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New York, Mia
Wir sind wieder runter zur Party am Grill gegangen. Sebastian ist zu seinem Bruder rüber, total vertieft in ein Gespräch, was so eine Mischung aus Brüder-Ding und 'Was geht ab im Leben?' war. Ich hab derweil Sophia geholfen, den Tisch zu decken, Teller zu platzieren und Getränke zu holen.
Sophies Aufregung war mega krass spürbar, als sie die Teller so vorsichtig hingestellt hat, mit einem fetten Grinsen im Gesicht. "Das ist mein erstes Grillen in diesem Haus, und ich bin so aufgeregt!" hat sie gequietscht, und ihre Begeisterung war echt ansteckend. Ich hab mich voll mitgefreut, voll geil, Teil von diesem besonderen Abend zu sein.
Während ich Sophia geholfen hab, kam Sebastians Mama, Elena, mit einem warmen Lächeln auf uns zu. "Hallo, Mia", hat sie gesagt, und ihre Augen sind zu meinem Bauch gewandert. "Ich sehe den schönen Babybauch."
Aus dem Augenwinkel hab ich eine kleine Veränderung in Sophies Gesicht gesehen. Ihr Lächeln ist verblasst, und ein bisschen Missfallen hat man in ihrem Blick gesehen. Ich hab mich gefragt, ob da nicht mehr dahintersteckt. Vielleicht lag's daran, wie Elena Sebastian und mich quasi zur Heirat gezwungen hat, oder irgendeine unausgesprochene Spannung zwischen denen. Ich konnte ihr aber nicht ewig böse sein, auch wenn ich meine Zweifel an Elena hatte.
"Danke, Elena", hab ich mit einem höflichen Lächeln geantwortet, ohne dass ihr Kommentar meine Stimmung versaut hat.
Elena hat mich weiter angelächelt, ihre Art war herzlich. "Ich freu mich so, dich wiederzusehen. Ich hab gehört, du warst im Krankenhaus."
Ich hab genickt, dankbar für ihre ehrliche Sorge. "Ja, wegen hohem Blutdruck", hab ich zugegeben. "Aber jetzt ist alles gut."
Elena hat verständnisvoll genickt. "Gut, ich bin froh, dass es dir besser geht. Deine Gesundheit ist das Wichtigste."
Gerade als unser Gespräch in eine freundlichere Richtung zu gehen schien, hat Patricks Stimme die Stille durchbrochen. "Das Grillen ist fertig", hat er verkündet und so alle Aufmerksamkeit auf das Hauptereignis gelenkt.
Ich hab die Servietten zusammengesucht und bin nach draußen gegangen, wo die Gäste schon saßen. Ich hab mich neben Sebastian gesetzt, und er hat sich zu mir gelehnt und mir ins Ohr geflüstert, seine Stimme war neugierig. "Hat meine Mutter gerade mit dir geredet?"
Ich hab genickt, wollte keine riesige Sache draus machen. "Sie hat nur gefragt, wie's mir geht", hab ich ihm versichert, auch wenn ich gespürt hab, dass mehr hinter seiner Frage steckte.
"Nur das hat sie gefragt?" hat Sebastian nachgebohrt, seine Augenbrauen haben sich ganz leicht gerunzelt.
Ich hab mit den Schultern gezuckt, war mir nicht ganz sicher, warum er so bohrt. "Ja, warum?" hab ich gefragt, in der Hoffnung, er würde seine Bedenken erläutern.
Sebastians Gesichtsausdruck blieb nachdenklich, als er über das kurze Gespräch seiner Mutter mit mir nachgedacht hat. "Ich frag mich nur", hat er schließlich geantwortet und mir das Gefühl gegeben, dass da vielleicht mehr hinter der Geschichte steckt.
Das Grillen war der absolute Hammer. Der Duft von brutzelndem Fleisch, der frische Salat und die knusprigen Pommes haben eine unwiderstehliche Kombi ergeben. Ich konnte nur staunen über das leckere Essen vor uns. Der erste Bissen vom saftigen Fleisch hat meine Geschmacksnerven in den puren Glückszustand versetzt, und der frische Salat war ein erfrischender Kontrast zu den herzhaften Aromen. Die Pommes waren goldgelb und perfekt knusprig, was der Mahlzeit eine zusätzliche Ebene an Genuss verlieh. Ich konnte nicht genug kriegen und hab jeden Bissen genossen.
Mitten im köstlichen Festmahl sind die Gespräche locker geflossen. Lachen und Anekdoten haben die Luft erfüllt, und so eine Atmosphäre von Wärme und Kameradschaft erzeugt. Patrick, immer der, der Nostalgie anstachelt, hat angefangen, sich zu erinnern. "Weißt du noch, als wir jünger waren, Seb? Wie wir mit nur Unterwäsche im Haus rumgerannt sind und die Haushälterin uns gejagt hat?"
