Kapitel 13
Der neue Buchhalter, mittlerweile, lehnte sich in einem ruhigen Bereich des Büros über seinen Schreibtisch und runzelte die Stirn über die Finanzunterlagen der Firma. Sein Name war Sam Barclays und er war von Derrick geschickt worden, um in Bobbys engstem Kreis herumzuschnüffeln und Beweise für dessen Verfehlungen zu sammeln.
Während Sam Barclays die Zahlen sortierte, raste sein Kopf mit den Implikationen von Bobbys neuster Strategie. Er wusste, dass Derrick und Newton auf dem Laufenden gehalten werden mussten, was Bobbys Aktionen anging, wenn sie auch nur einen Funken Hoffnung haben wollten, ihre Anteile an der Firma zurückzugewinnen. Aber Sam Barclays wusste auch, dass er aufpassen musste, keinen Verdacht zu erregen, falls Bobby von seiner wahren Loyalität erfuhr.
Derricks Bedürfnis nach Gerechtigkeit und sein Wunsch, die Geheimnisse seines Bruders zu erfahren, waren seine ständigen Gedanken, als er tiefer in deren Aufdeckung grub. Gedanken an Sarah verfolgten ihn weiterhin wie eine beunruhigende Melodie, selbst inmitten des Chaos seiner Recherche, und jedes verdammniswürdige Detail, das er fand, verstärkte nur seinen Entschluss, Bobby in die Knie zu zwingen.
Derricks Gedanken wanderten an einem Abend zu Sarah, als er in seinem ruhigen Büro Finanzpapiere durchsuchte; ihre Erinnerung spukte wie ein Geist in ihm herum. Ihr Gesicht war von Tränen bedeckt, die Trauer in jeder Falte ihres blassen Gesichts sichtbar. Der Anblick ihres Gesichts wollte seine Gedanken nicht verlassen. Derrick seufzte schwer und warf die Dokumente vor sich weg, sein Kopf voller Erinnerungen an das letzte Mal, als sie sich getroffen hatten.
"Ich kann nicht glauben, dass ich sie mir durch die Lappen gehen ließ", murmelte Derrick vor sich hin, seine Stimme voller Bedauern. "Ich habe versprochen, sie zu beschützen, und doch leidet sie hier unter den Händen meines eigenen Bruders."
Gerade dann klopfte es an die Tür und unterbrach Derricks Gedanken. Er blickte auf und sah seine Assistentin, Emily, im Türrahmen stehen, ihr Ausdruck voller Sorge.
"Geht es Ihnen gut, Mr. Duke?", fragte Emily, ihre Stirn in Sorgenfalten gelegt. "Sie scheinen abgelenkt zu sein."
Derrick schenkte ihr ein gezwungenes Lächeln, sein Kopf hing immer noch an Sarah. "Mir geht es gut, Emily", antwortete er, seine Stimme angestrengt. "Ich habe nur mit ein paar... Familienangelegenheiten zu tun."
Aber Emily war nicht überzeugt, ihre Intuition sagte ihr, dass es mehr gab, als Derrick zugab. "Wenn Sie jemals reden müssen, Mr. Duke, ich bin für Sie da", sagte sie sanft, ihre Augen voller Empathie.
Derrick nickte dankbar, dankbar für Emilys unerschütterliche Unterstützung. "Danke, Emily", sagte er, seine Stimme von Dankbarkeit gefärbt. "Ich werde das bedenken."
Als Emily den Raum verließ, wandte Derrick seine Aufmerksamkeit wieder den Dokumenten zu, die auf seinem Schreibtisch verstreut lagen, sein Entschluss durch die Erinnerung an Sarahs Leid gestärkt. Er wusste, dass er nicht ruhen konnte, bis er Bobbys Verbrechen aufgedeckt und Sarah aus seinen verrückten Händen befreit hatte.
