Kapitel 98
Als sie endlich gelandet war, war sie von unbekannten Gesichtern umgeben. Die riesigen Gestalten der Schwarzen Leute ließen sie sich verloren fühlen, und der schwindelerregende Duft von Parfüm vermischt mit verwirrten Akzenten ließ sie aus der Fassung geraten. Sie war doch nur ein einfaches Mädchen, das noch nie allein ins Ausland gereist war. Sie war immer von Blitzlichtern und verehrender Aufmerksamkeit umgeben. Sie verstand nicht, warum ihr Gepäck verspätet war, wie man Fremdwährung tauschte, wie man eine SIM-Karte kaufte oder warum sie, selbst mit internationalem Roaming, immer noch keinen Empfang hatte. Sobald sie aus dem Auto stieg, schnappte sich ein Affe oder ein Pavian die Banane aus ihrer Hand.
"Du verstehst ja gar nichts. Wie kannst du es wagen, hierherzukommen?" Vans Lippen waren so nah, berührten fast ihr Ohr, als er die Frage flüsterte.
"Finde die Botschaft..." Winnies Stimme war schwach, fast kraftlos, und als er sie wieder küsste, brachte sie nur ein leises Stöhnen hervor.
Alle Worte wurden in diesem Kuss zu Stille. Herzschläge und Atemzüge vermischten sich, und die Geräusche der Außenwelt wurden von der Intimität ihrer Lippen und Zungen verschluckt.
Ein paar Minuten später öffnete sich die Tür, und die Atmosphäre um sie herum kehrte zur Ruhe zurück, als wäre nichts geschehen. Van richtete seinen Kragen, sah ungerührt aus, als hätte er all die Aufregung perfekt versteckt. Allerdings waren die Falten auf seinem Hemd bemerkenswert scharf, als wären sie gerade erst entstanden und zogen die Aufmerksamkeit auf sich.
"Herr Marlowe, das Auto war nicht bereit..." flüsterte ein Mitarbeiter, ihr Blick landete unbewusst auf Winnie.
"Passt schon", antwortete Van lässig und nahm Winnies Hand, scheinbar gleichgültig gegenüber der Aufmerksamkeit um sie herum.
Winnie senkte den Kopf und vermied die Blicke um sie herum, ihr Gesicht rötete sich leicht. Ihr Herz raste, und sie spürte ein Wirbel komplexer Emotionen, ihr Geist war von absurden Szenarien überschwemmt – Hollywood-Star Winnie, überall bekannt, wurde in eine Lounge für intimen Kontakt geführt, als wäre sie die Hauptfigur irgendeines Klatschblatts geworden.
Van drehte sich leicht um, bemerkte ihren unruhigen Ausdruck und drückte sanft ihre Hand. Er pausierte einen Moment, bevor er sanft sagte: "Das ist meine Freundin, lass es uns vorerst privat halten."
Winnies Herz übersprang einen Schlag, ihre Lippen öffneten sich leicht. Sie konnte nicht sofort antworten; das Label fühlte sich für sie seltsam fremd an.
Die Leute um sie herum hatten es deutlich bemerkt und nickten in stillem Einverständnis. "Was für ein perfektes Paar!" sagte eine Angestellte mit einem Lächeln, Bewunderung war in ihrer Stimme zu hören.
Winnie zwang sich, ein Lächeln zu unterdrücken, aber es krümmte sich immer noch an den Mundwinkeln, ein schwaches Funkeln in ihren Augen.
Van blickte sie an, ein kaum wahrnehmbares Lächeln erschien auf seinen Lippen, und antwortete sanft dem Mitarbeiter: "Ich bin der Glückliche."
Winnie seufzte innerlich. Sie sollte sich über diese Worte nicht freuen; schließlich war dies nur ein Teil ihrer vertraglichen Vereinbarung. Sie erinnerte sich daran, dass dies alles nur Arbeit war, und sie sich nicht emotional involvieren sollte. Das Geld, das er ihr gab, war wahrscheinlich nur dafür, dass sie eine öffentliche Vorstellung gab.
Als sie die Botschaft verließen, war die Luft von Staub geschwängert. Ein großer SUV parkte davor, seine Größe verdeckte fast alles im Inneren.
Drinnen bemerkte sie, dass das Auto einfach eingerichtet war, ohne Schnickschnack. Die Sitze waren ungeschmückt, und die Rückbank hatte keine Mittelkonsole, was ihr ein sauberes, minimalistisches Aussehen verlieh.
