Kapitel 60
Winnie schnallte sich endlich diese Männeruhr um ihr eigenes Handgelenk. Aber ihr Handgelenk war so zart, dass das Zifferblatt ihre ganze Handgelenk bedeckte; selbst mit dem bis zum letzten Loch verstellten Armband war die Uhr immer noch locker und wackelig.
Beide Assistenten sahen ihr beim Gehen zu.
Sie öffnete die Tür, ihre hohen Absätze knallten fest auf den Boden, bog nach rechts ab, ungefähr 10 Meter, und der Aufzug hielt perfekt im fünften Stock und wartete auf ihre Ankunft.
Mit einem *Ding* öffneten sich die Türen langsam, und der Duft von Parfüm, vermischt mit der kühlen Luft, ließ Winnie leicht frösteln. Sie richtete sich auf und trat ohne zu zögern ein.
Winnie kam aus der Aufzugshalle, wartete einen Moment am Eingang, hörte das Geräusch eines Autos, das über Bremsschwellen fuhr, und sah dann den Maybach.
Eric erkannte sie nicht einmal; er trat leicht auf die Bremse und brachte den Maybach sanft zum Stehen, während er sagte: „Miss Loxley scheint noch nicht angekommen zu sein.“
Herr Marlowe öffnete die Augen und scannte Winnie von unten nach oben. „Sie steht direkt vor dir.“
Eric wusste nicht, wie er sie erkannte. Die Frau vor ihm trug einen ganz gewöhnlichen Anzug und hatte eine Maske auf. Ihre Waden und Achillessehnen waren schlank und gerade, aber nicht besonders auffällig. Wenn man etwas hervorheben müsste, dann wäre es ihr bemerkenswertes Taille-Hüft-Verhältnis, eine himmlische Sanduhrfigur, die schwer nachzumachen war.
Aber Winnie ging nicht auf die andere Seite, um die Autotür zu öffnen; stattdessen öffnete sie sie auf der Seite von Herrn Marlowe.
Herr Marlowe blickte auf, obwohl er ihre Absicht nicht verstand, war seine Präsenz immer noch beherrscht und überzeugend.
Winnie lehnte sich an die Autotür, ihr Gesicht unter der Maske wurde leicht rot, aber ihre Stimme war extrem ernst: „Herr Marlowe, ich bin gerade total fertig. Kann ich mich zu dir setzen?“
Herr Marlowe, mit gefalteten Händen auf dem Schoß in sehr lässiger Manier, seine Stimme trug ein subtiles, zurückhaltendes Interesse, als er fragte: „Wie möchtest du dich setzen?“
Dieser Mann war immer so, er erledigte die Dinge mit Leichtigkeit, und Winnie wollte ihn wirklich mal ausrasten sehen, so wie gestern.
Sie kniete mit einem Knie auf dem Rand des Ledersitzes, eine Hand auf seiner Schulter, die andere auf der Rückseite des Sitzes, und im Aufeinandertreffen ihrer Blicke setzte sie sich auf seinen Schoß, über seine schwarzen Anzughosen.
Von außerhalb des Maybachs, wenn irgendwelche Passanten vorbeigingen, würden sie nur zwei schlanke Beine unter dem Bleistiftrock sehen, eines nach hinten gebogen, das andere gerade und spitz, die spitzen High Heels blitzten kurz im Dämmerlicht der Tiefgarage.
Mit einem Knall schloss sich die Autotür und versperrte die Szene im Inneren.
Eric wusste nicht, ob er wegfahren sollte; sein Fuß auf dem Gaspedal konnte nicht runterdrücken.
Erstens hatte er in all seinen Jahren noch nie so eine Szene gesehen.
Zweitens kannte er Herrn Marlowe seit sechsunddreißig Jahren, aber er hatte noch nie so eine Szene mit ihm gesehen. Kurz nachdem er eine ernste Geschäftssitzung beendet hatte, in Anzug und Krawatte, spielte sich diese Szene tatsächlich im Maybach ab – einem Auto, das nur für Büroangelegenheiten und zur Begrüßung oder Verabschiedung von Würdenträgern verwendet wurde.
Der alte Mann hatte keine Ahnung, ob der Junge Meister es mochte oder nicht. Er traute sich auch nicht, Herrn Marlowes Gesichtsausdruck im Rückspiegel anzusehen.
Herr Marlowes Gesicht war tatsächlich dunkel, seine Hände waren gentlemanhaft und zurückhaltend, nur Winnie unterstützend und dort bleibend, wo sie sein sollten. Er schaute sich ihre Kurven nicht an und berührte sie auch nicht, bis sein Blick auf die locker an ihrem Handgelenk befestigte Uhr fiel, die herunterrutschte, als sie ihren Arm hob, um sich um seinen Hals zu haken.
Herr Marlowe schluckte, seine Augen verdunkelten sich, und als er wieder sprach, war seine Stimme tief und heiser: „Hast du die 1 Million erhalten?“
Er fragte langsam, seine gesenkten Augen leicht zusammengekniffen, ein Nebel von Nebel in ihnen.
Winnies Herz zog sich zusammen, und sie sagte ein ganz leises „Ja.“
1 Million, 1 Minute.
Er sprach immer mit solcher Leichtigkeit, tiefgründig und rätselhaft, aber Winnie verstand. Sein Atem war genau so, wie als er sie letzte Nacht küsste.
Endlich hörte Eric den Befehl seines jungen Meisters, der noch ausstand.
„Eric“, sagte er ruhig, „zieh die Trennwand hoch.“