Kapitel 71
Der Privatjet hob vom internationalen Flughafen ab und durchbrach die dicken Abendwolken. Die Temperatur in der Kabine war genau richtig, und sogar der Sauerstoffgehalt der Luft war höher als in einem normalen Verkehrsflugzeug, was ein perfekt erfrischendes, kühles Gefühl vermittelte.
Da Vans Privatjet oft unterwegs war, wurden die Borddienste nicht an eine öffentliche Chartergesellschaft ausgelagert, sondern direkt von einer kompletten Crew von ihm selbst abgewickelt. Der Kapitän, der Co-Pilot und die Flugbegleiter waren alle seine Leute. Sie waren mit seinen Reisebedürfnissen, persönlichen Gewohnheiten und Arbeitsroutinen vertraut, ebenso wie mit seinen Mitarbeitern, Eric, seinem Sekretär und den Leibwächtern, die mit ihm reisten.
Van bemerkte Winnies verwirrte und abgelenkte Blicke und rief ihr zu: "Komm mal her."
Winnie ging zu Vans Sitz und setzte sich ganz locker auf seinen Schoß.
Van wandte sein Gesicht leicht ungläubig ab und verzog seine Lippen zu einem leichten Lächeln. Aber als Winnie aufblickte, sah sie seinen Gesichtsausdruck und Tonfall, die dunkler waren: "Ich habe gesagt, du sollst mir gegenüber sitzen, nicht auf meinem Schoß."
Winnie beeilte sich aufzustehen, aber Van legte schnell seine Arme um ihre Taille und zog sie zurück, damit sie sich auf seinen Schoß setzen konnte. "Da du schon sitzt, bleib auch sitzen."
Winnie war während der ganzen Fahrt heiß gewesen, und jetzt, wo Van so nah war, wurde ihr Gesicht rot, eine warme, duftende Aura umhüllte sie, verweilte in der Luft und vermischte sich mit Vans Atem.
Vans lange Finger griffen ganz natürlich nach ihrem Hals und schoben ihr Haar sanft zur Seite. Winnie versteifte sich sofort.
Van senkte den Blick, um die Feuchtigkeit auf seinen Fingerspitzen zu betrachten, und streckte sie dann zu ihr aus und fragte kalt und fragend: "Warum schwitzt du so sehr?"
"Trägst du nichts drunter?" fragte er direkt.
"Doch!" Winnie sprang auf, ihre Stimme war laut.
"Dann zieh es aus, mach dich nicht krank."
Er löste die Schleife an Winnies Brust, und ihr beigefarbener Kaschmirmantel fiel durch die Schwerkraft von ihren Beinen. Ihr halbtransparenter Chiffonrock bedeckte kaum die Hälfte ihrer Brust, und ihr cremefarbenes Spitzen-BH war schwach sichtbar.
Die Luft zwischen ihnen schien zu gefrieren.
Winnie, überrumpelt, konnte überhaupt nicht reagieren, errötete und starrte ihn ungläubig an.
Vans Blick verweilte ein paar Sekunden auf ihrer Brust, und Winnie spürte, wie Schweiß an ihrem Hals ausbrach, ihre Brust errötete, mit feinen Schweißperlen, die ihre Kurven hinunterliefen und in dem tiefen V ihrer Brust endeten.
Winnie wusste nicht, wie sie sich erklären sollte. "Ich bin heute Morgen früh los, um ein paar Klamotten anzuprobieren, und nach der Arbeit habe ich beschlossen, ins Spa zu gehen, also habe ich einfach an die Bequemlichkeit gedacht... und..."
Er richtete ihren Kragen höflich zurecht und unterbrach ihre Erklärung. "Aber findest du nicht, dass du Nachtwäsche ein bisschen zu sehr magst?"
Winnie hatte eine ganze Sammlung von Nachtwäsche - Baumwolle mit hoher Fadenzahl, Seide, Chiffon und bunte, die einen ganzen Kleiderschrank füllten. Wenn sie keine Termine hatte, trug sie sie zu Hause oder in Hotels.
"Nachtwäsche ist bequem", antwortete sie und fühlte sich schuldig.
Van starrte sie ruhig an. "Bequem genug, um anderen immer in Nachtwäsche die Tür zu öffnen?"
Er sprach alte Angelegenheiten an, aber Winnie bestritt es. Sie senkte den Blick, um ihm in die Augen zu sehen, und verteidigte sich leise. "Nicht immer, und es waren keine anderen da - nur du, der mich immer so siehst..."
Van stockte der Atem, seine Hände zogen sie fast in seine Arme, unfähig, dem Drang zu widerstehen.
Aber er hielt sich zurück.
Nach zwei Sekunden kontrollierte er seine Atmung und atmete tief durch die Nase aus, dann nahm er seinen dunkelroten Schal aus dem Gepäckfach und drapierte ihn über Winnies Schultern, seine warmen Finger streiften ihre unbedeckte Haut.
Winnie konnte nicht anders, als wieder zu erröten. Sie wickelte den Schal schnell um sich und setzte sich aufrechter hin. "Übrigens, wie lange sind wir in Europa?"
Van fragte beiläufig: "Drei Tage. Hast du Arbeit?"
Winnie überlegte einen Moment. Die Fashion-Veranstaltung war drei Tage nach ihrer Rückkehr, also war der Zeitplan nicht allzu eng. Sie konnte sich immer noch an die Zeitverschiebung gewöhnen.
"Wenn ich Arbeit hätte, würdest du mich gehen lassen?" fragte sie.
"Nein", lächelte Van leicht und antwortete.
"Ich habe dir doch gesagt, es gibt zwei Bankette und ein paar Filmfestivals."
Van setzte sich ihr gegenüber. "Gehst du über den roten Teppich?"
"Ja."
"Der letzte war schön", bemerkte Van beiläufig.
Winnie lachte. "Das war von der Marke geliehen. Ich habe es einmal getragen, und ich kann es nicht wieder tragen."
"Das, was du mit mir beim Abendessen getragen hast, würde auch gehen."
Winnie lachte noch mehr und hielt eine Zeitschrift in ihren Armen. "Das ist noch schlimmer; es ist nicht von einer Marke."
Van ging reibungslos dazu über zu fragen: "Wie läuft es also mit deinem Red-Carpet-Kleid?"
"Ich habe es schon ausgewählt", sagte Winnie, ohne ihren Frust zu äußern.
Er hatte geplant, locker zu sein, darauf zu warten, dass Winnie ihn um Hilfe bittet, aber sie bewahrte ihm gegenüber immer diese Aura von Stolz und ruhiger Gleichgültigkeit.
Auf dem dunklen, luxuriösen Holztisch stellte Van sein Whiskyglas ab. Er blickte von oben auf Winnie herab und spielte sanft mit ihrem Kinn. "Hast du keine Probleme?"