Kapitel 83
Winnie atmete tief durch und hörte auf zu reden. Keine Ahnung, der Typ vor ihr hatte krasse Selbstbeherrschung und war mega zurückhaltend. Das Verlangen, das er zuerst hatte, war schon tief in seinem Herzen eingebrannt. Als er es zum zweiten Mal schmeckte, war er nicht mehr so heiß drauf. Stattdessen ließ er sich Zeit und genoss jedes Detail, das ihm vorher entgangen war. Sich selbst zu befriedigen, das hob er sich lieber für das nächste Mal auf, um es frisch zu halten.
In diesem Moment war es Winnie egal, ob er ein „Problem“ hatte. Sie wollte nur wissen, ob dieses Feuerwerk, das sie die ganze Nacht wach gehalten hatte, wirklich existierte. Stellte sich raus, alles nur Illusion.
"Deine Liebe ist echt geizig", sagte Winnie mit einem Hauch von Verachtung, ihre Lippen kräuselten sich leicht.
Vas Lippen kräuselten sich ein bisschen, ein Anflug von Selbstironie in seinem Gesicht, aber er behielt seine ruhige Art bei. Winnie konnte seine Gefühle nicht lesen.
In diesem Moment fiel sein Blick auf den Knopf ihres Cardigans, der aufgegangen war. Er griff lässig rüber und half ihr, ihn zuzuknöpfen. Seine Handlungen und sein Ausdruck blieben gleichgültig, aber die Liebe zum Detail verblüffte Winnie. Sie senkte den Kopf und betrachtete seine Finger – zart wie Porzellan – wie sie methodisch jeden Knopf von ihrem Bauch nach oben schlossen.
Es gab keine bewusste Berührung oder Neckerei, nur diese scheinbar unbeabsichtigte Zärtlichkeit. Winnie vermutete in ihrem Kopf, dass sie letzte Nacht schon einmal an ihm "gestreift" war. Im nächsten Moment wurde die Luft plötzlich angespannt. Van lehnte sich vor, eine gewaltige Aura des Drucks verströmend. Winnie, erschrocken, kniff die Augen fest zu. Sie küssten sich schnell, eine Welle der Leidenschaft überschwemmte sie – tief, flach, mal sanft, mal wild. In dem engen Raum des Autos vermischten sich ihre Atemzüge, das Geräusch ihres Atmens deutlich und hörbar.
"Herr Marlowe, Sie verstoßen gegen den Vertrag", sagte Winnie, ihr Tonfall mit einem Hauch von Herausforderung.
Van hielt sanft ihre Hand und verschränkte ihre Finger kraftvoll. "Ich werde ihn von jetzt an immer verletzen." Er hob leicht die Augen, sein Blick tiefgründig. "Ich habe es dir gesagt, ich will dich."
Das Auto erreichte das Meer, die Scheinwerfer beleuchteten eine nahegelegene Superyacht. Der Fahrer hielt das Auto an. Van nahm sie an der Hand und führte sie zur Yacht.
An Bord angekommen, betrat Winnie eine glamouröse Welt aus blendendem Licht und duftenden Parfums. Auf einen Urlaubstag folgte eine Cocktailparty am Abend. Es waren nicht viele Leute im Bankettsaal. Sie erkannte kaum ein paar bekannte Gesichter, konnte sich aber nicht an ihre Namen erinnern.
\ Sie hatte nie erwartet, dass diese Fotos ein paar Tage später von ihren Fans von dem Instagram-Account eines pensionierten Supermodels auf X geteilt würden. Fans staunten über ihr süßes Lächeln und ihr anmutiges Auftreten bei einer solchen Veranstaltung, während nur diejenigen in der Branche wussten, dass der Fokus der Fotos nicht auf den sogenannten Prominenten und Models lag, sondern auf einem anderen, wichtigeren Satz von Gesichtern.
Eines der Fotos erschien neben dem Erben eines globalen Luxusgüterkonglomerats, während ein anderes den jungen Erben eines internationalen Verlagsriesen und seine Supermodel-Freundin zeigte – deren Modemagazin, Vibe, zum Mittelpunkt der gesamten Veranstaltung wurde.
Diese private Yachtparty auf offener See versammelte einige der einflussreichsten Persönlichkeiten, die Szene war glamourös, und jeder, der in solchen sozialen Kreisen dabei sein konnte, hatte eindeutig eine prominente Position.
Die Nacht war tief, mit dichten Wolken, die den hellen Mond verdeckten. Nur das sanfte Geräusch der Wellen, die gegen den Rumpf des Bootes schlugen, war zu hören, flüsternd.
Nachdem der Besitzer die Yacht bestiegen hatte, wartete er eine Weile. Sobald er Van sah, trat er sofort vor, schüttelte ihm die Hand, klopfte ihm auf die Schulter und umarmte ihn herzlich, Freundlichkeit ausstrahlend.
"Watson", lächelte Van leicht und stellte warm vor: „Das ist ein alter Freund von mir aus dem Yachtclub."
Watson war ein großer, stämmiger, weißer Mann, etwas älter als Van. Sein tiefgoldenes, kurzes Haar war leicht gewellt und glänzend, als wäre es sorgfältig gepflegt worden, und strahlte einen sanften, warmen Glanz aus. Er trug einen hellgrauen, maßgeschneiderten Anzug mit glatten Linien, der perfekt saß und seine große Statur und sein vornehmes Auftreten unterstrich.
"Alter Freund?" Watson lachte spöttisch überrascht, sein Ton enthielt einen Hauch von Beschwerde. "Im Mai dieses Jahres habe ich in Spanien einen halben Monat auf dich gewartet und dich immer noch nicht gesehen!"
Van lächelte leicht und klopfte Watson auf die Schulter. "Du solltest wissen, ich hatte in letzter Zeit echt viel zu tun."
Im Gegensatz zu seinem üblichen ruhigen Auftreten, wenn er Winnie gegenübersah, wirkte Van in seiner Interaktion mit seinem Freund entspannter und natürlicher, als wäre er vollständig in einen entspannteren Zustand eingetreten.
Neben Watson stand eine große Frau, mindestens 1,70 m groß. Ihre tiefbraune Haut und ihre langen, goldenen Locken ergänzten sich wunderschön. Sie trug ein lockeres Hemd, und ihre nackten Beine und Füße hinterließen zarte Abdrücke auf dem weichen Deck. Sie lächelte herzlich und süß und strahlte Selbstvertrauen aus.
Winnie erkannte sie sofort.
"Becca? Ich hätte nie erwartet, dich hier zu sehen!" rief sie überrascht aus. Es war ein Name, den sie nie vergessen hatte.