Kapitel 44 Computer
Laura hatte nur ein Wort gesagt, als sie das plötzliche Schluchzen vor der Bürotür hörte.
"Mama, du musst für mich Gerechtigkeit fordern. Ich habe nichts getan, warum hat Laura mich so gemobbt..."
Nora kam mit einer eleganten, mittelalterlichen Frau herein. Mit Tränen in den Augen hob sie den Kopf und fixierte Laura mit einem Blick, der Genugtuung darüber ausdrückte, dass sie jemanden zur Unterstützung hatte.
Beim Anblick von Frau Bootes schicken Markenklamotten tropfte der Schweiß von der Stirn der Lehrerin. Die Schüler in Klasse 8 hatten alle mächtige Hintergründe. Sie hatte am meisten Angst, dass jemand in dieser Klasse Ärger machen würde. Schließlich war sie nur eine Highschool-Lehrerin, die es sich nicht leisten konnte, jemanden zu verärgern...
Die Lehrerin wischte sich mit der Hand den Schweiß von der Stirn und stand mit einem gefälligen Lächeln auf: "Frau Boote, da sind Sie ja."
"Na klar." Frau Boote warf ihr einen verächtlichen Blick zu und legte den Arm um Nora. "Wenn ich nicht herkommen würde, wüsste ich ja gar nicht, wie meine Kinder in der Schule gemobbt werden. Finden Sie nicht auch, Frau Lehrerin?"
"Ja, ja, ja, ich verstehe, ich verstehe." Die Lehrerin rückte eilig einen Stuhl herbei: "Frau Boote, bitte nehmen Sie Platz."
"Ja." Frau Boote setzte sich. Ihr Gesicht war stark geschminkt, was sie gemein aussehen ließ. "Dieses Problem ist leicht zu lösen. Schmeißt diese Schülerin raus."
Die Lehrerin nickte: "Da haben Sie Recht, da haben Sie Recht."
Frau Davis, die den ganzen Vorgang mitbekommen hatte, seufzte plötzlich. Der Seufzer war voller Bedauern. Laura war so eine gute Schülerin, wie konnte sie nur so etwas tun? Sie sah Laura an und sagte bedauernd: "Laura, mach der Lehrerin keinen Vorwurf, dass sie diese Entscheidung trifft. Die Schule hat eine klare Richtlinie, dass Schüler, die ihre Mitschüler mobben, rausgeschmissen werden."
"Frau Davis, ich habe meine Mitschüler nicht gemobbt."
Laura blieb ruhig, als sie zu Frau Davis' Schreibtisch ging und sagte: "Frau Davis, kann ich Ihren Computer benutzen?"
"Hä?" Frau Davis stockte einen Moment, reichte aber ihren Laptop herüber: "Klar. Hier ist er."
Ohne ein Wort zu sagen, beugte sich Laura hinunter und fuhr mit den Fingerspitzen über das Trackpad, als würde sie nach etwas suchen.
Alle waren verwirrt darüber, was Laura vorhatte. Frau Boote wartete kaum eine halbe Minute, bevor sie ungeduldig wurde. Sie fluchte: "Du bist Laura, richtig? Ich bin mir sicher, dass du ein ungebildetes Mädchen bist. Du wirst gleich rausgeschmissen und willst immer noch am Computer spielen. Du bist nur eine Schlampe vom Land..."
Frau Davis runzelte die Stirn über die vulgären Worte. Laura war nur eine Schülerin. Obwohl sie etwas falsch gemacht hatte, ging das zu weit.
Frau Boote beendete schließlich ihre Schimpftirade und sagte laut: "Du wartest nur darauf, dass ich das, was du getan hast, ins Internet stelle, damit es jeder sehen kann!" Danach nahm sie ihr Handy heraus und bearbeitete den Text.
Frau Davis sagte ängstlich: "Diese Konsequenz ist zu ernst, Laura könnte im Internet gemobbt werden..."
Aber auf der anderen Seite blieb Laura ruhig und arbeitete am Computer, ohne sich um Frau Boote zu kümmern.