem trauten sie sich nicht, **Benjamin** wirklich was zu sagen. Der kriegt ja schnell 'nen Hals, und dann wird's ungemütlich.
**Simon** war die Ausnahme. Er hat seinen **Boss** angeguckt, der immer schwieriger wurde, und war frustriert und hilflos.
Dann hat er den Assistenten zugeflüstert: „Haben wir die Arbeit nicht gestern Abend schon fertiggemacht?"
„Warum steht der **Boss** denn schon wieder so früh auf? Gönnt sich ja gar keine Zeit für sich. Scheiß auf seine Gesundheit!"
Die Teammitglieder haben geknickt und waren echt ratlos.
„Keine Ahnung, der **Boss** ist wie 'n emotionsloser Workaholic."
„Aber er kann das ja aushalten, wir nicht. Wenn das so weitergeht, muss ich wohl 'nen Monat ins Krankenhaus zur Untersuchung."
**Simon** hat tief durchgeatmet und die ganzen Beschwerden gehört.
Er hatte die Schnauze voll. „Okay, ihr bleibt hier unten. Ich guck mal, was los ist."
„Ich will wissen, was der **Boss** denkt. Irgendwas ist komisch heute, und wir wollen's nicht falsch verstehen."
Alle haben dankbar genickt und Tränen weggewischt. „Danke!"
**Simon**, der Profi, hat den Arbeitsbericht genommen und ist vor **Benjamins** Schlafzimmer getappt.
Er wollte checken, wie der **Boss** drauf ist, während er den Bericht vorliest.
Aber er hat gesehen, dass **Benjamin** wie versteinert vor seinem Kleiderschrank stand – als würde er 'nem riesigen Gegner gegenüberstehen. Sogar bei Verträgen für Milliarden oder Billionen hatte **Benjamin** nie so geguckt!
**Simon** hat sich gefragt, was los ist.
„Was ist denn los? Hat der **Boss** heute 'ne wichtige Aufgabe zu besprechen, von der ich nichts weiß?"
„Aber selbst wenn, dann würde der **Boss** höchstens 'nen schicken Anzug anziehen und cool aussehen. Warum ist es dieses Mal anders?"
**Benjamin** hat wohl gemerkt, dass **Simon** gekommen ist, und hat ihn angeguckt. Dann hat er was gesagt, was **Simon** komplett überrascht hat.
„Was denkst du, was ihr von den Klamotten im Schrank gefallen würde?"
**Benjamin**, der Workaholic, fragt aus heiterem Himmel nach sowas!
**Simon** hat jetzt endlich gecheckt, was los ist. Der **Boss** macht sich wirklich Gedanken wegen der Klamotten. Aber wer ist dieses „sie", von dem der **Boss** spricht? Wer könnte das sein?
Gerade als **Simon** nachdenklich war, hat er plötzlich was kapiert.
Moment mal!
Seit dem Tag, an dem sich der **Boss** und **Miss Martinez** kennengelernt haben, hatten die beiden keinen Kontakt, aber der **Boss** war gut drauf.
Offensichtlich müssen die was geklärt haben. Aber nur eine Sache konnte die Laune des **Bosses** beeinflussen: Ob **Miss Martinez** zurückkommen würde oder nicht. Hat sie also schon zugesagt?
**Simon** war ja schon 'ne Weile bei **Benjamin** dabei, er kannte ihn ein bisschen. Er hat tief durchgeatmet und vorsichtig auf die Klamotten im Schrank gezeigt. „Wie wär's damit?"
Ehrlich gesagt, **Benjamins** Klamotten sahen alle ziemlich gleich aus. Vielleicht gab's kleine Unterschiede, aber meistens waren's Anzüge. Insgesamt sah's nach 'nem Workaholic-Outfit aus.
**Benjamin** hatte keine Klamotten für zu Hause oder für 'n Date. Er hat sich das Outfit angeguckt, und entgegen seinen Erwartungen hat er die Augenbrauen zusammengezogen.
„Ist das zu langweilig?", hat er gefragt.
**Benjamin** wusste ja, dass **Martina** früher junge, gutaussehende Typen mochte, vor allem welche mit 'nem sonnigen Gemüt. Aber jetzt hatte er nicht ein Outfit, das ihren Ansprüchen entsprach.
Das hat **Benjamin** total frustriert, und seine Laune war schon wieder im Keller. Zum Glück war er nicht auf irgendwen sauer, sondern hat **Simon** Anweisungen gegeben.
„Such mir mal ein paar Klamotten für die Saison raus, mehr trendy Sachen, für zu Hause und für casual."
Das hat alle total überrascht. Sogar **Simon** hat die Augen aufgerissen.
Jeder wusste, dass der **Boss** 'n Workaholic war, dem alles egal war, außer der Arbeit.
Dass so ein Workaholic plötzlich über Klamotten für die Saison und trendige Styles redet, war echt unerwartet.
**Simon** wusste gar nicht, wie er seine Gefühle beschreiben sollte, und hat den Mund gar nicht mehr zugekriegt. Zum Glück war er Profi und hat nicht zu viel von seinen Gedanken gezeigt.
**Simon** dachte ja immer, **Miss Martinez** wäre für den **Boss** vielleicht wichtig und besonders, aber jetzt war er sich sicher.
Alle haben gesagt, **Miss Martinez** wäre für den **Boss** so unwichtig wie 'n Accessoire, aber jetzt war klar, dass das gar nicht stimmt.
Alle haben den Wert, den **Miss Martinez** für den **Boss** hatte, falsch eingeschätzt. Ob früher oder jetzt, nur sie konnte die Laune des **Bosses** beeinflussen, und nur sie konnte die Laune des **Bosses** heilen.