Aber selbst als er tiefer in seine Ermittlungen eintauchte, wanderten seine Gedanken immer wieder zu Sarah, ihr Gesicht spukte wie ein Geist aus seiner Vergangenheit in ihm herum. Mit jedem Augenblick, der verging, wuchs Derricks Entschlossenheit, sie zu retten, nur noch stärker, sein Herz standhaft in seinem Entschluss, die Frau zu beschützen, die ihm am Herzen zu liegen schien, egal was es kostete.
Und während er schwor, Gerechtigkeit zu verschaffen, blitzte der Gedanke an Sarahs bessere Zukunft wie ein optimistisches Zeichen im Hintergrund in seinem Kopf auf.
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Sarah sah, wie Derrick durch die Tür stolperte, seine Schritte wackelig von der Wirkung des Alkohols, der durch seine Adern raste. Mit einem besorgten Blick auf ihrem Gesicht beugte sie sich herunter, um ihn zu unterstützen.
Sarah half Derrick, sich auf der Couch niederzulassen, sie konnte das Gefühl der Unruhe, das in ihrem Bauch herrschte, nicht abschütteln. "Derrick, geht es dir gut?", fragte sie, ihre Stimme voller Sorge.
Derrick schenkte ihr ein schwaches Lächeln, seine Worte nuschelten leicht. "Mir geht es gut, Sarah", antwortete er, sein Atem schwer vom Geruch von Alkohol. "Hatte nur... ein bisschen zu viel getrunken, das ist alles."
Sarah runzelte die Stirn, ihre Sorge wuchs bei seinem Anblick in einem solchen Zustand. "Du weißt, das ist nicht gut für dich", sagte sie sanft, ihre Augen suchten seine nach einem Anzeichen von Verständnis.
Derricks Lächeln fiel leicht, seine Augen sanken zu Boden. "Ich weiß, Sarah", murmelte er, seine Stimme voller Bedauern. "Aber manchmal ist es die einzige Möglichkeit, zu vergessen... auch wenn es nur für eine kurze Zeit ist."
Sarahs Herz brach bei seinen Worten, ein Stich der Empathie durchfuhr ihre Adern. "Du musst dich deinen Dämonen nicht allein stellen, Derrick", sagte sie sanft und griff nach seiner Hand, um sie als Geste des Trostes zu drücken. "Ich bin für dich da, egal was passiert."
Derrick blickte in ihre Augen, seine Augen waren voller einer Mischung aus Dankbarkeit und Traurigkeit. "Danke, Sarah", sagte er, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. "Du bist die Einzige, die für mich da ist... selbst wenn wir uns zu 80 % nicht kennen."
Tränen standen in Sarahs Augen bei seinen Worten, ihr Herz brach angesichts des Schmerzes, den er in sich trug. "Du bist nicht allein, Derrick", versprach sie, ihre Stimme voller Versicherung. "Wir werden das gemeinsam durchstehen, egal was es kostet."
Sarah runzelte die Stirn, ihr Herz schmerzte beim Anblick von Derrick in einem solchen Zustand. Sie wusste, dass seine Auseinandersetzungen mit seinem Bruder eine ständige Quelle des Schmerzes für ihn waren, eine Erinnerung an die Dämonen, mit denen er jeden Tag kämpfte. Aber trotz seiner Fehler konnte sie nicht anders, als sich zu ihm hingezogen zu fühlen, ihre Gefühle für ihn wogen schwerer als alle Rückschläge, die sie vielleicht hatte.
Als Derrick sich auf der Couch niederließ, holte Sarah ihm ein Glas Wasser, in der Hoffnung, die Auswirkungen seiner Trunkenheit zu lindern. Aber als sie zurückkam, bewunderte sie ihn, ihre Augen verharrten auf seinen gutaussehenden Zügen, die sich mit Hilfe des Mondes noch mehr erhellten.
Ohne nachzudenken, griff Sarah aus und strich sanft eine Haarsträhne von Derricks Stirn, ihre Berührung kribbelte an seiner Haut. In diesem Moment war die Luft zwischen ihnen heiß von der Spannung, die keiner leugnen konnte, das unausgesprochene Verlangen brodelte knapp unter der Oberfläche.
