Kapitel 66
Ihre Racheaktion war so impulsiv, angetrieben von einer rücksichtslosen Trotzreaktion. Aber sie nahm es ernst. Ihre schlanken Arme verschränkten sich fest um seine Taille, als hätte sie Angst, er könnte sich befreien, und sie hielt sich mit aller Kraft fest.
**Van** trug nur ein Hemd, das ordentlich in seine Anzughose gesteckt war. Als **Winnie** seine Taille umarmte, konnte sie die feste Textur seiner Muskeln und Knochen spüren, die Stärke ausstrahlten.
Ihr Gesicht errötete.
Auf dem breiten Zifferblatt der Herrenuhr an ihrem linken Handgelenk bewegte sich der Sekundenzeiger in einem Tempo, das sowohl schnell als auch langsam wirkte.
"Zwanzig Sekunden", murmelte sie und zählte mit geschlossenen Augen.
"Vierzig Sekunden", sagte sie überheblich.
"Eine Minute", verkündete sie mit der Attitüde einer Gewinnerin.
"Das reicht für heute", sagte **Winnie** und neigte ihr Gesicht nach oben. "**Herr Marlowe**, du bist so vertrauenswürdig. Wenn du mich ausschimpfst, verschwende ich nur dein Geld."
Wie sie aussah, gab **Van** das Gefühl, dass es unmännlich wäre, sie in diesem Moment nicht zu küssen.
Er umklammerte ihre Taille fester. Sein gesenkter Blick war ruhig und unbewegt, doch seine Stimme war ungewöhnlich tief: "Du bist so schlau."
**Winnie** war sich sicher, dass er sie nicht aufrichtig lobte, aber als sie seinen Blick erwiderte, schluckte sie leicht.
Die Zigarette, die er gerade angezündet hatte, brannte still. Weißer Rauch stieg auf, kräuselte sich durch die kühle Luft und verschleierte seinen unleserlichen Gesichtsausdruck.
**Van** verengte die Augen. Die Hand, die die Zigarette hielt, hob sich und streichelte sanft **Winnie**s Wange. In einem tiefen, rauen, aber lässigen Ton sagte er: "Ich habe zu viel Geld. Lass mich dir einen schnelleren Weg zeigen, es zu verschwenden."
**Winnie**s Herz zog sich zusammen. Ihre Wimpern flatterten, als sie in die Augen des Mannes blickte, aber sie konnte seinen Blick nur eine Sekunde lang halten, bevor Panik sie überkam, und sie schaute schnell weg, ihre Augen fielen auf seine Lippen, die so nah waren.
Der Duft seiner maßgeschneiderten Zigarette erfüllte ihre Nase.
Sie neigte ihren Kopf leicht, ihre Füße wurden schwach. Gerade als sie sich auf das vorbereitete, was gleich geschah, schloss sie die Augen, und **Van**s Kuss senkte sich.
Sein Jacket rutschte von ihren Schultern und landete auf dem Boden. **Winnie** stieß ein sanftes "mm" aus, als ihr Gleichgewicht plötzlich verschwand. **Van** hob sie hoch und drückte sie fest gegen die Wand.
Die kalte Oberfläche der Wand drang durch ihre Seidenbluse, kühlte sie bis auf die Knochen und ließ sie unkontrolliert zittern. Sie konnte kaum den Boden berühren, ihre Hüften wurden fest in der Armbeuge gehalten. Unter ihrem Bleistiftrock streckten sich ihre langen Beine straff, ihre Zehen versuchten verzweifelt und mit Gewalt, Halt zu finden. Ihre Taille war in seinem eisernen Griff gefangen, so fest gehalten, dass es sich anfühlte, als würde er sie entzweibrechen.
Aber keine seiner Kräfte war so heftig wie die Art und Weise, wie er sie küsste.
Sein Kuss war unerbittlich, überwältigend und herrschsüchtig, ließ ihr keinen Raum zum Antworten. Er saugte, biss, leckte, verwickelte und zog – anders als der Kontrollverlust letzte Nacht oder das ruhige Selbstbewusstsein heute Nachmittag. Das war pure, rohe Besessenheit, angetrieben von aufsteigenden Hormonen.
**Winnie**s Zunge schmerzte unter seinem unnachgiebigen Kuss. Ihre Arme, weich und schlaff, lagen um **Van**s Hals, ihre Finger fuhren durch sein Haar. Sie war sich nicht sicher, ob sie ihn näher zu sich zog oder sich selbst näher zu ihm schob.
Die Hitze, die von seinem Körper unter seinem Hemd ausging, war überwältigend.
Eine Enge packte das Herz, das hinter ihrer Weichheit versteckt war. Gerade als sie dachte, sie könnte an der Intensität sterben, hörte sie das leiseste Klicken. Durch ihr Hemd spürte sie, wie der Verschluss ihres BHs von seiner geschickten Hand gelöst wurde. Ihr Atem und ihre Weichheit wurden freigesetzt.
Aber der Kuss stoppte abrupt dort. **Van** riss sich zusammen, und **Winnie** auch – seine Augen waren intensiv, während ihre an den Rändern rot anliefen. Er schluckte schwer und konnte sein Verlangen nicht verbergen, während sie heftig keuchte und versuchte, nach Luft zu schnappen.
Ihre Brust hob und senkte sich, als die Glut allmählich nachließ. **Van** beruhigte seine Atmung, ließ seine Hand von **Winnie**s Rücken gleiten und setzte sie sanft ab. Ihre Beine waren zu schwach, um sie zu halten, und sie wankte beim Landen, nur um sofort von ihm aufgefangen zu werden. Er drückte sie wieder gegen die Wand.
**Van** stieß einen tiefen Seufzer aus, seine müden Augen zeigten einen Hauch von Zuneigung, als er sie ansah. Nach einer langen Pause senkte er den Kopf und platzierte einen sanften Kuss am Rand ihrer Lippen.
"Es tut mir leid", sagte er.