Kapitel 68
Vor ein paar Sekunden war er total emotional, hat sie geküsst, als ob er sie nicht loslassen könnte. Jetzt war's schon wieder nur ein knappes 'Keine Notwendigkeit, höflich zu sein.'
'Während der Vertragszeit bist du nicht verpflichtet, irgendwelche physischen Pflichten gegenüber Herr Marlowe zu erfüllen, und er kann den Vertrag auch nicht benutzen, um dich zu körperlichem Kontakt zu zwingen. Wenn es einen Verstoß gibt, hast du das Recht, die Vereinbarung sofort zu beenden, und wir zahlen dir die volle Entschädigung', fuhr Eric fort.
Vielleicht war es der übertrieben höfliche Tonfall seiner Stimme, der das alles so distanziert und unpersönlich wirken ließ. Aber irgendwie war sein Ton auch seltsam sanft.
Winnie dachte sich, dass sie unvernünftig war. Wie konnte sie diesem älteren Herrn die Schuld geben?
Sie nickte und antwortete mit einem leisen 'Okay.'
'Du musst Herrn Marlowe nur bei den notwendigen Veranstaltungen in der Rolle seiner Freundin begleiten. Ansonsten gibt es keine festgelegte Anzahl von Treffen.'
Winnie hob das Gesicht und lächelte Eric an. 'Nicht streng.'
Van hatte nicht einmal festgelegt, wie oft sie sich jede Woche sehen müssten. Was Winnie nicht wusste, war, dass Van Eric gerade angewiesen hatte, diese Klausel hinzuzufügen.
Van war sich nicht sicher, warum sie es vermied, ihn anzusehen, als ob der Vertrag mit Eric und ihre Verpflichtungen auch gegenüber Eric bestanden.
Van warf ihr einen bedeutungsvollen Blick zu und rief ihren Namen: 'Winnie.'
Winnie drehte den Kopf, und Van entspannte sich ein wenig. Trotzdem fragte er formell: 'Gibt es etwas, das du hinzufügen möchtest?'
'Nein', sagte Winnie leicht, ohne es zu wagen, den Vertrag noch einmal anzusehen. 'Lass uns unterschreiben.'
Eric schraubte einen Stift auf und reichte ihn ihr, wobei er ein rotes Tintenkissen zur Seite öffnete.
Winnie schrieb ihren Namen und das Datum nieder, drückte dann ihre Fingerspitze in die Tinte und stempelte ihren Fingerabdruck.
Die beiden Kopien des Vertrags wurden gleichzeitig von beiden Parteien unterzeichnet, alles verlief ruhig, schnell und in perfekter Ordnung.
Als sie fertig waren, sah Winnie Van an, ihr Lächeln strahlend: 'Vielen Dank, Herr Marlowe, dass Sie mir einen so lukrativen Deal angeboten haben.'
Als er ihre Worte hörte, runzelte Van leicht die Stirn. Kurz bevor er die letzte Zeile seiner eigenen Details fertigstellte, pausierte er und hob den Blick zu ihr. 'Winnie, sag mir, wenn es etwas gibt, das dich unwohl fühlen lässt.'
'Nichts', antwortete sie mit einem ruhigen Lächeln. 'Ich finde es toll. Sie haben alles für mich durchdacht, Herr Marlowe. Es ist sehr gründlich, und ich fühle mich beruhigt.'
Während sie sprach, fummelte sie instinktiv mit dem Montblanc-Stift in ihrer Hand herum und drehte die Tintenpatrone immer wieder auf und zu.
Van wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Vertrag zu und vervollständigte die restlichen Abschnitte.
Winnie lauschte dem leisen Kratzen der Stiftfeder auf dem Papier und hob ihre hellen Augen. Mit einem schwachen Lächeln und einem lässigen, fast naiven Ton fragte sie: 'Bedeutet das also, dass ich nur warte, bis Sie mich anrufen, wenn Sie mich gelegentlich brauchen?'
Nachdem ihre Frage in der Luft hing, gab es keine sofortige Antwort. Stattdessen verstummte das Geräusch des Stifts abrupt. Van verschloss den Stift und reichte den Vertrag nach vorne.
Gerade als Winnie ihn nehmen wollte, fixierte Van sie mit seinen Augen. Sein Blick trug ein unbeschreibliches Gewicht, und ohne den Blickkontakt zu unterbrechen, zerknüllte er das Papier in seiner Hand.
Eric zeigte keine Spur von Überraschung, blieb völlig distanziert, sein Ausdruck gelassen, als er auf das Grün jenseits des Fensters blickte.
Der Wald draußen war eine extravagante Kreation, und jetzt, als der Abend hereinbrach, stieg feiner Nebel über dem gewundenen Fluss auf und wogte zwischen den hoch aufragenden Bäumen. Die untergehende Sonne badete alles in einem sanften, goldenen Licht.
'Was bedeutet das, Herr Marlowe?' fragte Winnie zögernd, ihr Lächeln erstarrend, kaum haltend.
Hatte er seine Meinung geändert?
'Ich habe meine Meinung geändert', sagte Van ruhig.
Winnie spürte, wie ihre Kraft versiegte. Sie presste die Lippen zusammen und zwang sich zu einer schwachen Antwort. 'Ich verstehe.'
'Wenn ich so viel Geld ausgegeben habe, dann sollte ich dich sehen können, wann immer ich dich sehen will', sagte Van, sein Tonfall tief und überlegt. 'Aber wenn man bedenkt, wie beschäftigt ich bin, legen wir es auf dreimal die Woche fest, für mindestens eine Stunde jedes Mal.'
Er blickte zu ihr auf, sein Tonfall lässig und gleichgültig. 'Hast du Einwände?'