Kapitel 53 Die Wahrheit
Der alte Herr Taylor war für einen Moment wie vom Donner gerührt, dann schnappte er sich freudig das Wasser und kippte es in einem Zug runter.
"Na, na. Ich bin nicht sauer, gar nicht sauer." Er grinste und guckte Laura an, ganz hin und weg von dieser lieben Enkelin.
"Übrigens." Plötzlich wurde der alte Herr Taylor etwas ernster und ermahnte Herrn Taylor, "Ab jetzt darf keiner von euch Laura mehr mobben!" und fügte extra noch einen Satz hinzu, "Vor allem deine Frau nicht."
Nach diesen Worten wurden Herr und Frau Taylors Gesichter ganz blass. Aber sie konnten nichts mehr sagen und standen auf, "Papa, ich weiß Bescheid. Wir sind satt und gehen jetzt erst mal."
"Na gut."
Der alte Herr Taylor und Laura blieben im Wartezimmer zurück, und nach einem Moment des Zögerns setzte sich der alte Herr Taylor neben Laura.
"Laura, es tut uns leid, dass wir dich in der Vergangenheit so lange vernachlässigt haben. Das..." Er kramte eine Weile in seiner Tasche herum und zog eine Bankkarte hervor, "Das ist für dich."
Obwohl Laura sich weigerte, drückte er ihr die Bankkarte in die Hand. Der alte Herr Taylor guckte ganz ehrlich, "Ist nur ein bisschen Geld, nimm es einfach. Wenn dich zu Hause in Zukunft jemand mobbt, denk dran, mich anzurufen. Ich lass den dann ganz schön abblitzen!"
Laura umklammerte den Rand der Bankkarte und fummelte unbewusst daran herum.
Der alte Herr Taylor war ihr schon seit dem ersten Treffen so lieb gewesen. Nach diesen Worten war es schwer für sie, nicht gerührt zu sein.
Lauras Mundwinkel hoben sich und sie hielt die Bankkarte. "Ähm, ja, ich weiß." Und zum ersten Mal rief sie ehrlich und aufrichtig, "Opa."
"Na fein!"
Lauras Bereitschaft, die Bankkarte anzunehmen, brachte den alten Herrn Taylor zum Lächeln, und er konnte nicht anders, als ihr über den Kopf zu streicheln, "Meine gute Enkelin!"
...
Tag Zwei.
Auf dem Weg zur Klasse 8 bekam Laura eine Menge Aufmerksamkeit und Kommentare von den Schülern mit.
"Ist das sie?"
"Ja, die ist es. Das Mädchen, das von Nora reingelegt wurde."
"Ist sie nicht schon eine ganze Weile hier? Warum wird sie denn gemobbt? So traurig."
Es stellte sich heraus, dass sich Noras Aktion innerhalb eines Tages in der ganzen Schule herumgesprochen hatte. Es sah so aus, als würde Noras Schulleben nicht gerade einfach werden.
Laura ging in die Klasse 8, als wäre nichts passiert, und blendete all die neugierigen Blicke aus. Egal, sie hat ja nichts getan. Nora hat es doch selbst verbockt.
Auf der anderen Seite, im Büro.
Der alte Herr Taylor saß auf dem Sofa, hielt einen heißen Tee in der Hand und nahm einen Schluck.
"Direktor, ich bin nur hier, weil ich meine Enkelin in die Klasse 2 versetzen lassen möchte."
"Herr Taylor, ist Ihre Enkelin nicht schon in Klasse 2?" Der Direktor war leicht überrascht und setzte sich lächelnd, "Lily hat sich in letzter Zeit sehr gut gemacht, Herr Taylor hat sie wirklich gut unterrichtet."
Der alte Herr Taylor runzelte die Stirn und winkte ab, "Nein. Meine Enkelin heißt Laura."
Der Direktor erstarrte, Laura?