Kapitel 125
Winnie lachte verlegen, wusste nicht, wie sie die Konversation fortsetzen sollte. In diesem Moment schien sich der weite, leere Nachthimmel endlos auszudehnen, und die Stille um sie herum machte sie ganz wuschig.
Sie erinnerte sich, wie Aarons Frau sie am Set immer wie ein Habicht beobachtet hatte, ihr Blick so intensiv, dass es sich erstickend anfühlte. Jedes Mal, wenn die Dreharbeiten vorbei waren und alle gingen, konnte Winnie immer noch diesen sengenden Blick spüren, als ob jede Sekunde und jeder Schritt, den sie tat, von ihm beschattet wurde.
In einem Interview war Aarons Frau gefragt worden, ob sie sich Sorgen mache, dass ihr Mann Gefühle für einen Co-Star entwickeln könnte. Sie hatte sanft gelächelt und geantwortet: "Ich mache mir keine Sorgen. Aaron ist nicht so oberflächlich."
In den letzten drei Jahren, wann immer sie sich über den Weg gelaufen waren, schwiegen sie immer, tauschten nie Nettigkeiten aus. Wenn andere über ihre Zusammenarbeit sprachen, schwieg Aaron, und Winnie konnte sich nicht einmal an die Details erinnern.
Jetzt machte sie die plötzliche Konversation ganz kribbelig, als ob die vergangene Stille ein unausgesprochenes Geheimnis verbarg.
Sie hatte vorgehabt, sofort zu gehen, zögerte aber, ob sie nach seiner Frau und seinem Kind fragen sollte. Gerade als sie darüber nachdachte, rief Aaron plötzlich ihren Namen: "Winnie."
Instinktiv drehte sie ihren Kopf, um ihn anzusehen, seine Augen bargen eine unausgesprochene Bedeutung. Er sagte: "Tina."
"Tina?" Winnie war ein bisschen verwirrt, überlegte den Namen, bevor sie plötzlich merkte, dass er sich auf die Hauptdarstellerin aus ihrem Film bezog.
In den wenigen Minuten, die vergingen, hatte Aaron seine Zigarette nicht zu Ende geraucht. Schließlich drückte er sie aus und sagte: "Ich hau' jetzt ab."
Winnie nickte und sah ihm nach. Sie atmete erleichtert aus, stand da in der Nachtbrise, aber ihr Herz war immer noch verwirrt. Dieser abrupte Anruf vorhin war komisch gewesen. Sie fragte sich, ob Van sauer sein würde.
Winnie wollte gerade ihren Anrufverlauf checken, als eine tiefe, vertraute Stimme von hinten kam. "Was ist los, in Gedanken verloren?"
Erschrocken drehte sie sich um und sah Van hinter sich stehen. Er trug noch die Feuchtigkeit der Nacht an sich, als wäre er gerade erst wieder reingekommen. Sie sah verwirrt aus. "Bist du nicht weg?"
"Bin zurückgekommen", antwortete Van cool.
"Bist du zurückgelaufen?" fragte Winnie ein wenig verdutzt.
"Der Verkehr ist gesperrt, konnte keinen Fahrer kriegen, also bin ich zurückgelaufen", sagte Van ganz lässig.
Winnie war verblüfft. Sie hatte nicht erwartet, dass er sich fürs Laufen entscheiden würde, zumal er so an den Luxus des Stadtlebens gewöhnt war.
Sie standen da, die Stille zwischen ihnen wurde immer erdrückender, die Luft war von einem Hauch von Spannung durchzogen. Vans Stimme durchbrach sie, sanft, aber überlegt. "Was hast du mich vorhin gefragt?"
Winnie blinzelte, im Moment ganz verdutzt. "Was habe ich gefragt?"
Sein Blick vertiefte sich, sein Tonfall war ruhig, aber deutlich. "Du hast gefragt, warum ich noch Kontakt zu meiner Ex-Freundin habe."
Ihr Atem stockte, und eine Röte der Verlegenheit stieg ihr in die Wangen. "Ich... warum sollte ich das fragen?"
Van ließ ein leises, resigniertes Lächeln los. "Es war ein Anruf mit meiner Schwester. Du hast was falsch verstanden."
Die Erkenntnis dämmerte ihr, und ihre Wangen wurden noch wärmer. "Achso... Ich hab's falsch verstanden."
"Ich habe keinen Kontakt zu ihr. Da ist keine Verbindung mehr, und wir sind keine Freunde", sagte Van, was Winnie ein wenig erleichterte.
Sie nickte, obwohl ihr Herz ein bisschen zwiegespalten blieb.
"Denkst du, ich bin so ein Typ, der sich mit einer verheirateten Frau einlässt?" fragte Van, seine Stimme ruhig und ohne einen Hauch von Emotion.
"Nein", lehnte Winnie schnell ab.
"Dann..." Van stockte, sein Blick fixierte sie, "Denkst du, dass in deiner Unterhaltungsindustrie Untreue so verbreitet ist, dass du das ganz natürlich annimmst?"
Winnie blickte plötzlich auf, ein Hauch von Überraschung in ihren Augen. "Herr Marlowe, so habe ich das nicht gemeint."
"Warum also fragen?" Van machte einen langsamen Schritt auf sie zu. "Warum nicht nach einer anderen Frau fragen? Denkst du, dass Fremdgehen in deiner Branche so weit verbreitet ist?"
Winnies Verstand setzte aus. Sie senkte instinktiv den Kopf und antwortete sanft: "Es war nur eine Überreaktion. Ich kenne deine Beziehungssituation nicht, ich habe nur von ihr gehört..." Sie stockte, dann entschied sie sich, ihre Erklärung fallen zu lassen und sich einfach zu entschuldigen: "Es tut mir leid. Ich hätte nicht annehmen und mich nicht von diesen Dingen aus der Fassung bringen lassen sollen."
Ohne es zu merken, war Van näher gekommen, beide Hände ruhten auf dem Geländer, fast hatte er sie in seinen Armen gefangen.
Er pausierte einen langen Moment, schien überrascht zu sein, wie direkt sie gewesen war.