Kapitel 65 Rücktritt
Sie hat gekonnt operiert, ganz locker, an dem dünnen Körper des Patienten.
Der zuständige Arzt hat ihr bei der OP zugeguckt. Am Anfang war er etwas mulmig, aber nach einer Weile gucken wurde er langsam überrascht. So eine Technik hatte er noch nie gesehen... Aber medizinisch gesehen war alles korrekt...
Bevor der zuständige Arzt das kapieren konnte, war Laura mit der OP fertig. Sie hat den Direktor angeguckt und gesagt: "Er ist geheilt."
"Geheilt?" Der Direktor war baff und hat dann unbarmherzig gespottet: "Geheilt? Was kannst du denn in so kurzer Zeit schon machen?" Die Worte waren immer noch voller Unglauben.
Der zuständige Arzt hat das Gesicht des jungen Mannes angeguckt, auf dem die Röte langsam zurückkam, und wollte was sagen: "Direktor..."
"Piep, piep, piep!" Der plötzliche Sound des EKG-Geräts hat sich wie ein schwerer Hammer angehört, der jedem hart ins Herz geschlagen hat. Auf dem Bildschirm ist die grüne Linie, die fast gerade war, langsam wie ein Berg und Tal hoch und runter gegangen.
Der zuständige Arzt war total aus dem Häuschen: "Er ist wirklich geheilt!"
Und der Direktor der Inneren Medizin war schon wie versteinert und hat ungläubig geflüstert: "Wie ist das möglich...? Wie ist das möglich..."
Ein paar Momente später hat der junge Mann, der auf dem Tisch lag, leise gestöhnt und schwach die Augen aufgemacht. Er hat starr an die Decke geguckt, als ob er nicht glauben konnte, dass er wieder aufwachen konnte: "Ich... Immer noch... Am Leben... Bin ich?"
"Super! Das ist echt gut, richtig gut! Nicht nur, dass du aufwachen kannst, sondern auch noch reden!" Der zuständige Arzt war so aufgeregt, dass er Laura in den Arm genommen hat: "Wie hast du das gemacht, oh mein Gott! Ich hab so eine medizinische Fähigkeit noch nie gehört!"
Seine Bewegungen waren so breit und ungestüm, dass sie etwas Schmerzen hatte. Laura hat leicht die Stirn gerunzelt, aber seine Hand nicht weggeschoben, wegen seiner Überaufregung. Stattdessen hat sie den Kopf zum Direktor gedreht und ernst gesagt: "Herzlichen Glückwunsch, dein Eid hat sich bewahrheitet. Ab jetzt bist du gefeuert."
Der Direktor ist wie erstarrt, und ein Anflug von Ärger ist über sein Gesicht gehuscht.
"Was, was für ein Eid... Ich hab doch nur so dahergeredet... Außerdem," plötzlich hat er sich an was erinnert, er ist sofort selbstbewusst geworden: "Solange ich nicht kündige, was kannst du mir schon antun? Was hast du für ein Recht, mich zu feuern? Du bist doch nur eine Gastärztin!"
Laura hat gelangweilt gelächelt: "Ob du's glaubst oder nicht, ist deine Sache, aber dich zu feuern, ist meine Sache."
Die Tür zum OP ist plötzlich aufgerissen worden, und ein Mann mittleren Alters mit Glatze, der sich mit einem Taschentuch den Schweiß abgewischt hat, ist mit einem panischen Gesichtsausdruck herangejoggt.
"Es tut mir leid, Miss Taylor." Er hat geatmet wie ein Walross und konnte seine holprige Atmung nicht regulieren, bevor er Laura zugenickt hat: "Ich hab dich vorhin nicht abgeholt, weil ich aufgehalten wurde..."
Laura hat gleichgültig genickt: "Ist okay."
"Na, das ist gut, das ist gut."
Der Mann mittleren Alters mit Glatze hat seine Arbeit getan, um seiner zukünftigen Chefin zu gefallen, und ist selbstbewusst geworden, als er die beiden Leute neben sich angeschaut hat.