Kapitel 42 Zerrissene Bücher
Fünf Minuten, bevor die Stunde losging, ist Laura in den Klassenraum gestapft. Sofort hat sie gecheckt, dass die Atmosphäre im Raum total komisch war. Alle haben sie mit so 'nem komischen Gesicht angeguckt.
Als Lucy sie gesehen hat, ist sie nervös aufgestanden: „Laura, reg dich nicht auf. Hör mir erst mal zu ...“
„Was ist los?“ Laura hat sich voll komisch gefühlt. Kurz bevor sie sich hinsetzen wollte, hat sie aus Versehen in den Mülleimer geguckt. Da war ein Haufen Papier drin, nagelneu. Genau die neuen Bücher, die sie gestern bekommen hat! Ihre Hand hat sich verkrampft.
„Wer war das?“ Sie hat sich an der Tischkante festgehalten, ihr Gesicht war so kalt, als hätte es eine Eisschicht drauf. Diese drei Worte waren wie 'ne Lunte, die das Feuer in der Menge sofort angezündet hat.
Sie haben gefragt: „Laura, hast du gestern nicht aufgeräumt?“
„Kannst du den Gestank im Klassenraum nicht riechen? Wie kannst du so tun, als wäre nichts passiert?“
„...“
Im Gegensatz zur Aufregung der Menge stand Laura ausdruckslos da und hat ruhig gesagt: „Ich frage, wer meine Bücher zerrissen hat.“
Die Stimme war klar, aber sie haben es anscheinend nicht gehört und sind weiter aggressiv geworden.
„Wenn du es nicht warst, warum beantwortest du dann unsere Frage nicht?“
„Wenn du jetzt aufräumst, können wir so tun, als wäre nichts passiert.“
„...“
Laura hat plötzlich gehächelt: „Keiner gibt's zu, oder?“ Danach hat sie sich umgedreht, hat den Kragen des Mädchens gepackt, das hinter ihr saß, hat sich nicht um das Gezappel des Mädchens gekümmert und sie in Richtung Mülleimer gezogen.
Die Menge war wie erstarrt, alle haben erkannt, dass das Mädchen nah an Lily dran war, und sie waren sofort schockiert und sauer.
„Laura, was machst du? Du hast 'n Problem mit Lily, und es ist okay, sie zu mobben. Was ist denn mit dir, dass du das ihrer Freundin antust?“
„Schäm dich.“
Das Mädchen wurde an ihren Klamotten stranguliert und ihr Gesicht wurde rot vor Erstickung. Todesangst hat sie dazu gebracht, zu fluchen, egal was kommt: „Laura, du Hinterwäldlerin, lass mich los. Du Schlampe!“
Laura hat kein Wort auf die Flüche gesagt, die aus allen Richtungen kamen, aber mit einem Grinsen hat sie den Kopf des Mädchens in den Mülleimer gedrückt, mit einem Knall. Mehrere Papiere flogen in ihren offenen Mund. Sie hat geschnauft und sich peinlich berührt gehustet. Die Augenwinkel waren rot vor dem Stechen und Tränen sind geflossen. Trotzdem hat sie weiter geflucht: „Lass mich los, Schlampe!“
In diesem Moment haben sogar die paar Jungs Mitleid mit dem Mädchen gehabt. Sie haben sich alle angesehen und gesagt: „Laura, bist du sicher, dass Nora deine Bücher zerrissen hat? Du mobbst sie so, hast du irgendwelche Beweise?“
„Mobbing ohne Beweise, hä.“
Daraufhin hat Laura sich plötzlich umgedreht und die Gruppe von Jungs, die geredet haben, böse angefunkelt. Sie hat sich wie ein Wolf oder ein wilder Tiger gefühlt.
Die Gruppe von Jungs hat sich vor ihren Augen erschrocken und ist unbewusst ein paar Schritte zurückgegangen. Sie haben aufgehört zu reden, als hätten sie nichts gesehen.
Laura hat das Mädchen angesehen.
„Nora, richtig?“ Sie hat gelächelt, aber zwischen ihren Worten lag ein Gefühl der Unterdrückung: „Warum hast du mein Buch zerrissen?“