Kapitel 117
Der Raum war stickig, voll mit dem schweren Duft von verschiedenen Aromaölen, sodass es fast schwer war zu atmen. Winnie fühlte sich schwindlig, ihre Wangen erröteten, als könnte sie jeden Moment in Ohnmacht fallen. Sie konnte es nicht mehr aushalten und flehte: "Herr Marlowe, bitte lassen Sie mich gehen."
Sie hatte in den letzten Tagen kaum geruht, besonders nicht in den Nächten in der Wüste; ihr Körper war am Limit. Letzte Nacht war sie so reizbar und beschämt, dass sie es nicht wagte, die Diener zu bitten, die Laken zu wechseln. Endlich, nach ihrer vagen Bitte, gab Van nach und trug sie ins Badezimmer.
Das Badezimmer war hell und geräumig, mit einer 16 Fuß langen Marmorarbeitsplatte und einem Spiegel gleicher Länge, der ihr Bild deutlich widerspiegelte. Im Spiegel waren ihre Haare ein Chaos, ihre Kleidung zerzaust, sie sah überhaupt nicht nach ihrem üblichen zarten und eleganten Ich aus. Inzwischen war Van immer noch in seinem sauberen schwarzen Bademantel, ausdruckslos, sein kalter Blick trug eine unbestreitbare Einschüchterung.
Diese Szene ließ Winnie sich beispiellos verlegen fühlen, Tränen stiegen in ihre Augen.
Wenn es nicht dieses übertriebene Verhalten gewesen wäre, kombiniert mit seiner kalten Weigerung heute Morgen, Geld zu leihen, wäre sie nicht so wütend gewesen, direkt zu gehen.
Gerade dann küsste Van sie und fachte die Wut an, die sie gerade beruhigt hatte.
Sie hatte jedoch keine Kraft mehr, sich zu wehren; sie konnte nur ihr Gesicht abwenden, zittern und leise rufen: "Herr Marlowe..."
Van antwortete lässig: "Was?"
"Ich... ich bin immer noch wütend..." flüsterte sie, ihre Stimme schwach, aber voller Groll.
Van pausierte und ließ sie sanft los. "Worüber bist du denn noch wütend?"
"Du hast Wendy neben mich gesetzt, eindeutig um mich zu beobachten." Winnie konnte es endlich nicht mehr zurückhalten und stieß ihn weg, um vom Bett aufzustehen.
Ihr Nachthemd war dünn, und die Kurven ihrer Brust waren fast vollständig seinem Blick ausgesetzt. Seine Augen verdunkelten sich, als könnte er direkt durch ihr Herz sehen.
Er stieß einen schweren Seufzer aus, seine Stirn runzelte sich leicht. "Ich habe in dem Moment nur an die Arbeit gedacht. Wendy hat nichts getan, um dich zu betrügen, also mach ihr keine Vorwürfe."
Winnie schnappte sich schnell eine Decke, um sich zu umhüllen, schob ihn weg und signalisierte ihm, zu gehen.
Aber Van ging nicht sofort. Er beugte sich müde und zog sie sanft in eine Umarmung. "Ich bin in letzter Zeit erschöpft. Ich wollte mich hier ein bisschen ausruhen."
Sein Kuss streifte leicht ihr Ohr, seine tiefe Stimme trug eine Note der Hilflosigkeit. "Ich weiß, ich habe die Dinge nicht gut gehandhabt. Lass uns zwei Tage Zeit nehmen, um uns abzukühlen. Ich komme zu dir, sobald du Zeit hattest, dich zu beruhigen."
Als sich die Tür öffnete, räusperten sich die beiden Mädchen draußen sofort, wie zwei kleine Vögel, die sich eilig trennten und vorgaben, lässig wegzugehen.
Winnie wusste in ihrem Herzen sehr gut, dass die Schalldämmung des Raumes ausgezeichnet war. Sie ordnete ruhig ihre zerzausten Haare und sagte: "Bringen Sie Herrn Marlowe nach unten."
Yulia antwortete lässig, ihr Blick huschte über Van. Sie bemerkte, dass seine Krawatte leicht locker war, sein Hemd ein bisschen zerknittert, was ihn fehl am Platz aussehen ließ.
Winnie warf Wendy einen kalten Blick zu. "Wendy, lass uns zusammen gehen."
Wendys Augen weiteten sich, und Van zupfte lässig an ihrer Schulter. "Lass sie sich ausruhen, störe sie nicht."
Ihre Schritte verstummten allmählich unten, und der Klang des Automotors begann. Van pausierte, hob leicht den Kopf, um zum Fenster im zweiten Stock zu blicken. Der Vorhang war halb offen, innen leer, nur die Spuren einer leichten Brise, die sich rührte.
Wendy saß im Auto, und Winnies Worte hallten in ihrem Kopf wider: "Was nennst du dann die Dinge, die er mit dieser weiblichen Berühmtheit im Auto getan hat?"
Sie fühlte sich unwohl, ihre Augen wanderten umher, aber Vans kalte Stimme durchbrach: "Beweg dich nicht, sei ruhig."
"Hast du nicht gesagt, dass du dich darum kümmern würdest? Warum ist es immer noch nicht fertig?" provozierte Wendy.
Vans Stirn runzelte sich leicht. "Halt die Klappe."
"Du wirst mein Geschäft nicht verzögern, oder?" Wendy begann sich bereits um ihre eigenen Interessen zu sorgen.
Van hob den Blick und antwortete flach: "Mein Teil ist erledigt. Was deinen angeht, musst du es selbst herausfinden."
Wendy war sofort sprachlos.
Wendy wechselte schnell in ein komplettes "reiche Lady"-Outfit, trug eine exquisite schwarz-goldene Hermes-Tasche und fuhr mit einem millionenschweren Audi-Sportwagen vor Winnies Haustür vor.
Yulia stand an der Tür und warf ihr einen herausfordernden Blick zu. "Na, wer hat sich denn entschlossen, vorbeizukommen."
Wendy warf ihr einen verächtlichen Blick zu und sagte: "Blockier nicht den Weg."