Keine zweite Chance mehr
Damon's Penthouse war still, nur das rhythmische Ticken der Uhr an der Wand. Die Stadt draußen, Neonlichter flackerten wie stille Zeugen des Krieges, der begonnen hatte.
Lucien Vega hatte seinen Zug gemacht.
Und Damon war nicht bereit, es ungestraft zu lassen.
Rafe saß auf dem Ledersofa, sein Gesicht im Schatten, ein Glas Whiskey in der Hand. 'Wir haben ihn unterschätzt', murmelte er und wirbelte die bernsteinfarbene Flüssigkeit. 'Der Bastard wusste genau, was er tat. Er hat uns ausgetrickst.'
Damon lehnte sich an die Bar, sein Kiefer war zusammengebissen. 'Das passiert nicht nochmal.'
Alina, die am Fenster gestanden hatte, drehte sich um. 'Aber wie stoppen wir ihn? Er war jahrelang im Schatten und hat auf diesen Moment gewartet. Er wird nicht einfach in eine Falle tappen.'
Damons Blick fixierte ihren. 'Muss er auch nicht. Wir bringen den Kampf zu ihm.'
Alina schluckte, las die unausgesprochene Botschaft in seinen Augen. Das würde keine Verhandlung. Das würde ein Abschuss sein.
Rafe atmete aus und stellte sein Glas ab. 'Haben wir überhaupt einen Ort?'
Damon grinste. 'Werden wir bald haben.'
Er nahm sein Handy, wählte eine Nummer. 'Theo, ich brauche, dass du was für mich findest.'
Eine Stimme meldete sich am anderen Ende, gedämpft, aber effizient.
Damons Grinsen vertiefte sich.
'Es ist Zeit, dass Vega bereut, zurückgekommen zu sein.'
Theo arbeitete schnell. Innerhalb weniger Stunden hatte er eine Spur ausfindig gemacht – einer von Luciens Männern war in einem High-End-Club in der Innenstadt gesichtet worden, einem, der bis jetzt nicht auf Damons Radar gewesen war.
Damon, Rafe und zwei ihrer Männer bewegten sich schnell und schlichen sich unter dem Deckmantel der Dunkelheit in den Club.
Der Ort summte vor Energie, Musik vibrierte durch die Luft, Körper drängten sich in einem Meer von Bewegung zusammen.
Damons Augen scannten die Menge, bis sie sich auf ihr Ziel konzentrierten – ein Mann, der im VIP-Bereich saß, ein Getränk in der Hand, seine Haltung entspannt.
Zu entspannt.
Damon tauschte einen Blick mit Rafe aus, bevor sie sich bewegten.
Der Mann hatte kaum Zeit zu reagieren, bevor Damon sich auf den Sitz ihm gegenüber fallen ließ, sein Gesichtsausdruck unlesbar.
Der Mann versteifte sich. 'Damon Cross.'
Damon grinste. 'Schön, dich auch zu sehen, Marco.'
Marcos Finger zuckten in Richtung seines Telefons, aber Rafe war schneller und schnappte es sich vom Tisch.
'Keine Anrufe', sagte Rafe und steckte das Gerät ein. 'Nur eine Unterhaltung.'
Marco schluckte. 'Was willst du?'
Damon beugte sich vor, seine Stimme sanft, aber mit Stahl unterlegt.
'Lucien Vega.'
Marco versteifte sich.
Damons Grinsen wankte nicht. 'Wo ist er?'
Marco zögerte, seine Augen huschten zum Ausgang.
Damon folgte seinem Blick. 'Mach dir keine Mühe.' Er nickte in Richtung eines seiner Männer, der die Tür blockierte. 'Du gehst nirgendwo hin, es sei denn, ich bekomme, was ich will.'
Marco atmete scharf aus. 'Ich weiß nicht, wo er ist.'
Damons Lächeln verschwand. Er griff vor, packte Marcos Handgelenk und verdrehte es gerade so weit, dass er zusammenzuckte.
'Falsche Antwort.'
