Kapitel 77 Schelte
Lily war gut drauf, also teilte sie den Post mit Frau Taylor.
Frau Taylor war noch in Europa und half Dennis, Klamotten anzuprobieren, als sie die Nachricht bekam.
"Dennis, wie wär's, wenn du das mal anprobierst? Der graue macht dich eleganter."
Dennis drehte sich um und ging in die Umkleidekabine, Frau Taylor hatte endlich mal Zeit, auf ihr Handy zu schauen.
Nachdem sie den Post durchgestöbert hatte, runzelte sie die Stirn über die Kommentare, "Diese kleine Schlampe, sie blamiert die Taylor-Familie wirklich..."
"Mom?" Dennis kam heraus, strich über seinen Anzug vor dem Ankleidespiegel, "Worum ging's gerade?"
"Nichts." Frau Taylor lächelte und trat vor, um seine Fliege neu zu binden, "Deine Schwester hat gerade geschrieben, dass sie dich vermisst. Willst du zurück und sie besuchen?"
"Mom." Dennis runzelte die Augenbrauen, "Du weißt doch, was ich draufhabe. Ich bin doch nur herablassend, wenn ich zurückgehe. Wie kannst du mich bitten, zurückzugehen!"
In seinem leicht unzufriedenen Ton steckte eine ganze Menge Stolz.
Frau Taylor war abgelehnt, aber nicht wütend, "Es ist meine Schuld. Eigentlich will ich zurück."
Während sie sprach, schaute sie immer wieder Dennis an, der in formeller Kleidung steckte und sehr zufrieden mit ihrem ältesten Sohn war. Ihr Sohn war Absolvent einer Ivy-League-Schule und blieb in Europa, um sich weiterzubilden. Sie war so stolz auf ihn!
Dennis knöpfte gleichgültig seine Manschettenknöpfe zu, "Da Mom es eilig hat, zurückzugehen, buche ich dir später ein Rückflugticket."
Frau Taylor nickte glücklich, "Ja!"
...
Der Post wurde immer beliebter und zog schließlich Lucys Aufmerksamkeit auf sich.
Sie fluchte: "Was zur Hölle labern diese Leute?"
Beim Fluchen vergaß Lucy auch nicht, den Link zum Post in die Klasse 8 Chatgruppe zu stellen. "Leute, wir von Klasse 8 werden gemobbt."
Die anderen in der Gruppe antworteten.
"Laura hat mir geholfen, meine Noten zu verbessern, und diesmal mache ich alles!"
"Obwohl ich Laura nicht mag, ist es nicht okay, uns von Klasse 8 zu mobben!"
Die Kommentare zum Post explodierten. Lucy und Klasse 8 stritten sich mit der Kommentarspalte, leider mit wenig Erfolg.
Anstatt die böswilligen Gerüchte auszuräumen, verwandelten sie das Problem unabsichtlich in Twitter.
"Drecksack", "Verführung" und "Betrug"... Mehrere Schlüsselwörter waren im Trend, und der Name "Kimberly" stach besonders unter anderen Tags hervor.
Innerhalb weniger Augenblicke waren in der Kommentarspalte des Posts nur noch die Flüche von Kimberlys Fans übrig.
"Die Leute heutzutage werden immer schamloser. Sie weiß, dass er eine Verlobte hat und geht trotzdem fremd, wirklich billig!"
"Arme Kim, so viele Jahre Romantik, ruiniert von einer Schlampe..."
"Schlampe, die Beziehungen zerstört!"