Kapitel 131
Aber der Fluss schlängelte sich, und die Pfade wanden sich durch Blumengruppen und Büsche, mit ziemlichen Lücken dazwischen. Nach und nach verzweigten sich die Wege in verschiedene Richtungen.
Herr Marlowe liebte es, in diesem ruhigen Wasser zu rudern, eine Gewohnheit, die er während seiner Zeit in Cambridge entwickelt hatte. Damals zog er sich oft in solche ruhigen Flüsse zurück, um ungestört zu sein. Die umliegenden Wälder verdeckten jetzt das kleine Gewässer, flankiert von überwucherten Pflanzen und weichem Boden unter dem Regen.
Winnie's Schritte waren uneben, rutschten auf dem schlammigen Boden aus. Ihre Schuhe waren schon mit Dreck verkrustet, ihr Halt unsicher.
Sie biss sich fest auf die Lippe und ließ sich vom Regen komplett durchnässen, weigerte sich aber, seinen Namen zu rufen.
Sie glaubte, solange sie ihn nicht rief, könnte sie sich weiterbewegen. Vielleicht, nur vielleicht, würde sie an der nächsten Ecke direkt in seine Arme laufen. Es war ein Spiel, das sie mit sich selbst spielte – stur und entschlossen.
Sie war noch nie so weit gegangen. Die Tiefen des Gartens waren pechschwarz. Die Straßenlaternen hingen hoch und warfen ihre Strahlen nach unten, um die umliegenden Schatten in einem unheimlichen Schein zu erhellen. Die Geräusche von Wind, Regen und gelegentlichen Vogelrufen vermischten sich, als ob der ganze Wald eine stille Geschichte flüsterte.
Einmal hatte sie den Ruf von Hyänen für Vogelgesang gehalten, aber heute Nacht war sie furchtlos – stürzte wie eine Motte ins Feuer ohne zu zögern.
Eine gelbe Frucht fiel vom hoch aufragenden Banyanbaum und landete mit einem lauten Knall direkt auf Winnie's Kopf.
"Ah!" Winnie stieß einen leisen Schmerzensschrei aus, bedeckte schnell ihren Kopf mit beiden Händen und kauerte sich zusammen. Der Regen ergoss sich weiterhin auf sie, während sie die wunde Stelle rieb.
Herr Marlowe hatte gerade aufgehört zu rudern und war in Richtung Ufer unterwegs, als er die Szene sah: Winnie kauerte zwischen den Bäumen, durchnässt und zerzaust.
"Winnie?" Herr Marlowe's Stimme schwang ein Hauch von Zögern mit.
Winnie richtete sich auf und senkte die Hände. Im schummrigen Licht war sie völlig durchnässt, Regenwasser strömte ihr über das Gesicht. Sie wischte sich mit Kraft über das Gesicht, ihre blassen Züge waren von Sturheit, Entschlossenheit und einer stillen Zielstrebigkeit gezeichnet – Ich weiß, der Weg vor mir ist schwierig, aber ich bin bereit, ihn zu gehen.
Herr Marlowe schwieg. Sie standen sich gegenüber, getrennt durch eine zarte Distanz, und ihre Blicke verschlossen sich schweigend.
Der späte Regen trommelte auf die umgebenden Blätter und erzeugte eine chaotische Symphonie von Geräuschen.
Als der Regen stärker wurde, rannte Winnie ohne zu zögern auf ihn zu.
Mit nur wenigen Schritten fing er sie fest auf und hielt sie so fest, als wollte er ihren Körper in seinen eigenen verschmelzen.
Winnie's Hände umklammerten seine Schultern, als seine Hand ihr Gesicht umschloss. Es war unmöglich zu sagen, wer verzweifelter, wer begieriger war.
Ihr Kuss versank tief in den Herzen des anderen.
Winnie's Kleidung klebte eng an ihrem Körper, ihr weißes Hemd war im Regen fast durchsichtig.
Herr Marlowe küsste sie nicht nur auf die Lippen – er küsste ihre Stirn, ihre Augen, ihr Kinn, sogar ihren Hals. Jeder Kuss fiel schneller und intensiver als die Regentropfen.
Winnie begann, sein Hemd aufzuknöpfen und zog sanft seine schwarze Krawatte locker. Sie glitt aus ihren Fingern und fiel in die nahegelegenen Büsche.
Sie war schon zerzaust, ihre hellrosa Unterwäsche blitzte unter ihrem durchnässten Hemd hervor und trug zu ihrem ungepflegten Zustand bei.
"Winnie, sag mir, dass du mich liebst", murmelte Herr Marlowe, seine Stimme tief und voller Emotionen. Sein Gesicht war nass vom Regen, aber seine Augen brannten vor Intensität. "Sag, dass du mich liebst."
"Ich liebe dich", würgte Winnie hervor, ihre Stimme zitterte und war tränenreich. "Ich liebe dich so sehr, Herr Marlowe. Ich liebte dich, bevor du mich überhaupt liebtest. Ich möchte mit dir zusammen sein. Ich möchte, dass du mich liebst, mich küsst, mich schätzt. Ich möchte das Feuerwerk in Victoria Harbour sehen, das du für mich entzündest. Ich liebe dich so sehr, dass es mir Angst macht. Wenn du mich auch liebst, was soll ich dann tun?"
Ihre Stimme stockte, Tränen vermischten sich mit dem Regen, als ihre Hände schwach seinen Kragen umklammerten. "Ich verliere mich schon selbst – wenn du mich auch liebst, was soll ich dann tun?"
Herr Marlowe zog sie in seine Arme und hielt sie fest. Die Intensität seiner Umarmung gab ihr das Gefühl, als würde jeder Zentimeter ihres Körpers, bis auf ihre Knochen, von ihm verzehrt werden.