Kapitel 275 Schießstand
Laura wollte die Brüder und Schwestern eigentlich fragen, wo's als Nächstes hingeht.
Bevor ich das zu Ende fragen konnte, hat Wu Yue ganz schnell ihre Hand hochgerissen und gesagt: „Ich will auch mit! Ich geh überall hin, wo ihr hingeht!“
Wu Feng hat nix gesagt, nur auf seine Füße gestarrt, aber seine Hand ausgestreckt und Wu Fengs Ärmel gepackt, so nach dem Motto, ich komm mit.
Laura musste Marcus angucken und ihm zuzwinkern. „Was meinst du?“
Marcus hat die Lippen aufeinandergepresst und seine Augen sind für einen Moment ziemlich mürrisch über seine Schwester und seinen Bruder gewandert.
Warum gibt's auf der Welt eigentlich Leute, die nicht checken, dass sie gerade den Buhmann spielen?
Wu Yue hat wohl was gecheckt. Sie hat die Schultern hochgezogen und ist einen Schritt zurückgetreten, hinter Laura.
„Ich will auch mit…“ ganz jämmerlich, hat sie geknatscht.
Marcus: „…“
Völlig geschlagen.
Marcus hat weggeschaut. „Kann Mann machen.“
Also ist die ganze Truppe ziellos durch den riesigen Flughafen geirrt, bis Wu Yue was entdeckt hat. Sie hat Laura aufgeregt vor sich festgehalten: „Sheng Sheng, guck mal, Schießhalle!“
Laura ist einen Schritt weitergegangen und hat in die Richtung geguckt, auf die Wu Yue mit dem Finger gezeigt hat.
Die Schießhalle ist ein Stadion mit Glaswänden. Mit ihrem Adlerauge konnte sie gut erkennen, dass ein paar Leute vor Holzrahmen auf dem riesigen Kunstrasen standen und mit irgendwelchen Teilen rumgefummelt haben, als würden sie Bögen und Pfeile zusammenbauen.
Laura hat das interessiert, sie hat Wu Yues Hand genommen: „Komm, wir gucken mal.“
Also sind die alle in ihre Richtung gelaufen.
Laura ist in die Schießhalle rein. Als Erstes ist sie zum Regal gegangen und hat instinktiv die Teile angefasst, die da lagen.
„Ey, Finger weg!“ Ein Mitarbeiter, der daneben stand, hat sie in unfreundlichem Ton angemeckert und Lauras Hand gleich weggewedelt. „Weißt du überhaupt, was die Teile kosten? Wenn du die kaputtmachst, kannst du die ganze Kohle nie im Leben wieder rausholen!“
Nachdem die anderen das gesehen haben, hat Wu Yue nach Luft geschnappt und ihre Wangen aufgeplustert. Wollte Laura gerade helfen, da hat Spruce den Mitarbeiter am Arm gepackt.
„Wenn's kaputtgeht, geht's halt kaputt. Was geht dich das an?“
Spruce ist ja groß und mit dem Bodyguard-Outfit sieht er auch nicht so aus, als sollte Mann sich mit ihm anlegen, da wurden die Beine und Füße des Mitarbeiters ganz weich.
„Doch, natürlich geht mich das was an.“ Unter den kalten Augen von Spruce hat der Mitarbeiter trocken zurückgeblafft: „Wenn's kaputtgeht, wird mir was vom Gehalt abgezogen…“
„Lass gut sein, Spruce, lass ihn doch.“
Laura war es nicht so wichtig, sie hat ihre Hand zurückgezogen. „Ich wollte nur mal gucken.“
Marcus hat nichts gesagt. Er hat sich umgedreht und ein paar Worte zu einem anderen Mitarbeiter geflüstert. Der Mitarbeiter hat Laura angeguckt und ist nach einer Weile weggerannt. Als er zurückkam, hatte er einen Haufen Zubehör in der Hand: „Qin Shao, was du willst.“
Marcus hat's genommen. Er hat das Zubehör auf einen Holztisch gelegt und Laura eingeladen: „Sheng Sheng, probier's auch mal.“
Laura ist zum Tisch gegangen und hat sich hingehockt. Sie hat die Teile angeguckt und ehrlich gesagt: „Hab ich noch nie gemacht, ich weiß nicht, wie das geht.“
„Ist ganz easy.“
Marcus hat gesagt und locker mit den Fingern rumhantiert. Im Handumdrehen hat er einen Schwarz-Goldenen Bogen und Pfeil zusammengebaut und hingelegt, wie ein Spielzeug für Erwachsene.
Laura war jetzt noch mehr interessiert. Sie hat Bogen und Pfeil genommen: „Ich versuch's auch mal.“
Laura hat zuerst den zusammengebauten Bogen und Pfeil auseinandergenommen und das Zubehör wieder an seinen ursprünglichen Platz gelegt. Dann hat sie die Wangen abgestützt und eine Weile nachgedacht, und sie dann eins nach dem anderen so zusammengesetzt, wie sie sich erinnert hat.
Kurze Zeit später war derselbe Bogen und Pfeil wieder da.