Van ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen. Er küsste Winnies Kopf und klopfte ihr leicht auf die Taille. "Setz dich auf meinen Schoß", sagte er.
Winnie stahl einen Blick auf den Fahrer, einen großen Einheimischen mit ruhigem und aufmerksamem Ausdruck, der einem Bodyguard ähnelte. Er behielt seine Fahrposition bei, sein Blick war stetig, scheinbar unberührt von der Atmosphäre im Auto.
Winnie zögerte einen Moment, dann setzte sie sich unter Vans wachsamen Augen gehorsam auf seinen Schoß.
"Hat Eric dir die Adresse gegeben?" fragte Van sanft und versuchte, ihre Anspannung mit einem lockeren Gespräch zu lindern.
"Nein", schüttelte Winnie leicht den Kopf. "Ich habe selbst ein Hotel gebucht und wollte es dir sagen, sobald ich dort bin."
"Du weißt also nicht einmal meinen Zeitplan?" Van blickte sie an, sein Blick war etwas tiefer als sonst.
"Ich erinnere mich, dass du eine Stadt erwähnt hast", antwortete sie mit leiser Stimme.
"Ich sollte heute Nachmittag um sechs Uhr abreisen", sagte Van, sein Tonfall trug einen Hauch subtiler Frustration.
Winnie erstarrte. "Wirklich?"
"Ja. Wenn wir es verpassen, kann dich nur die Botschaft retten", antwortete Van lässig, aber seine Worte trugen ein starkes Gefühl von Beschützerinstinkt.
Winnies Herz sprang in ihre Kehle, und ihr Gesicht wurde noch blasser.
Van lächelte, seine Augen spielten. "Warum bist du dann den ganzen Weg hierher gereist?"
Er kannte eindeutig die Antwort, wollte aber, dass sie es selbst sagte.
Winnie senkte unruhig den Kopf und zögerte dann. "Ich..."
Van wartete nicht, bis sie fertig war. Er küsste sanft ihre Lippen und hielt den Kuss einen Moment lang. "Was wolltest du sagen?"
Winnie wollte sprechen, wurde aber wieder unterbrochen, ihre Stimme kaum hörbar. "Ich will..."
Wieder einmal konnte sie ihren Satz nicht beenden. Van küsste sanft ihren Mundwinkel, seine Finger streichelten sanft unter ihrem durchsichtigen Kleid.
Winnies Gesicht sah nicht mehr blass aus, sondern errötete jetzt vor Wärme.
"Warum trägst du Strümpfe?" Vans Stimme sank in einen tieferen Ton, und sein Blick verdunkelte sich.
"Kalt." Winnie senkte leicht den Kopf und vermied seine scharfen Augen. Sie wollte nicht viel erklären, sondern gab nur eine einfache Antwort.
Sein Ausdruck war ernst, aber sein Ton neckisch. Winnie spürte einen Schwall von Wärme in ihrer Brust, ihre Wangen erröteten, und sie konnte es fast nicht wagen, ihm in die Augen zu sehen.
Die Luft im Auto wurde immer heißer, die Sonne schien durch das Fenster, und der Wind wehte so, dass es schwer zu atmen war. Winnie begann, den Schweiß von ihrem Gesicht zu wischen.
Van bemerkte sanft: "Du bist nass."
Seine Worte, mit sexuellen Anspielungen versehen, ließen Winnies Gesicht sofort rot anlaufen. Nervosität stieg in ihrer Brust auf, als sie die Augen zusammenkniff und instinktiv den Kragen seines Hemdes umklammerte.
"Herr Marlowe..." Ihre Stimme zitterte, fast nach Luft ringend.
"Wie hast du mich genannt?" Van blieb ruhig, wirkte sogar etwas abgelenkt.
Winnie antwortete sanft: "Van."
Van senkte den Kopf und blickte ihr in die Augen. Er umfasste sanft ihr Kinn und zwang sie, den Kopf zu heben, um seinen Blick zu erwidern. Dann senkte er den Kopf und küsste ihren Mundwinkel.
Winnies Lippen reagierten sanft auf seine, ihre Zunge strich leicht über seine. Als sich der Kuss vertiefte, schien alles um sie herum zu verschwinden, nur ihre miteinander verbundenen Atemzüge und die Hitze ihrer Körper blieben zurück.
Die Welt außerhalb des Autos blieb laut, aber in diesem Moment, in Vans und Winnies Welt, gab es nur einander.