Kapitel 107 Hässliches Gesicht
Die anderen am Tisch hörten Reeds Worte und spürten, dass irgendwas komisch war. Einer nach dem anderen legten sie unbewusst die Essstäbchen aus ihren Händen und lauschten Reed aufmerksam.
Reed bemerkte ihre Bewegungen. Er winkte ihnen sanft mit der Hand, um sie zum Schweigen zu bringen.
Daraufhin fragte er vorsichtig: „Habt ihr irgendwas falsch verstanden? Warum stürmt ihr unser Zuhause?“
Die Stimme von der anderen Seite war kalt: „Jonathan hat eure Familie mal gegrüßt, um euch zu bitten, einen Weg zu finden, um Lauras Anwalt davon abzuhalten, rechtzeitig zu kommen, richtig?“
Als Reed das hörte, brach ihm kalter Schweiß aus.
Er hatte gedacht, es wäre nur eine Kleinigkeit. Er hatte nicht gemerkt, dass er das Rechtsteam damit verärgert hatte.
Reed verfluchte diesen verdammten Jonathan ein paar Mal in seinem Herzen, und seine Haltung am Handy wurde noch ein bisschen demütiger: „Es tut mir leid, es tut mir leid, wir haben Mist gebaut. Aber wir sind nicht schuld an diesem Vorfall…“
Die Person am Telefon sagte kalt: „Wenn wir uns nicht geirrt haben, habt ihr euch neben dieser Sache auch an einer Menge Unterschlagung, Bestechung und der Beschäftigung von Kinderarbeit beteiligt, oder?“
Der Mann vom Rechtsteam höhnte und sagte: „Wir sehen uns in einer Stunde.“ Dann legte er ohne Umschweife auf.
„Meldung, Captain.“ Das Teammitglied, das die neuen Infos direkt nach dem Auflegen des Telefons erhalten hatte, ging auf Anthony zu und salutierte ihm: „Die Ermittlungsergebnisse sind da. Es war tatsächlich die Zhang-Familie, die den Autounfall arrangiert hat, um zu verhindern, dass der Anwalt der Klägerin am Tatort eintrifft!“
Anthony stützte eine Hand auf den Tisch und blätterte sorgfältig durch die Dokumente unter ihm. Er nickte, nachdem er zugehört hatte.
Als er seine kalte Reaktion sah, versicherte ihm das Teammitglied weiter: „Keine Sorge, Captain. Wir werden die Zhang-Familie auf jeden Fall vor Gericht bringen!“
Anthonys Handbewegungen ruckten. Sein Gesichtsausdruck blieb ruhig, aber sein Ton wurde sehr ernst: „Hm. Ihr müsst euch unbedingt an die Gesetze und Vorschriften halten. Denkt daran, dass es für mich gilt.“
Die Teammitglieder gaben ihm noch einmal einen Militärsalut: „Jawohl, Captain!“
……
Nachdem sie Emmas neueste Nachrichten gehört hatte, lief Kimberly aufgeregt im Klo hin und her.
„Wie zur Hölle ist Anthony da reingeraten? Was zur Hölle geht hier ab?“
Emma saß mit einer Tasse Tee auf dem Sofa. Als sie Kimberlys Ungeduld sah, beruhigte sie sie herzlich: „Mach dir keine Sorgen. Anthonys Ankunft bedeutet ja nicht gleich irgendwas.“
„Es kann doch nicht Laura gewesen sein, die Anthony hierher eingeladen hat. Wie hätte sie das tun können? Die White-Familie ist hier, um Laura wegen Marcus zu helfen.“
„Also musst du dir überhaupt keine Sorgen machen, dass die White-Familie Laura hilft. Was meinst du?“
Als Emma das sagte, nahm sie noch einen großen Schluck Tee und sah Kimberly erwartungsvoll an.