Sebastian hat gekichert, seine Augen haben vor schönen Erinnerungen gefunkelt. "Ich erinnere mich daran, und sie hat uns immer gedroht, dass sie uns alle Schokolade aus der Speisekammer wegnimmt, wenn wir uns nicht benehmen."
Patrick hat ins Lachen mit eingestimmt, seine Stimme war amüsiert. "Stimmt, oder? Als ob wir keinen geheimen Vorrat in unserem Zimmer hätten."
Ihr gemeinsames Lachen hallte durch den Garten, und wir anderen konnten nur mitmachen. Es war herzerwärmend, diesen Geschichten aus ihrer Kindheit zuzuhören und einen Blick auf die schelmischen Brüder zu erhaschen, die sie mal waren. Die Art und Weise, wie sie ihre Späße erzählten, machte deutlich, dass die Familienbande stark waren und die Zeit ihre Verbindungen nur vertieft hatte.
Als wir alle unsere Teller leer hatten, wurde klar, dass die Männer andere Pläne für den Nachmittag hatten. Patrick, Sebastian und Sebastians Vater haben sich für eine Runde Golf entschieden, und Sophia und ich durften den Tisch abräumen. Wir haben die leeren Teller und das Besteck zusammengesammelt und uns Geschichten erzählt, während wir zusammen den Essbereich im Freien aufgeräumt haben.
Sebastians Mama, Elena, hat sich mit einem sanften Lächeln und einer Hand an der Schläfe entschuldigt. "Ich hab ein bisschen Kopfschmerzen, also geh ich mich in einem der Gästezimmer ausruhen", hat sie erklärt.
Ich hab verständnisvoll genickt, und Sophia hat ihre Schwiegermutter herzlich angelächelt. "Klar, Elena. Nimm dir alle Zeit, die du brauchst. Wenn du was brauchst, sag einfach Bescheid."
Nachdem wir den Tisch abgeräumt hatten, hab ich Sophia gesagt, dass ich aufs Klo geh. Das Nachglühen unseres köstlichen Grillens hing immer noch in der Luft, und ich hab die Gelegenheit für einen Moment der Ruhe begrüßt.
Ich bin nach oben gegangen, das elegante Dekor des Hauses hat mich umgeben. Die Treppe führte zu einem Flur, und ich bin zum Badezimmer gegangen, mein Kopf war noch voller Wärme des Abends. Als ich mich der Badezimmertür näherte, hab ich einen Moment gezögert und über die Ereignisse des Tages nachgedacht.
Gerade als ich die Badezimmertür öffnen wollte, bin ich wie angewurzelt stehen geblieben. Eine Stimme erreichte meine Ohren von der anderen Seite, und ich hab schnell gemerkt, dass es Elena, Sebastians Mutter, war. Sie schien sich meiner Anwesenheit nicht bewusst zu sein, denn ihre Stimme trug sich leicht durch die Tür.
"Ja", hat sie gesagt, ihr Ton war nicht so gedämpft, wie sie vielleicht gedacht hat.
Ich bin stehen geblieben und hab aufmerksam zugehört, meine Neugier wurde durch das heimliche Gespräch geweckt.
Elena hat weitergesprochen, ihre Worte enthüllten etwas, was ich nicht erwartet hatte. "Sebastian ist mit Mia verheiratet, weil sie schwanger ist. Ihre Ehe wird nicht halten. Ich hab schon mit Sebastian darüber gesprochen."
Meine Augenbrauen haben sich verwirrt verknittert. Ich konnte nicht glauben, was ich hörte. Elena schien meine Ehe mit ihrem Sohn so zu besprechen, als wäre es eine Art Abmachung. Ich meine, irgendwie war's das ja auch, aber im Moment hat es sich wie eine echte Ehe angefühlt. Die Wärme und Akzeptanz, die ich vorher an dem Tag gespürt hatte, fühlten sich jetzt wie Fassade an.
Elenas Stimme fuhr fort, und mein Herz sank, als ich ihre nächsten Worte hörte. "Nachdem das Baby geboren ist, wird er die Scheidung einreichen und das Baby nehmen. Er wird Amanda heiraten, damit sie das Baby zusammen großziehen können."
Ich stand unter Schock, mein Kopf raste. Amanda? Wer war Amanda, und warum sollte Sebastian sie angeblich heiraten, nachdem unser Kind geboren war? Das ergab alles keinen Sinn, und ich spürte ein wachsendes Unbehagen.
"Ich werde nicht zulassen, dass mein Sohn mit dieser Teufelin von Frau zusammen ist. Ich werde dafür sorgen", hab ich Elena sagen hören.
What the fuck?!