Kapitel 122
Als die Lichter langsam dunkler wurden, verstummte der Lärm in der Location allmählich.
In einer ruhigen, unbemerkten Ecke strich Herr Marlowe leicht mit dem Finger über ihre Schulter, die Berührung war so flüchtig, dass sie sich wie ein Geheimnis anfühlte, das nur für sie bestimmt war. In diesem Moment verblasste die Welt und ließ nur die beiden in einer stillen Intimität zurück – tiefgründig und doch zart zurückhaltend.
Winnie Loxleys Ohren kribbelten, ihr ganzes Wesen war in eine unbeschreibliche Emotion gehüllt. Herr Marlowes Stimme, tief und sanft, erfüllte die ruhige Nachtluft, als er, nur für sie, flüsterte: „Dich zu treffen, war arrangiert. Dich zu treffen, war Schicksal.“
Die große Symphonie schwoll an, die Musik hallte durch den Raum, als sich der Vorhang langsam hob. Der Moderator betrat die Bühne und die Celestial Excellence Awards begannen offiziell.
Der Veranstaltungsort war exquisit dekoriert, mit einem großen Bildschirm in der Mitte und mehreren kleineren, die zwischen verschiedenen Blickwinkeln des Raumes wechseln konnten. Die Kamera fuhr gelegentlich über das Bild der Besten Schauspielerin, und die Gäste in der ersten Reihe wirkten tadellos gelassen. Dies waren Schwergewichts-Investoren und -Produzenten aus der Filmindustrie, alle saßen mit perfekter Haltung, bereit für ihren Moment vor den Kameras.
Winnie saß nervös auf ihrem Platz, ihre Augen konzentriert, fast ängstlich, ihren Blick zu verändern. Egal, wer einen Preis gewann, sie lächelte und klatschte höflich, und wenn jemand auf der Bühne sprach, hörte sie aufmerksam zu.
Nach über einer Stunde kam ein Mitarbeiter respektvoll auf Herr Marlowe und Winnie zu und sagte: „Fräulein Loxley, Herr Chandler, es ist Zeit, backstage zu gehen und sich vorzubereiten.“
Die beiden erhoben sich von ihren Sitzen und gingen durch die Gänge des Veranstaltungsortes, stiegen ein paar gewundene Stufen hinab, gingen durch die großen Korridore und folgten dem Mitarbeiter, der sie in den Backstage-Bereich führte.
Die Wände des Korridors waren mit tiefrotem Samt drapiert, und die Deckenleuchten erhellten jeden Zentimeter des Raumes. Das weiche, diffuse Licht der Scheinwerfer breitete sich wie Wellen über den Boden aus. Gelegentlich war entferntes Gelächter zu hören, als hätte ein Preisträger etwas Humorvolles gesagt, was Wellen des Gelächters aus dem Publikum hervorrief, wie das Rollen des Meeres.
Die Mitarbeiter wiesen den Weg, und Herr Marlowe und Winnie folgten dicht dahinter.
Sie waren ursprünglich nur einen Schritt voneinander entfernt, aber Herr Marlowe hielt sein Tempo mit einem ruhigen, gemessenen Rhythmus bei und schuf subtil mehr Abstand zwischen ihnen. Langsam fand sich Winnie in immer größerer Entfernung von ihm wieder, bis es eine Lücke von vier oder fünf Schritten gab.
Die Scheinwerfer über Kopf schienen direkt nach unten, das grelle Licht erzeugte ein Gefühl von unvermeidlichem Druck, als würde alles unter einem hellen, unaufhörlichen Blick enthüllt.
Winnie senkte den Kopf und versuchte, jede merkliche Bewegung zu vermeiden, aber schließlich konnte sie nicht widerstehen. Sie drehte langsam den Kopf, ihr Blick fiel sanft auf Herrn Marlowes Gesicht.
Herr Marlowes Schritte hielten an, und seine Stimme wurde tiefer: „Winnie, schau mich nicht so an.“
Ihr Blick war wie ein flatternder Schmetterling, der leicht zitterte, bevor er schnell wegsah.
„Du hast mich missverstanden.“ Ihre Ohren wurden leicht rot, und ihr Herzschlag beschleunigte sich unwillkürlich.
Herr Marlowe zögerte einen Moment, seine Stimme senkte sich, als er fragte: „Was missverstanden?“
Bevor sie antworten konnte, wandte sich Herr Marlowe an die Mitarbeiter und sagte ruhig: „Wartet mal, ich muss telefonieren.“
Der Mitarbeiter nickte fraglos und antwortete: „Gerne, nehmen Sie sich Zeit.“
Winnie dachte nicht viel darüber nach, sie ging davon aus, dass Herr Marlowe nur vermeiden wollte, mit so vielen Leuten über Geschäfte zu sprechen.
Nicht weit entfernt war der Wartebereich der Toilette, wo eine lange Bank an der Wand stand. Eine Vase mit duftenden Lilien stand auf dem Boden, und die Luft war von einem scharfen, frischen Duft erfüllt. Die Bewegungsmelder flackerten auf. Winnie wollte gerade vorbeigehen, als in diesem Moment Herr Marlowe sie sanft an sich zog, den Arm um sie legte und sie schnell gegen die nahegelegene Spiegelwand drückte.
Winnie stöhnte, aber bevor ein Geräusch entweichen konnte, blieb ihre Stimme in ihrer Kehle stecken. Sie schloss die Augen fest, spürte einen warmen Atem, der sie umhüllte, ihr Körper erweichte sich instinktiv gegen ihn.
Der Umgebungslärm schien plötzlich zu verschwinden, und die Lichter dimmten und tauchten den Wartebereich wieder in fast Dunkelheit.
Am anderen Ende der Leitung erhielt Kim Herrn Marlowes Anruf, verwirrt. *Er sollte noch im Veranstaltungsort sein. Warum geht er früh?*
Aber als er Herrn Marlowes Tonfall hörte, richtete er sich schnell auf und begann, auf ruhige, methodische Weise zu berichten.
Herr Marlowes andere Hand ruhte weiterhin auf Winnies Taille, als seine Lippen sanft ihren Hals berührten und ihre leicht angespannte Haut zart küssten.
Seine Atmung blieb ruhig, und seine Bewegungen waren langsam und bedächtig, als wäre er von der Umgebung völlig unberührt.
Nachdem Kim seinen Bericht beendet hatte, hörte er, wie Herr Marlowe nur mit einem kurzen „okay“ antwortete und kein weiteres Feedback gab.
Kim, leicht nervös, fragte zögernd: „Herr Marlowe, wie findest du das Filmfestival? Findest du es nicht langweilig?“
Herr Marlowe unterbrach seine Handlungen, ein kleines Lächeln spielte um seine Lippen, während seine Stimme kühl und förmlich blieb. „Nein.“