Derricks Augen trafen ihre, sein Blick war voller einer Mischung aus Verletzlichkeit und Begierde. In diesem Moment spürte Sarah, wie sich ihre Unsicherheit verlagerte, ihr Herz schlug in ihrer Brust, als sie sich ihm näherte, ihre Lippen schwebten nur wenige Zentimeter von seinen entfernt.
Ihr Atem vermischte sich in der Stille der Nacht, als Derricks Hand ihre fand, seine Berührung löste einen Elektrizitätsschub aus, der durch ihre Adern floss. Und in diesem besonderen Moment der Hingabe wusste Sarah, dass sie sich ihm vollkommen verloren hatte, ihr Herz lag schutzlos vor ihm in all seiner zerbrechlichen Verletzlichkeit.
Als sich ihre Lippen in einem weichen, aber notwendigen Kuss trafen, fiel die Welt um sie herum weg, verloren in der berauschenden Umarmung ihrer Gefühle. In diesem Moment gab es nur Derrick und Sarah, zwei Seelen, die durch dick und dünn miteinander verbunden waren.
Doch als der Morgen kam, stürzte die Realität auf sie ein, das Gewicht ihrer Taten lastete auf ihnen wie eine erstickende Decke. Sarahs Herz raste vor Angst, als sie die Konsequenzen ihrer Handlungen erkannte, die Auswirkungen ihrer verbotenen Liebe drohten, sie auseinanderzureißen.
Sie taten so, als wäre nichts geschehen. Sie kehrten zu ihrer normalen Routine zurück.
Als die Tage vergingen, konnte Sarah das Gefühl der Unruhe, das sich in ihrem Bauch niederließ, nicht abschütteln. Ihr Verstand raste mit Gedanken an die Konsequenzen ihrer leichtsinnigen Handlungen, die Angst, dass Bobby es herausfinden könnte, lastete schwer auf ihrem Herzen. Aber inmitten des Chaos ihrer ganzen Gefühle gab es eine Wahrheit, die sie nicht ignorieren konnte: Sie war schwanger.
Mit zitternden Händen griff Sarah nach der kleinen Schachtel, die in der hinteren Ecke des Badezimmerschranks versteckt war, ihr Herz pochte in ihrer Brust, als sie einen Schwangerschaftstest herauszog. Während sie darauf wartete, dass die Ergebnisse erschienen, war ihr Geist von verschiedenen Emotionen auf den Kopf gestellt, von Angst und Unsicherheit bis hin zu einem Flimmern der Hoffnung.
Als der Test zwei unverkennbare, gerade Linien zeigte, stockte Sarah der Atem, ihre Hände zitterten, als sie ungläubig auf den winzigen Plastikstab hinunterblickte. "Nein", sagte sie, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern. "Das kann nicht sein."
'Nein... nicht schon wieder, bitte.' Sarah starrte mit Tränen auf den zwei Linien.
Aber selbst als sie versuchte, die Wahrheit vor sich zu leugnen, wusste Sarah tief in ihrem Inneren, dass es kein Entkommen aus der Realität ihrer Situation gab. Mit schwerem Herzen steckte sie den Schwangerschaftstest zurück in seine Schachtel und versteckte ihn, als könnte er die unbestreitbare Wahrheit auslöschen, die darin lag.
In den folgenden Tagen tat Sarah ihr Bestes, um ihr wachsendes Geheimnis vor Bobby zu verbergen, begrub ihre Ängste und Unsicherheiten und versuchte, sich normal zu verhalten. Aber mit jedem Tag wurde das Gewicht ihres Geheimnisses schwerer und drohte, sie von innen heraus zu verzehren.
Als sie zusah, wie Bobby sich in ihrem Zuhause bewegte, ohne ihre missliche Lage zu kennen, konnte Sarah nicht umhin, einen Stich des Schuldgefühls zu verspüren, der ihr Gewissen nagte. Wie konnte sie ein Kind in eine Welt bringen, die so voller Dunkelheit und Ungewissheit war? Wie konnte sie ihr ungeborenes Baby vor den Gefahren schützen, die direkt vor ihrer Haustür lauerten?