Marcos Atmung stockte. 'Okay, okay! Ich weiß es nicht genau, aber er benutzt ein altes Lagerhaus in der Nähe der Docks. Er trifft sich dort mit Leuten.'
Damon löste seinen Griff. 'Das war doch nicht so schwer, oder?'
Marco rieb sich das Handgelenk und starrte. 'Du machst einen Fehler, wenn du ihn verfolgst.'
Damon kicherte und stand auf. 'Das ist lustig. Ich wollte gerade dasselbe über ihn sagen.'
Das Lagerhaus war genau so, wie Marco es beschrieben hatte – verlassen, von Schatten umgeben, der salzige Duft des Hafens lag schwer in der Luft.
Damon und seine Männer bewegten sich schweigend, ihre Schritte machten kaum ein Geräusch auf dem Beton.
Sie hatten ein Ziel – Lucien zu erledigen, bevor er die Chance bekam, erneut zuzuschlagen.
Rafe nickte in Richtung Seiteneingang. 'Sieht frei aus.'
Damon signalisierte seinen Männern, sich aufzuteilen, jeder nahm eine Position um den Umfang ein.
Dann gingen sie rein.
Das Innere des Lagerhauses war schwach beleuchtet, Kisten hoch gestapelt, der Geruch von Öl und Staub haftete in der Luft.
Dann – ein Geräusch.
Ein langsames Klatschen hallte durch den Raum.
Damons Waffe war in seiner Hand, noch bevor der Schall verblasste.
Lucien trat aus dem Schatten, ein Grinsen spielte auf seinen Lippen.
'Damon', sagte er gedehnt. 'Pünktlich.'
Damon senkte seine Waffe nicht. 'Du hast Dramen schon immer geliebt.'
Lucien kicherte. 'Und du hast immer geliebt zu denken, dass du die Kontrolle hast.'
Damons Kiefer wurde hart. 'Das endet heute Abend.'
Lucien neigte den Kopf. 'Oder?'
Dann gingen die Lichter aus.
Schüsse explodierten in der Dunkelheit.
Damon bewegte sich schnell, seine Instinkte waren schärfer denn je. Er feuerte, erledigte einen von Luciens Männern, bevor er sich hinter eine Kiste duckte.
Rafe war neben ihm, seine eigene Waffe auf die blitzende Mündung einer anderen feindlichen Waffe gerichtet.
'Wir sind direkt in das Ding reingelaufen', murmelte Rafe und feuerte.
Damon knirschte mit den Zähnen. 'Egal. Wir beenden es.'
Durch das Chaos erhaschte Damon einen Blick, wie Lucien sich in Richtung des Hinterausgangs entfernte.
Nicht dieses Mal.
Damon bewegte sich, wich Kugeln aus und tänzelte durch den Kampf wie ein Raubtier, das sich auf seine Beute konzentriert.
Lucien war schnell, aber Damon war schneller.
Er erreichte ihn, als er gerade draußen eintrat, packte ihn am Kragen und schlug ihn gegen die Backsteinmauer.
Lucien lachte, selbst als Blut aus einer Wunde an seiner Lippe tropfte. 'Immer noch schnell auf den Beinen.'
Damon presste seine Waffe gegen Luciens Rippen. 'Du hättest tot bleiben sollen.'
Luciens Grinsen verblasste nicht. 'Und diese Wiedervereinigung verpassen?'
Damons Finger schwebte über dem Abzug.
Dann – Sirenen.
Rote und blaue Lichter blitzten in der Ferne.
Luciens Grinsen breitete sich aus. 'Sieht so aus, als müssten wir das ein anderes Mal fortsetzen.'
Damons Augen verdunkelten sich, aber er wusste, er hatte keine Wahl. Die Cops waren zu nah.
Er ließ Lucien los und trat zurück. 'Lauf, solange du kannst.'
Lucien putzte seine Jacke ab. 'Oh, Damon. Du weißt, ich renne nicht.'
Damit verschwand er in den Schatten und ließ Damon stehen, sein Herz hämmerte, sein Kiefer war zusammengebissen.
Das war nicht vorbei.
Noch lange nicht.